Orgel und Organisten des Monats Oktober 2026
Die Orgel der Pfarrkirche Würmlach mit den Organisten Christoph Zebedin und Martin Warmuth
Gerda Heger war zu Gast in Würmlach, wo Christoph Zebedin und Martin Warmuth als Organisten tätig sind:
Lieber Christoph, wie kam es dazu, dass du Organist wurdest?
Musik zur Ehre Gottes – Mein Weg als Organist und Kirchenchorleiter in Würmlach
Manchmal beginnt ein Weg ganz unscheinbar und man weiß zu diesem Zeitpunkt noch nicht, wohin er einmal führen wird. Bei mir begann die musikalische Reise während meiner Schulzeit mit Klavierunterricht in der Ortsmusikschule Kötschach. Damals war noch nicht abzusehen, dass die Musik, und insbesondere die Kirchenmusik, einmal einen so wichtigen Platz in meinem Leben einnehmen würde.
Während meiner Zeit an der Landwirtschaftlichen Fachschule am Stiegerhof ergab sich eine für meinen weiteren Weg entscheidende Möglichkeit. Der damalige Direktor, DI Martin Fischer, ermöglichte mir, in der Stadtpfarrkirche Villach bei Dr. Orthulf Prunner Orgelunterricht zu nehmen. Gleichzeitig durfte ich in einer Kirche in der Nähe von Fürnitz an der Orgel üben. Diese Möglichkeiten waren für mich eine wertvolle Grundlage und weckten zunehmend meine Begeisterung für die Königin der Instrumente.
Der Beginn in Würmlach
In den Jahren 2003/2004 kam schließlich der Moment, der mein musikalisches Leben nachhaltig verändern sollte. Unser damaliger Organist, Adolf Praster, beendete nach mehr als 50 Jahren seinen Orgeldienst. Über ein halbes Jahrhundert hatte er die Kirchenmusik in Würmlach geprägt – eine beeindruckende Leistung und ein Vermächtnis, das bis heute nachwirkt.
Ich übernahm zunächst den Orgeldienst und die Leitung des Kirchenchores Würmlach. Ursprünglich war dies nur für die Hochfeste in unserer Pfarrgemeinde gedacht. Doch aus dem zunächst zeitlich begrenzten Dienst wurde relativ rasch eine Selbstverständlichkeit und schließlich ein fester Bestandteil des kirchlichen Lebens in Würmlach.
So entwickelte sich im Laufe der Jahre eine besondere Tradition: Orgel und Kirchenchor gestalten sämtliche Messen im Jahreskreis vierstimmig. Jeder Sonntag wird musikalisch mit vierstimmigem Chorgesang gestaltet, und auch bei Begräbnissen in Würmlach begleitet der Kirchenchor die Feier gesanglich.
Dass dies in der heutigen Zeit noch möglich ist, erfüllt mich mit großer Dankbarkeit und Stolz. Vor allem bin ich stolz auf jeden einzelnen Sänger und jede einzelne Sängerin, die bereit sind, ihre Zeit und ihre musikalischen Fähigkeiten in den Dienst der Gemeinschaft und der Kirche zu stellen.
Menschen, die meinen Weg geprägt haben
Auf meinem persönlichen Weg gab es Menschen, ohne deren Unterstützung ich heute wahrscheinlich nicht Organist wäre. Zwei von ihnen möchte ich ganz besonders hervorheben: unseren Altpfarrer Josef Schachner und den damaligen Pfarrgemeinderatsobmann Walter Kollmitzer.
Beide haben mich von Anfang an gefördert, ermutigt und unterstützt. Sie haben mir das Vertrauen geschenkt, meinen Weg als Organist und Chorleiter zu gehen. Dafür bin ich ihnen bis heute von Herzen dankbar.
Walter Kollmitzer ist dabei ein ganz besonderes Beispiel dafür, was gelebte Gemeinschaft bedeutet. Auch heute, mit knapp 80 Jahren, singt er jeden Sonntag im Kirchenchor mit. Sein jahrzehntelanges Engagement zeigt eindrucksvoll, dass Gemeinschaft und Verbundenheit keine Frage des Alters sind.
Unvergesslich bleiben mir auch die Worte unseres damaligen Pfarrers Josef Schachner nach meiner ersten Sonntagsmesse an der Orgel. Er sagte zu mir:
„Christoph, du kannst dort oben alles machen, nur eines musst du dir merken – feierlich muss es sein.“
Diese Worte sind mir bis heute in Erinnerung geblieben. Vielleicht steckt darin auch ein wesentlicher Gedanke meiner musikalischen Tätigkeit: Kirchenmusik soll nicht einfach nur Musik sein. Sie soll dem Gottesdienst dienen, die Feierlichkeit unterstreichen und den Menschen die Möglichkeit geben, sich innerlich auf das Geschehen einzulassen.
Auch unseren jetzigen Pfarrer Sibu Vagese möchte ich in diesem Zusammenhang besonders erwähnen. Er trägt Martin, mich und den gesamten Kirchenchor sprichwörtlich „auf Händen“. Seine Wertschätzung und Unterstützung für unsere Arbeit sind für uns keineswegs selbstverständlich und bedeuten uns sehr viel.
Ein zweiter Organist für Würmlach
Eine besondere Freude entwickelte sich um das Jahr 2008. Mit Martin Warmuth entdeckte ein weiterer „Blut junger“ Würmlacher seine Freude an der Orgel. Martin begann, sich intensiv mit dem Instrument auseinanderzusetzen und nahm zusätzlich bei Frau Margaretha Lexer Orgelunterricht.
Mittlerweile ist daraus etwas entstanden, worauf eine kleine Ortschaft wie Würmlach durchaus stolz sein darf: Bei rund 320 Einwohnern gibt es zwei Organisten und einen Kirchenchor, der das gesamte Kirchenjahr hindurch die Gottesdienste und kirchlichen Feierlichkeiten musikalisch begleitet.
Für ein kleines Dorf ist das sicherlich etwas Besonderes.
Und dabei darf man nicht vergessen, dass Würmlach noch viele weitere Vereine und Gemeinschaften beheimatet. Es gibt eine Sängerrunde, den Georgiverein, die Dorfjugend, den Kameradschaftsbund und die Feuerwehr. Viele Menschen engagieren sich dabei nicht nur in einer, sondern gleich in mehreren Gemeinschaften.
Dieses ehrenamtliche Engagement ist das, was ein Dorf lebendig macht.
Ehrenamt ist nicht selbstverständlich
Gerade deshalb beschäftigt mich persönlich immer wieder die Frage nach der Wertschätzung solcher Tätigkeiten. Menschen, die für die Allgemeinheit etwas bewegen, die ihre Freizeit zur Verfügung stellen oder sich – wie wir im Kirchenchor – zur Ehre Gottes und zur persönlichen Erbauung anderer engagieren, investieren unzählige Stunden.
Oft geschieht dies still und ohne großes Aufsehen.
Vielleicht gerade deshalb wird vieles allzu leicht als selbstverständlich angesehen. Dabei ist ehrenamtliches Engagement keineswegs selbstverständlich. In einer Gesellschaft, in der Zeit immer kostbarer wird und viele Menschen zahlreiche Verpflichtungen haben, ist es etwas Besonderes, wenn Menschen bereit sind, regelmäßig zusammenzukommen, zu proben, Gottesdienste mitzugestalten und Verantwortung zu übernehmen.
Der Kirchenchor ist deshalb für mich weit mehr als eine Gruppe von Menschen, die gemeinsam singt. Er ist eine Gemeinschaft. Man trifft sich, probt, lacht miteinander, diskutiert manchmal auch, erlebt schöne und schwierige Momente – und steht letztlich immer füreinander ein.
Blick in die Zukunft
Mein persönlicher Ansporn ist deshalb klar: Ich möchte den Kirchenchor und diese Chorgemeinschaft so lange wie möglich aufrechterhalten. Gemeinsam mit meinem Kollegen und Freund Martin möchte ich weiterhin die Orgel spielen und unseren Beitrag zum kirchlichen Leben in Würmlach leisten.
Ganz besonders wichtig ist mir dabei, auch jüngere Menschen für die Kirchenmusik zu begeistern. Denn Tradition kann nur dann weiterleben, wenn es Menschen gibt, die bereit sind, sie weiterzutragen.
Ich wünsche mir, dass auch in Zukunft junge Menschen Freude daran finden, ein Instrument zu erlernen, im Chor zu singen oder sich auf andere Weise in das kirchliche und gemeinschaftliche Leben einzubringen.
Denn am Ende geht es um weit mehr als um Noten, Takt und richtige Töne.
Es geht um Gemeinschaft.
Es geht darum, füreinander da zu sein.
Es geht darum, einen Teil seiner persönlichen Zeit für andere zu schenken.
Und für mich geht es ganz besonders darum, mit Freude und Überzeugung zur Ehre Gottes zu musizieren.
Wenn wir mit unserem Gesang und unserer Musik Menschen berühren können, wenn ein Gottesdienst durch die Musik feierlicher und vielleicht auch persönlicher wird, dann ist die Zeit, die wir dafür aufwenden, gut investiert.
Ich bin dankbar für meinen musikalischen Weg, dankbar für die Menschen, die mich dabei begleitet und gefördert haben, und vor allem dankbar für unseren Kirchenchor in Würmlach und jeden einzelnen Menschen, der Teil dieser Gemeinschaft ist.
Mein Wunsch ist, dass diese Gemeinschaft noch viele Jahre bestehen bleibt – getragen von Freude, Zusammenhalt und der Bereitschaft, ein kleines Stück seiner Zeit für die Gemeinschaft und zur Ehre Gottes zu schenken.
Denn gerade in einem kleinen Dorf kann etwas ganz Großes entstehen, wenn Menschen gemeinsam an etwas glauben und bereit sind, dafür Zeit und Herz zu geben.
Die Orgel in Würmlach wurde 1906 von Alois Fuetsch erbaut:
Kegellade mit pneumatischer Spiel- und Registertraktur mit 6 Registern auf einem Manual;
Disposition
Manual - Prinzipal 8´, Bordunalflöte 8´, Viola 8´, Dolce 8´, Prinzipal 4´;
Pedal - Gedecktbass 16´,
Pedalkoppel