Orgel des Monats Februar 2026
Orgel der Pfarrkirche Strassburg mit Karl Pöcher
Gerda Heger war zu Gast bei Karl Pöcher in Strassburg, wo die vom Grazer Orgelbauer Cyriakus Werner 1743 erbaute Orgel steht:
Lieber Herr Pöcher, sie spielen gelegentlich an der Orgel in Straßburg und leiten den Kirchenchor; wie weit lassen sich geschichtliche Daten bezüglich Kirchenmusik in Straßburg zurückverfolgen?
Ich leite seit über 20 Jahren den Kirchenchor in Straßburg. Da wir keinen eigenen Organisten haben, muss ich auch ab und zu die Orgel bedienen und darauf spielen. Jeden Sonntag singen wir mit dem Kirchenchor und gestalten jede Festmesse und darüber hinaus.
Seit meiner frühen Kindheit an bin ich als Sänger und Solist tätig. In Klagenfurt studierte ich Gesang und bildete mich stets weiter im Rahmen von Meisterklassen und Kursen in Chorleitung, beispielsweise Althofen und St. Georgen. Gerne war ich als Tenorsolist in Kärnten und darüber hinaus tätig und habe meine Leidenschaft zum Chor entdeckt. Ich sang in zahlreichen Ensembles und Chören, unter anderem auch im Stadttheater. Aus diesem Erfahrungen kann ich schöpfen und so unseren Kirchenchor Strassburg durch das Kirchenjahr führen.
Wenn wir größere Gottesdienste gestalten, lade ich Organisten ein, die uns dann begleiten und unterstützen.
2020 erhielt ich eine Auszeichnung des Landes Kärnten mit dem Titel: Botschafter e.h. der Kärntner Volkskultur und 2025 wurde mir von unserem Bischof Josef Marketz die Cäcilienmedaile in Gold überreicht .
Die Orgel in Strassburg
Eine Kapelle „St. Nikolaus“ in Straßburg wird erstmals 1169 als Eigenkirche des Gurker Domkapitels erwähnt. Von diesem romanischen Bau ist heute nur noch der untere Teil des Turmes erhalten. 1229 wird Straßburg als eigenständige Pfarre genannt. Der heutige Kirchenbau wurde um 1260 über dem Vorgängerbau errichtet und in der zweiten Hälfte des 15. Jhs. zur prachtvollen dreischiffigen gotischen Kirche umgebaut. Das Äußere der Kirche weist heute ein barockes Aussehen auf. Die Orgel in der Stadtpfarrkirche St. Nikolaus in Straßburg wurde vom Grazer Orgelbauer Cyriakus Werner, der aus dem Kurfürstentum Mainz stammte, 1743 erbaut. Sie ist aufgrund der aufwendig dekorierten Gehäusegestaltung eine der bedeutendsten Barockorgeln Kärntens. Das Orgelgehäuse samt Verzierungen wurde vom Straßburger Tischlermeister Wolfgang Süssenbacher hergestellt. Das doppeltürmige Gehäuse zieren musizierende Engel und in der Mitte die Figur des alttestamentlichen Königs und Sängers David. Die Orgel gehörte in ihrer Erbauungszeit mit 19 Registern zu den größten Werken in Kärnten. Im Lauf der Jahrhunderte wurden immer wieder Veränderungen an der Orgel vorgenommen: Es wurden der Umfang der Manuale und des Pedals sowie die Disposition erweitert.
Im Jahr 1969 musste die Orgel wegen starken Holzwurmbefalls einer umfassenden Restaurierung unterzogen werden. Diese Arbeiten wurden von der Tiroler Orgelbaufirma Pirchner durchgeführt. Die 19 Register der Orgel verteilen sich auf Hauptwerk, Positiv und Pedal.
Kurzbeschreibung der Orgel St. Nikolaus - Strassburg:
Erbauer: Cyriacus Johann Werner, 1743
Hauptwerk:
Prinzipal 8’
Gedeckt 8’
Gemshorn 8’
Oktav 4’
Flöte 4’
Quint 2 2/3’
Oktav 2’
Oktav 1’
Mixtur 1 1/3’
Positiv:
Gedackt 8’
Prinzipal 4’
Flöte 4’
Oktav 2’
Mixtur 1’
Pedal:
Subbaß 16’
Kontrabaß 16’
Oktavbaß 8’
Gedacktbaß 8’
Oktave 4´
Quelle: Broschüre "Kirchenorgeln in Kärnten, Slowenien und Friaul"