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Katholische Aktion

KI und Arbeitswelt – Zwischen Innovation und Verantwortung

Nachbericht

Künstliche Intelligenz verändert unsere Arbeitswelt in rasantem Tempo. Neue Möglichkeiten eröffnen sich, zugleich wachsen die Herausforderungen für Unternehmen, Beschäftigte und Bildungseinrichtungen. Fragen nach Verantwortung, Mitbestimmung und gesellschaftlicher Teilhabe gewinnen damit zunehmend an Bedeutung.

Unter dem Titel „KI und Arbeitswelt – Zwischen Innovation und Verantwortung“ lud die Katholische Aktion Kärnten gemeinsam mit der Katholischen Hochschulgemeinde am 28. Oktober 2026 in den Stiftungssaal der Universität Klagenfurt. Marc Germeshausen, BA MSc, Präsident der Katholischen Aktion Kärnten, führte durch die Diskussion und verband mit seinen Fragen die unterschiedlichen Perspektiven aus Wirtschaft, Arbeitsmarkt, Wissenschaft und Kirche.

Innovation zwischen Fortschritt und Regulierung

Wie groß der Handlungsdruck bereits ist, verdeutlichte Alexander Windbichler, Gründer und CEO des IT-Unternehmens ANEXIA, der die rasanten Entwicklungen im Bereich der künstlichen Intelligenz aufzeigte. Bei der Frage nach der Regulierung von KI kamen unterschiedliche Sichtweisen auf: Während Windbichler vor Wettbewerbsnachteilen durch europäische Vorgaben warnte, zugleich jedoch die Notwendigkeit internationaler Regeln betonte, widersprach Ass.-Prof.in Mag.a Dr.in Doris Hattenberger, Vizerektorin der Universität Klagenfurt, einer zu einseitigen Sicht auf regulatorische Vorgaben. Sie verwies auf die Bedeutung klarer Grenzen zum Schutz der Menschenwürde.

Mitbestimmung und Verantwortung in der Arbeitswelt

Dass Verantwortung nicht erst bei gesetzlichen Regelungen beginnt, machte Mag.a Birgit Binder-Fischer, Rechtsschutzsekretärin der GPA und Vorsitzende der KAB – Kirche und Arbeitswelt, deutlich. Sie plädierte dafür, Verantwortung nicht an technische Systeme zu delegieren. Ein bloßer „Human in the Loop“, bei dem Menschen lediglich kontrollierend eingreifen, reiche nicht aus. Notwendig sei vielmehr ein „Human Lead“-Ansatz. Als Orientierung nannte sie die Prinzipien der christlichen Soziallehre.

Bildung als Schlüsselkompetenz

Bildung und digitale Teilhabe wurden von allen Podiumsgästen als zentrale Voraussetzungen für einen verantwortungsvollen Umgang mit KI hervorgehoben. Hattenberger betonte die Bedeutung von kritischem Denken und eigenständiger Urteilsbildung, während Mag. Peter Wedenig, Landesgeschäftsführer des AMS Kärnten, auf die Herausforderungen für Aus- und Weiterbildung in einer sich rasch wandelnden Arbeitswelt verwies. Die positiven Zugänge zum Thema sind jedoch Voraussetzung für das Erkennen der Vorteile, so Wedenig. DI Wolfgang Almer, IT-Leiter der Diözese Gurk-Klagenfurt, unterstrich die Notwendigkeit von Datenschutz, Datensicherheit und gezielten Schulungen für Mitarbeitende.

In der Publikumsdiskussion machte Caritas-Direktor Mag. Ernst Sandriesser zudem deutlich, dass digitale Angebote niemanden ausschließen dürfen und digitale Teilhabe für alle Menschen gewährleistet werden muss.

Der Mensch bleibt Maßstab

Trotz unterschiedlicher Perspektiven zog sich ein Gedanke durch den gesamten Abend: Je stärker künstliche Intelligenz unseren Alltag prägt, desto wichtiger werden jene Fähigkeiten, die Menschen einzigartig machen. Kreativität, Empathie, kritisches Denken und persönliche Begegnung gewinnen an Bedeutung. Alexander Windbichler brachte dies auf den Punkt: Künstliche Intelligenz kann vieles ersetzen und gerade deshalb wird der Mensch mit seinen Eigenschaften und der menschliche Kontakt noch wertvoller werden.