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Katholischer Akademikerverband

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Robert Musil Literatur Museum (© Foto: Musilhaus / Bearbeitung: KHK)
Robert Musil Literatur Museum (© Foto: Musilhaus / Bearbeitung: KHK)

Bereits seit dem Jahr 2001 gibt es eine Kooperation mit dem Robert Musil Literatur Museum. Jedes Jahr werden mehrere junge, deutschsprachige Autoren eingeladen, um im Musil Haus aus ihrem Werk zu lesen.

In diesem Jahr haben wir folgende Schriftsteller für Sie eingeladen:

Freitag, 23. Oktober, Beginn 19:30
Valerie Fritsch
Herzklappen von Johnson & Johnson, Suhrkamp, 2020

Alma und Friedrich bekommen ein Kind, das keinen Schmerz empfinden kann. In ständiger Sorge um ihren Jungen, ist es vor allem Alma, die ihn unaufhörlich auf körperliche Unversehrtheit kontrolliert. Jeden Abend tastet sie das Kind ab, um keine Blessur zu übersehen. Und nichts fürchtet die junge Mutter mehr als die unsichtbare Verletzung eines Organs, die ohne ein Zeichen bleibt. Halt findet Alma bei ihrer Großmutter, die jetzt, hochbetagt und bettlägerig und nach lebenslangem Schweigen, zu erzählen beginnt: vom Aufwachsen im Krieg, von Flucht, Hunger und der Kriegsgefangenschaft des Großvaters. Mit dem Kind auf dem Schoß, das keinen Schmerz kennt, sitzt Alma am Bett der Schwerkranken, die sich nichts mehr wünscht, als ihren Schmerz zu überwinden. Und in den Geschichten der Großmutter findet sie eine Erklärung für jene scheinbar grundlosen Gefühle der Schuld, der Ohnmacht und der Verlorenheit, die sie ihr Leben lang begleiten.

Wie wird ein Kind zum Menschen, zu einem mitfühlenden sozialen Wesen, wenn es die Verwundbarkeit nicht kennt? Wenn es nicht versteht, wie sehr etwas wehtun kann? In eindringlichen Bildern erzählt Valerie Fritsch von einem Trauma, das über die Generationen weiterwirkt, sie lotet die Verletzlichkeit des Menschen aus und fragt nach dem Wesen des Mitgefühls, das unser aller Leben bestimmt.

„Und wenn schon dieser Titel [Herzklappen von Johnson & Johnson] ein Abenteuer ist, dann ist es das Buch erst recht. Eine große Geschichte, in der die Sätze und Wörter wie Mikroskope sind. Sie sehen, was man ohne sie nicht sehen könnte ... Die existenzielle Spannung des Romans von Valerie Fritsch liegt darin, dass er uns zwar rundum Ruinen und letzte Dinge zeigt, dass aber in der Beschreibung dieser Dinge eine grossartig vibrierende Lebendigkeit entsteht.“

Paul Jandl, Neue Zürcher Zeitung

Valerie FRITSCH, 1989 in Graz geboren, wuchs in Graz und Kärnten auf. Nach ihrer Reifeprüfung 2007 absolvierte sie ein Studium an der Akademie für angewandte Photographie und arbeitet seither als Photokünstlerin. Sie ist Mitglied des Grazer Autorenkollektivs plattform. Publikationen in Literaturmagazinen und Anthologien sowie im Rundfunk. 2015 erschien Winters Garten im Suhrkamp Verlag. Sie lebt in Graz und Wien. http://www.valeriefritsch.at/

Mittwoch, 26. 02. 2020 Beginn 19:30
Jochen Veit
Mein Bruder, mein Herz. Roman, Arche, 2019

Viele Monate ist es her, dass Stephan seinen 13 Jahre jüngeren Bruder Benno zuletzt gesehen hat. Stephan hatte seine Heimat, ein abgelegenes Dorf im Schwarzwald verlassen, als ihre Eltern unter ungeklärten Umständen spurlos verschwanden. Jetzt kehrt er zurück, getrieben von der düsteren Ahnung, dass Benno etwas mit dem Verschwinden der Eltern zu tun gehabt haben könnte. Die Reise in den Schwarzwald und das Wiedersehen mit Benno konfrontieren Stephan mit scheinbar unlösbaren Fragen nach Verantwortung, Schuld und Verrat. Während sich über dem unergründlichen Dickicht des Waldes der Himmel verdunkelt, kommt Stephan einer Wahrheit über sich und seinen Bruder immer näher - bis ein Sturm losbricht, der droht, alles zum Einsturz zu bringen.

Jochen VEIT wurde 1992 in Bühl (Baden) geboren. Er studierte Philosophie und Komparatistik in Mainz und Wien. Im Jahr 2016 war er Stipendiat der Schreibwerkstatt der Jürgen-Ponto-Stiftung in Edenkoben und 2018 nahm er am Literaturkurs in Klagenfurt teil. Seine Texte erschienen in zahlreichen Literaturzeitschriften und Anthologien, u.a. in KRACHKULTUR und STILL. Sein Debütroman Mein Bruder, mein Herz erschien am 22. März 2019 im Arche Literatur Verlag. Er lebt in München.

Freitag, 31. 01. 2020 Beginn: 19.30 Uhr
Constantin Schwab: Der Tod des Verführers, Sisypus, 2019
In seinem Erzählband »Der Tod des Verführers« holt Constantin Schwab die aktuellsten Existenzängste auf die Bühne der Literatur. Die Allgegenwart des Internets, Schlaflosigkeit, Geschlechterfragen, Einsamkeit, Sehnsucht, der digitale Abhang, an dem man aus der Welt rutscht – mit unbestechlicher Klarsicht und einer Liebe zu surrealistischen Überraschungen erzählt der Autor elf Geschichten über das Scheitern, das Finden und über die ewige Frage nach der eigenen Identität.

Constantin SCHWAB, geb. 1988 in Berlin, aufgewachsen in Kärnten. Studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaft in Wien, wo er heute auch lebt. Hat jahrelang hinter der Bühne und im Museum gearbeitet, schreibt regelmäßig für ein österreichisches Filmmagazin. Seine Erzählungen erschienen bisher in Anthologien und Literaturzeitschriften (u. a. Lichtungen).
Blog: http://whoisconstantin.blogspot.com/

Rückblick

Die (nicht vollständige) Liste unserer Gäste aus vergangenen Jahren liest sich wie das "Who is Who" der deutschsprachigen Literatur.

2019
Günther WELS
Bettina WILPERT
Angela LEHNER

2018
Andreas STAUDINGER
Maren KAMES
Felix KUCHER

2017
Arno RUSSEGGER und Erwin NEUWIRTH
Annette HUG
Theodora BAUER

2016
Bov BJERG
Sandra WEIHS
Daniel ZIPFEL
Thomas LANG

2015:
Sandra Gugic -Astronauten. Roman (C.H. Beck, 2015)
Markus Orths - Apokalypse für Anfänger, Roman (Schöffling & Co 2014)
Werner Rohner - Das Ende der Schonzeit (Lenos Verlag, 2014)
Christoph W. Bauer - Orange sind die Äpfel blau, HaymonVerlag, 2015

2014:
Gerhard HAMMERSCHMIED
Matthias MANDER
Heinz HELLE
Katharina HARTWELL

2013:
Lilian FASCHINGER
Isabella STRAUB
Olga GRJASVOWA
Silke HASSLER

2006:
Josef WINKLER
Ehrendoktorat der Universität Klagenfurt
Georg-Büchner-Preis der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung 2008
Großer Österreichischer Staatspreis für Literatur 2007
Franz-Nabl-Preis der Stadt Graz 2005
Alfred-Döblin-Preis 2001
Berliner Literaturpreis 1996
Sonderpreis der Klagenfurter Jury beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb 1979

2005:
Markus ORTHS
open mike der Literaturwerkstatt Berlin
Stadtschreiber von Schwaz (2001)
Förderpreis zum Literaturpreis der Stadt Marburg
Stipendium des Heinrich-Heine-Hauses der Stadt Lüneburg
Telekom-Austria-Preis beim Ingeborg-Bachmann-Preis

2004:
Maja HADERLAP
Ingeborg-Bachmann Preis
Großes Goldenes Ehrenzeichen des Landes Kärnten
Bruno-Kreisky-Preis für das politische Buch für Engel des Vergessens
Rauriser Literaturpreis für Engel des Vergessens
Ehrendoktorat der Universität Klagenfurt

2003:
Bestsellerautor Wolf HAAS
Wilhelm-Raabe-Literaturpreis der Stadt Braunschweig für Das Wetter vor 15 Jahren.
Bremer Literaturpreis

Thomas LANG
Ingeborg-Bachmann Preis

2002:
Julia SCHOCH
Preis der Jury beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb
Dresdner Stadtschreiberin
Nominierung zum Preis der Buchmesse und Platz 1 der SWR-Bestenliste

Antje RAVIC STRUBEL
Ernst-Willner-Preis, Klagenfurt
Förderpreis für Literatur der Akademie der Künste
Stipendium der Villa Aurora, Los Angeles
Marburger Literaturpreis
Hermann Hesse Preis; Rheingau Literaturpreis; Nominierung zum Preis der Leipziger Buchmesse

2001:
Gert JONKE
Großer Österreichischer Staatspreis für Literatur
Kleist-Preis
Mehrere Nestroy-Preise etc.