Orgel und Organist des Monats Mai 2026
Die Pfügler-Orgel der Seminarkirche Tanzenberg mit Dominik Maringer
Gerda Heger war zu Gast bei Dominik Maringer, der Organist in Tanzenberg und Pörtschach am Berg ist:
Lieber Dominik, wie kam es dazu, dass du ein großer Freund der Kirchenmusik wurdest?
Seit meiner Gymnasialzeit 4. Klasse, seit dem 14. Lebensjahr, hab ich während meiner Zeit im Schülerheim in Oberösterreich täglich Gottesdienste begleitet und die Lieder vorbereitet. In der Heimatgemeinde hab ich in den Ferien gespielt, meine ganze Studienzeit in Mautern; überall, wohin ich auch kam, bin ich an der Orgel gelandet. Mein erster Orgellehrer war ein Gymnasiallehrer. 1968 kam ich nach Kärnten und seit dieser Zeit bin ich auch hier als Organist tätig, zuerst in St. Veit und dann in Pörtschach am Berg und Tanzenberg, wo ich auch für den Orgelbau in Pörtschach und Tanzenberg verantwortlich war, die wir seit 1991 haben.
Du hast sicherlich auch einiges an Wandel in Kirche und im Bereich der Kirchenmusik mitgemacht, wie erlebst du die Kirche bzw. die Gottesdienst heute?
Für mich ist das wichtig und wesentlich, was einem selber trägt im Leben. Das Menschenwerk, das da aufgebaut wurde im Laufe der Geschichte an kirchlicher Monströsität würde ich streichen. Jesus hat uns eine Botschaft gebracht, die Botschaft vom Reich Gottes. Dieses Reich Gottes ist für mich keine örtlich begrenzte Gemeinschaft oder mit sanktionierter Zugehörigkeit behaftet. Jesus sagt: "Der ist mir Bruder und Schwester, der den Willen Gottes erfüllt", das heißt, das Reich Gottes ist, wo Wahrhaftigkeit, Liebe und Hilfsbereitschaft herrscht, wo man den anderen sieht und auf ihn zugeht, überall dort, wo die Menschen sozial denken und Gutes geschieht, da ist für mich das Reich Gottes.
Was die Kirchenmusik betrifft, so habe ich die Erfahrung gemacht, dass theologische Lieder, also jene, die die Theologie ins Zentrum stellen, nicht mehr ankommen bei den Menschen. Anders sehe ich das mit jenen Liedern, die auf das Tun hin ausgerichtet sind, das Wort Gottes wird dann erfüllt, wenn wir es leben.
Ich wähle Lieder für den Gottesdienst aus, die das Leben miteinbeziehen, wie z.B. "Unser Leben sei ein Fest, Jesu Geist in unserer Mitte".
Was ist und war es, so viele Jahre und Jahrzehnte der Kirchenmusik treu zu sein?
Für mich ist das Musizieren im Gottesdienst Dienst zur Ehre Gottes, aber im Sinne von Dienst an der Gemeinschaft, weil ich Gott in der Gemeinschaft finde. Dienen würde ich auch einer Feuerwehr, einem Roten Kreuz, wenn ich noch könnte, finden würde ich dort Gott auch.
Am 18. April feiertest du deinen 90. Geburtstag in Tanzenberg mit Familie und Freunden. Ich durfte dir in diesem Rahmen die Orlando di Lasso-Medaille überreichen. Deine Hingabe und dein Glaube beeindrucken mit zutiefst. Du hast die Schule, den Ort und die Pfarre durch dein Charisma und deine liebevolle Art sehr geprägt und die Menschen hier werden immer mit dir innig verbunden sein.
Die Kirche in Tanzenberg ist für mich persönlich ein besonderes Juwel in Kärnten. Immer wieder komme ich gerne hier her und fühl mich hier zu Hause.
Die Orgel in Tanzenberg stammt aus dem Jahr 1992 von der Orgelbaufirma Pflügler.
Register: Holzrohrflöte 8´, Principal 4´, Flöte 4´, Quint 2 2/3´, Mixtur 1 1/3´, Principal 1´;
Pedal: angehängt;