Organisation

Katholisches Bildungswerk

5. Elternbildungsfachtagung als Orientierung in digitalen Zeiten

Die Fachtagung Elternbildung „TikTok statt Spielplatz?“ am 12. Mai im Novum Villach traf mit 87 Teilnehmer:innen den Nerv der Zeit. Besonders geschätzt wurde die fächerübergreifende Zusammensetzung der Teilnehmenden sowie die offene, konstruktive Atmosphäre mit vielen positiven Vibes und intensivem Austausch. Deutlich wurde: Medienerziehung bleibt ein hoch emotionales und gleichzeitig verunsicherndes Thema. Ein zentrales Take-away der Tagung: Medienkompetenz entsteht nicht automatisch durch Nutzung. Große Einigkeit herrschte darüber, dass Eltern heute Orientierung, Entlastung und Begleitung brauchen – keine Schuldzuweisungen. „Begleiten statt verbieten“ wurde als zentrale Haltung moderner Medienerziehung hervorgehoben. Medienerziehung als gemeinsames Lernen von Eltern und Kindern begreifen. Besonders eindrücklich war auch die entwicklungspsychologische Perspektive auf die ersten Lebensjahre: Resonanz, Blickkontakt und echte Beziehungserfahrungen gelten im Alter von 0–3 Jahren als zentral – möglichst handyfrei.

Weitere wichtige Themen waren der reflektierte Umgang mit Nachrichtenkonsum, die Bedeutung von Qualitätsmedien sowie die Überforderung vieler angesichts rascher digitaler Entwicklungen. Ein ressourcenorientierter Blick auf Familien wurde als wesentlich für gelingende Elternbildung hervorgehoben. Mehrfach betont wurde die Bedeutung von Selbstregulation als Schlüsselkompetenz in digitalen Lebenswelten. Auch Ambiguitätstoleranz – das Aushalten von Widersprüchen und Unsicherheiten – wurde als zentrale Zukunftskompetenz benannt.

Die Referent:innen überzeugten mit fachlicher Kompetenz und innovativen Zugängen: Mag. Helmut Peissl brachte spannende gesellschaftspolitische Perspektiven ein, Dr. Adelheid Lang referierte lösungsorientiert über die Smartphone-Nutzung von Eltern mit Babys und Kleinkindern. Der hybride Vortrag funktionierte einwandfrei. Christian Pöschl, BA inszenierte das World Wide Web als Märchen und sorgte mit seiner KI-generierten Powerpointpräsentation für einen kreativen und humorvollen Zugang zum Thema. Sehr gut angenommen wurden auch die vertiefenden Kleingruppenarbeiten an 5 Thementischen, die den Transfer in den Familienalltag gewährleisteten. Elisabeth Mörtl, Mag.a Petra Pöschl-Lubei, Christian Pöschl, BA, Mag.a Silvia Vrzak und Margit Granig-Ebner, BA, MSc, und Mag.a (FH) Romana Ravnjak boten vielfältigste Bildungsimpulse an. Eine gelungene Tagung im Auftrag des Landes Kärnten – Abt. 13 LLL.