Dan osvoboditve, 8. maj!

Predsednica Katoliške akcije Avstrije, Derschmidt, opozarja na dan osvoboditve.

Pričevanje pred spomenikom 13-ih obglavljenih rojakinj in rojakov iz Sel in okolice, naših prednikov, nedolžnih žrtev krvoločnega nacionalsocialističnega režima. (© Foto: pz)
Pričevanje pred spomenikom 13-ih obglavljenih rojakinj in rojakov iz Sel in okolice, naših prednikov, nedolžnih žrtev krvoločnega nacionalsocialističnega režima. (© Foto: pz)

(Wien_ 8.Mai 20012) Der Wahrheit die Ehre geben und Verantwortung für ein Erbe tragen

Wenn wir am 8. Mai des Endes des zweiten Weltkrieges gedenken, so müssen wir diesen Tag als Tag der Befreiung und nicht der Niederlage und des Zusammenbruchs begehen, 

erklärte die Präsidentin der Katholischen Aktion Österreich (KAÖ) Luitgard Derschmidt anlässlich des Jahrestages des Endes des 2. Weltkrieges in Europa.

Wahrheit und Verantwortung
Jegliches Gedenken an diesem Tag muss für uns Österreicher und Österreicherinnen ein Grund sein, sowohl darüber nachzudenken, wer diesen Krieg ausgelöst hat, mit welchen Mitteln er geführt und mit welchem Ziel er begonnen wurde. Heute ist es unzulässig, die Mär von Österreich als dem ersten Opfer des Nationalsozialismus aufrecht zu erhalten, ebenso ist es unzulässig, weiter zu behaupten, dass unsere Soldaten das Vaterland verteidigen mussten, weil es ein Angriffskrieg war; wenn auch viele davon den Glauben an diese Lügen mit dem Tode bezahlen mussten und durch die verbrecherische Ideologie viel Leid und schmerzliche Verluste auch über ihre Anhänger gebracht wurde. Wichtig an einem Gedenktag aber ist es, der Wahrheit die Ehre zu geben, so Derschmidt.

Widerstandkämpfern ehrend gedenken
Wenn auch die meisten Österreicher und Österreicherinnen mitgemacht, weggeschaut oder geschwiegen haben, so hat es doch auch einige gegeben, die sich gegen dieses verbrecherische System und den durch es ausgelösten Krieg und die unmenschlichen Verfolgungen gewandt haben, Widerstand geleistet haben oder durch Akte der Menschlichkeit die grausamen Unmenschlichkeiten zu lindern und dagegen anzukämpfen versuchten. Ihrer ist ehrend zu gedenken.

Trauer und Gedenken für die unschuldigen Opfer
Besonders notwendig ist es aber, auch an jene Österreicher und Österreicherinnen (Juden, Roma und Sinti, Angehörige der slowenischen Volksgruppe in Kärnten, Kranke und andere politisch Verfolgte, Männer, Frauen und Kinder) zu denken, die aus rassistischen, ideologischen oder politischen Gründen völlig unschuldig gequält und ermordet wurden, betonte die Präsidentin der KAÖ. Dabei geht es nicht darum, den jetzt Lebenden für die Vergangenheit irgendeine Schuld zuzuweisen, sondern es muss um die Verantwortung für das Erbe gehen, das wir im gesamten nehmen müssen, wie es uns hinterlassen wurde und um die Wachsamkeit gegenüber Rassismus, Faschismus und Extremismus, Diskriminierung und Ausgrenzung.