Organisation

Referat für Tourismusseelsorge

Gelebte Ökumene am Domitianweg

Der Ökumenische Pilgertag am 4. Juli 2026 stand ganz im Zeichen der Gemeinschaft und des Miteinanders. Gleich zwei Jubiläen wurden gefeiert: 20 Jahre Domitianweg und 15 Jahre Ökumenischer Pilgertag. Damit wurde nicht nur ein bedeutender Pilgerweg gewürdigt, sondern auch eine langjährige Tradition des gemeinsamen Unterwegsseins von katholischen und evangelischen Christen gestärkt.

Zahlreiche Pilger machten sich auf den 16 Kilometer langen Domitianweg rund um Millstatt. Der Weg führte von der Domitianstatue in Millstatt über den Kreuzweg zur Kalvarienbergkapelle, weiter zur Pfarrkirche Obermillstatt und zur Wallfahrtskirche Maria Schnee in Matzelsdorf. Danach ging es in einem Bogen über das Hohe Kreuz zur Stiftskirche Millstatt zurück.

Besonders sichtbar wurde an diesem Jubiläumstag die gelebte Ökumene. Vertreter beider Kirchen pilgerten Seite an Seite, beteten miteinander und setzten damit ein starkes Zeichen für Zusammenhalt, gegenseitigen Respekt und christliche Verbundenheit.

Neben Diözesanbischof Dr. Josef Marketz, der den Weg persönlich begleitete, trugen der Millstätter Pfarrer Pater Slawomir Czulak SCJ, Pfarrer Wladyslaw Wach SCJ aus Obermillstatt sowie Mag. Roland Stadler vom Referat für Tourismusseelsorge wesentlich zum Gelingen dieses besonderen Tages bei. Seitens der Evangelischen Kirche bereicherten Dagmar Wagner-Rauca, Pfarrerin Sen. der evang. Pfarre Unterhaus-Millstättersee und Pfarrer i. R. Jürgen Becker den Pilgertag mit ihrer Präsenz und ihren spirituellen Impulsen. Selbst Bürgermeister Alexander Thoma ließ es sich nicht nehmen, sich unter die Pilger zu mischen.

Der Pilgerweg lud dazu ein, nicht nur körperlich, sondern auch innerlich in Bewegung zu kommen. Entlang der einzelnen Stationen standen die großen Fragen des Lebens im Mittelpunkt: „Wer bin ich?“, „Warum gehe ich?“ und „Wohin führen mich meine Schritte?“ Psalmen und Impulse regten zum Nachdenken an und machten den Weg zu einer spirituellen Reise, die weit über die zurückgelegten Kilometer hinausging.

Beeindruckend war auch die persönliche Nähe von Diözesanbischof Marketz. In unauffälliger Wanderkleidung ging er den Weg inmitten der Pilger und suchte das Gespräch auf Augenhöhe. So entstanden viele wertvolle Begegnungen. Ein weiterer Höhepunkt war die Segnung des neu gestalteten Brunnens vor der Wallfahrtskirche Maria Schnee in Matzelsdorf.

Den feierlichen Abschluss bildete eine ökumenische Andacht in der Stiftskirche Millstatt, in deren Rahmen Gerti Baumberger die Enstehungsgeschichte des Pilgerweges, der ihr seit vielen Jahren ein großes persönliches Anliegen ist, erzählte.

Die Abschlussandacht machte noch einmal deutlich, worum es an diesem Tag ging: um das gemeinsame Unterwegssein im Glauben, um Begegnung, Vertrauen und die Überzeugung, dass die Menschen unterschiedlicher Konfessionen mehr verbindet als trennt. Gerade in einer Zeit, in der Unterschiede oft betont werden, setzte der Ökumenische Pilgertag ein starkes Zeichen für Einheit in Vielfalt und für eine lebendige Ökumene, die Menschen zusammenführt.
(Monika Gschwandner-Elkins)