Organisation

Katholische Aktion - Katholischer Akademikerverband

Unterwegs zwischen Zeltschach und Metnitztal

Von gotischer Glasmalerei zu bodenständigem Brauchtum

Tagesfahrt mit Dr. Manuela Maier
Samstag, 8. September 2018

Um die kulturelle Vielfalt des Metnitztales zu entdecken, braucht es mehr als eine Reise. Daher statten wir auch dieses Jahr dem beschaulichen Tal einen erneuten Besuch ab, wobei wir diesmal in der Friesacher Ortschaft Zeltschach beginnen.

Zeltschach erlangte im Mittelalter durch den Silberbergbau an Bedeutung. Im Bereich des Salzburger Eigenbistums Gurk gelegen, wurde der Abbau des Silbers maßgebend für die Entwicklung des damaligen Marktes Friesach sowie für die Prägung des Friesacher Pfennigs. Die Pfarrkirche hl. Andreas, ein stattlicher gotischer Bau und urkundlich zwischen 1060 und 1088 erwähnt, besticht durch ihre beeindruckende Architektur.

Nächstes Ziel ist die dem hl. Georg geweihte Kirche am Gaisberg in knapp 1.000 Meter Seehöhe östlich von Friesach gelegen. Neben Wandmalereien aus dem 15. und 16. Jh. verfügt die Pfarrkirche an der Chorsüdwand über ein dreizeiliges Maßwerkfenster mit Glasmalereien aus der Zeit um 1425/30.

Den Abschluss des Vormittags stellt der Besuch der malerisch gelegenen Pfarrkirche Zienitzen dar, ebenfalls dem hl. Georg geweiht. Mit einem sie umgebenden Friedhof auf der Kuppe eines kleinen Hügels gelegen, beherrscht sie die umliegende Landschaft. Ursprünglich eine Filiale von Feistritz ob Grades, beeindruckt die Kirche durch ihre barocke Ausstattung. Der Kunsthistoriker Siegfried Hartwagner beschreibt ihren Hauptaltar als „anmutig“, mit „niedlichen Engelsköpfen“ verziert und mit einem Antependium, welches einen „prächtigen Schnitzdekor“ aufweist. Auch hier begegnen wir wieder einem bachbarocken Apostelluster, wie sie für das Metnitztal typisch sind.

Nach dem Mittagessen in Metnitz begeben wir uns auf Spurensuche in das Brauchtumsmuseum Metnitz, welches sich in fünf Ausstellungsräumen den Themen „Jahresbrauchtum, Brauchtum für Jagd, Taufe, Hochzeit und Tod“ widmet.
Dabei handelt es sich keineswegs nur um eine museale Präsentation, denn im Metnitztal wird dem gelebten Brauchtum, sei es im kirchlichen oder bäuerlichen Bereich, stets große Wertschätzung entgegengebracht.

Den Abschluss des Tages bildet ein Besuch in der Pfarrkirche in Ingolsthal. Die dem hl. Gotthard geweihte Kirche stammt in ihrem Kern aus dem 12. Jh. Dem hl. Gotthard, dereinst Bischof von Hildesheim, begegnet man in Kärnten selten, denn neben Ingolsthal ist nur die Kirche von Lansach im Drautal diesem Heiligen geweiht, welcher im 12. Jh. von Papst Innozenz II. als erster Bayer heilig gesprochen wurde.

In altbewährter Manier ist natürlich auch für das leibliche Wohl gesorgt und Kaffeepausen bieten Gelegenheit zum Entspannen als auch für einen anregenden Gedankenaustausch!