Bedeutung für Betroffene

 (© Foto: Morguefile_Greyer)
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Der Traum einer „normalen“ Geburt, verbunden mit allen Wunschvorstellungen ist geplatzt. Aufgrund der zu früh abgebrochenen Schwangerschaft, noch nicht auf das Kind eingestellt und vorbereitet, klopfen erste Sorgen, Ängste und Unsicherheiten bei den Eltern, speziell der Mutter, an: Frühgeborene sind sowohl kurz- als auch langfristig einem erhöhten gesundheitlichen Risiko ausgesetzt. Die einhergehende intensivmedizinische Behandlung erschwert den innigen Kontakt zwischen Mutter und Kind. Nachsorge ist nicht institutionalisiert und kostet, wenn die behütete Umgebung der Entbindungsstation gegen das traute Heim getauscht wird. Erschöpfungszustände, wiederkehrende Gedanken an den Klinikaufenthalt, intensive negative Gefühle bei der Erinnerung daran und übergroße Angst um das Kind stoßen nicht immer auf Verständnis im sozialen Umfeld.

Auch der Kontakt und die Bindung mit dem Frühchen kann sich als schwierig gestalten: ihr Interaktions- und Kommunikationsverhalten bedarf einer hohen Aufmerksamkeit seitens der Bezugspersonen und ist oft nicht so einfach zu entschlüsseln. Das soziale Lächeln, welches sich ca. ab der 6. Lebenswoche einstellt, lässt auf sich warten. Ernährungsprobleme und erhöhte Infektanfälligkeit kommen hinzu. Viele Eltern hadern in dieser Situation, vor allem wenn es sich um das erste Kind handelt. Speziell Mütter sind von schlechtem Gewissen geplagt und begeben sich auf die Suche, nach dem, was man anders machen hätte können.

Auch das Wissen über das wesentlich erhöhte Risiko für spätere Entwicklungsbeeinträchtigungen lässt nicht aufatmen. Eine Vielzahl von Studien zeigt, dass vermehrt Frühchen vielschichtige schulische Probleme wie Leistungsdefizite und Entwicklungsauffälligkeiten aufweisen können (Körper- oder kognitive, sprachliche, motorische und visuomotorische Sinneseinschränkungen, ADHS, Legasthenie usw.). Ob Frühchen oder nicht, wird in Österreich bereits seit einigen Jahren bei der Einschreibung in den Volksschulen erhoben um dementsprechend reagieren zu können. Die Kindergärtenplätze, speziell für Frühchen, sind jedoch noch rar.

 

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