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Katholische Aktion

Fünf neue Diakone in Kärnten – und die Frage nach den Frauen

Im Oktober 2026 wurden in Kärnten fünf Männer zu Diakonen geweiht. Die Katholische Aktion Kärnten freut sich über diesen bedeutsamen Schritt und gratuliert den Neugeweihten herzlich. Wir danken ihnen für ihre Bereitschaft, ihre Fähigkeiten, ihren Glauben und ihre Lebenszeit in den Dienst der Menschen und der Kirche zu stellen. Für ihren diakonalen Weg wünschen wir ihnen Gottes Segen, Freude und Erfüllung sowie viele bereichernde Begegnungen.

Diese Freude verbindet sich für uns mit einer Frage, die viele Menschen in unserer Kirche bewegt: Wann wird auch Frauen der Weg zum sakramentalen Diakonat eröffnet?

Frauen tragen seit Jahrzehnten wesentlich das Leben unserer Kirche mit. Sie begleiten Menschen in schwierigen Lebenssituationen, verkünden das Evangelium, gestalten Gottesdienste, übernehmen Verantwortung in Pfarren und kirchlichen Einrichtungen und leisten tagtäglich jenen Dienst am Menschen, der zum Wesen des Diakonats gehört. Ihr Engagement ist unverzichtbar für eine lebendige und glaubwürdige Kirche. Dennoch bleibt ihnen die sakramentale Weihe zur Diakonin bislang verwehrt.

Die Katholische Aktion Kärnten sieht in der Frage des Frauendiakonats ein wichtiges Anliegen für die Weiterentwicklung unserer Kirche. Dabei wissen wir, dass unterschiedliche theologische Sichtweisen und kirchliche Traditionen zu berücksichtigen sind. Umso wichtiger ist es, die Frage des Frauendiakonats im Geist der Synodalität offen, respektvoll und gemeinsam weiterzuentwickeln.

Der synodale Prozess hat deutlich gemacht, dass dieses Anliegen von vielen Gläubigen mitgetragen wird. Der offizielle Österreich-Bericht zur Weltsynode vom Mai 2024 spricht ausdrücklich von einem „starken Votum, getragen von Mehrheiten in den Diözesen“, für die Zulassung von Frauen zum Diakonat.

Für die Katholische Aktion Kärnten ist dies ein wichtiges Zeichen. Die Stimmen aus den Pfarren, kirchlichen Gemeinschaften und diözesanen Beratungen verdienen es, gehört und ernst genommen zu werden. Synodalität bedeutet für uns, gemeinsam auf den Heiligen Geist zu hören, unterschiedliche Erfahrungen und Überzeugungen miteinander ins Gespräch zu bringen und daraus verantwortungsvoll Konsequenzen für das kirchliche Leben zu ziehen.

Wir sprechen uns daher ausdrücklich dafür aus, die Frage der Zulassung von Frauen zum sakramentalen Diakonat auf allen kirchlichen Ebenen offen, ernsthaft und mit dem Ziel konkreter Weiterentwicklung zu verfolgen.

Dabei geht es nicht um Macht oder Prestige, sondern um Berufung, Anerkennung, Gleichwürdigkeit und die Glaubwürdigkeit der Kirche. Wenn Frauen bereits heute in vielfältiger Weise diakonisch wirken, stellt sich die berechtigte Frage, wie diese gelebte Wirklichkeit auch in den kirchlichen Ämtern angemessen Ausdruck finden kann.

Als Katholische Aktion verstehen wir uns als Teil einer Kirche, die aus dem gemeinsamen Glauben lebt und in der unterschiedliche Stimmen ihren Platz haben. Unser Anliegen ist es nicht, Gegensätze zu verschärfen, sondern Brücken zu bauen und zu einer konstruktiven Verständigung beizutragen. Wir möchten den Dialog mit der Diözesanleitung, mit Verantwortlichen in der Kirche und mit allen Gläubigen fördern, denen die Zukunft unserer Kirche am Herzen liegt.

Wir sind überzeugt: Eine Kirche gewinnt an Glaubwürdigkeit, wenn sie die Gaben und Berufungen aller Getauften ernst nimmt und ihnen Raum zur Entfaltung gibt.

Die Weihe der fünf neuen Diakone ist ein Anlass großer Freude und Dankbarkeit. Zugleich ermutigt sie uns, die Frage nach dem Frauendiakonat nicht aus dem Blick zu verlieren. Beides gehört für uns zusammen: die Wertschätzung jener, die heute einen kirchlichen Dienst übernehmen, und die Offenheit für die Entwicklung kirchlicher Dienste und Ämter in der Zukunft.

Die Katholische Aktion Kärnten möchte diesen Weg im Geist der Synodalität, der gegenseitigen Achtung und der Hoffnung mitgestalten. Unser Wunsch ist eine Kirche, in der die Berufungen und Charismen von Frauen und Männern gleichermaßen gehört, wertgeschätzt und wirksam werden können.