Organisation

Referat für Kirchenmusik

Orgel und Organist des Monats Jänner 2026

Die Orgel der Pfarrkirche Ferlach mit Roland Popatnik

Gerda Heger war zu Gast in Ferlach, wo Roland Popatnik seit beinahe 80 Jahren als Organist in Ferlach tätig ist:

Lieber Herr Popatnik, wie sind sie denn zum Orgelspielen gekommen?

Mit 12 Jahren lernte ich hier in Ferlach in der Musikschule Klavier. Der damalige Herr Pfarrer fragte mich, ob ich Orgelspielen lernen könnte. Er holte mich zur Orgel und ich sollte "Jesus, dir leb ich" vorspielen. Eine Woche später hab ich das Lied schon im Gottesdienst gespielt. So begann meine Zeit als Organist. Jede Woche kamen neue Lieder hinzu und schon bald spielte ich regelmäßig im Gottesdienst. Der Klavierlehrerin fiel damals auf, dass meine Spielweise schwerfällig war und sie konnte sich nicht erklären, warum. Kurze Zeit später sah sie mich von der Kirche rauskommen und da wusste sie, dass das vom Orgelspielen kam, weil die mechanische Orgel damals schwer zu drücken war. Sie wollte sogar, dass ich mit dem Orgelspielen aufhören sollte, aber ich gab nicht auf. Später war ich bei einem anderen Lehrer in Klagenfurt, der zu mir sagte: "Spiel, was du willst, aber hör niemals auf!"

Beruflich war ich anfangs Bäcker - wir hatten in der Familie eine Bäckerei. Anschließend war ich Bankangestellter und vor meiner Pension bin ich in der Schülerberatung untergekommen. In meiner Pension hatte ich immer Beschäftigung und mir wurde nie langweilig. Auch im Klagenfurter Dom sang ich gerne projektweise einige Jahre mit. Dort habe ich unter Domkapellmeister Kapfer das schnelle Notenlesen gelernt.

Im Laufe meiner Jahre ist mir auch gelungen, jüngere Menschen zum Orgelspielen zu bewegen, was mich sehr freut. Nicht nur in Ferlach spielte ich in den Gottesdiensten, sondern auch in vielen anderen Kirchen in unserer Umgebung. Gerne erinnere ich mich an die vielen Erlebnisse rund um das Orgelspielen und die Aufführungen bezüglich der Kirchenmusik.

Die Orgel der Stadtpfarrkirche Ferlach wurde 1970 vom Orgelbauer Rudolf Novak, Klagenfurt, erbaut.

Technische Daten

Windladen: Kegelladen

Spieltraktur: Elektro-pneumatisch

Registertraktur: Elektro-pneumatisch

Registeranzahl: 26

Manuale: 2, C-g3

Pedal: C-f'

Spielhilfen, Koppeln: Manualkoppel I-II, Pedalkoppel I und II, Oberoktavkoppel I-II, Oberoktavkoppel für I und II, Unteroktavkoppel I-II;

Pedal-Umschaltung ab, Koppel-Umschaltung ab, feste Registerkombinationen: piano, mezzo-forte, pleno (Auslöser);

Disposition

I Hauptwerk: Prinzipal 8', Flöte 8', Salicional 8', Oktave 4', Flöte 4', Superoktave 2', Mixtur 2' 3-4f.

II Oberwerk: Gedeckt 8', Praestant 4', Rohrflöte 4', Prinzipal 2', Quinte 1 1/3', Zimbel 1'

Pedal: Subbass 16', Oktavbass 8', Bassflöte 8', Quintbass 5 1/3', Choralbass 4';

Im Frühjahr 2025 wurde die Orgel umfangreicher Reinigungs- und Instandsetzungsarbeiten unterzogen, durchgeführt von dem Grazer Unternehmen "Orgelstudio mobil". Am 22. Juni konnte die Orgel im vollen Glanze im Rahmen eines festlichen Gottesdienstes gesegnet werden.

"Es ist ein Ros entsprungen"