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Internetredaktion der Diözese Gurk

Die Weltkirche auf synodalem Weg

Der „gemeinsame Weg“ beginnt im Oktober 2021 in den Diözesen und führt zur Bischofssynode zum Thema "Synodalität" im Oktober 2023 in Rom

“Gemeinsam auf dem Weg“ - Foto: Pixabay / Antranias - CC0
"Gemeinsam auf dem Weg" - Foto: Pixabay / Antranias - CC0

Die einzelnen Etappen im Überblick

Die ursprünglich für Oktober 2022 geplante Bischofssynode in Rom ist von Papst Franziskus zu einem zweijährigen synodalen Weg ausgebaut worden. Im Zeitraum von Herbst 2021 bis Oktober 2023 sind nun drei Phasen für die Synode zum Thema „Synodalität der Kirche“ vorgesehen: eine diözesane, eine kontinentale und eine weltkirchliche. Ziel sei es, allen Gläubigen Gelegenheit zu bieten, "aufeinander und auf den Heiligen Geist zu hören", wie es Papst Franziskus formulierte.

Die inhaltlichen Vorgaben für den Prozess sind sehr weit und im Vorbereitungsdokument für die Synode dargelegt, das am 7. September 2021 im Vatikan präsentiert wurde. Wesentliche Elemente aller Versammlungen sollen Gespräche und Reflexionen sein, bei denen Teilnehmer vor allem aufeinander hören. Dazu kommen gemeinsame Gebete und Messfeiern. Koordiniert wird das Projekt vom vatikanischen Synodensekretariat in Rom unter Kardinal Mario Grech.

Eröffnet wird die erste dezentral beginnende Bischofssynode am 9. und 10. Oktober vom Papst in Rom; eine Woche später soll am 17. Oktober in jeder Diözese weltweit der diözesane Startschuss fallen. Anhand eines Fragebogens und Leitfadens wird dort unter Leitung des Ortsbischofs bis März 2022 beraten und gebetet. Auch Ordensgemeinschaften, Kurienbehörden, katholische Vereinigungen, Gemeinschaften und katholische Fakultäten sollen für sich einen solchen synodalen Prozess unternehmen.

Alle Ergebnisse gehen an das Synodensekretariat in Rom. Dieses erstellt daraus ein erstes Arbeitsdokument, das ab Herbst 2022 auf kontinentaler Ebene beraten wird. Auch die Früchte dieser synodalen Beratungen und Gebete gehen zurück nach Rom und werden dort zu einem zweiten Arbeitsdokument destilliert. Es bildet dann die Grundlage für die Beratungen der Vollversammlung der Bischofssynode, die im Oktober 2023 in Rom tagt.

Leitfaden für Weltsynode der Katholischen Kirche veröffentlicht

Für die am 9. Oktober beginnende zweijährige Weltsynode der Katholischen Kirche hat der Vatikan am Dienstag zwei wichtige Vorbereitungsdokumente veröffentlicht. Sie sollen in der ersten Phase des Projekts den Ortskirchen als Impulse und Leitfaden dienen. Mit dem weltweiten Prozess will der Papst die Katholische Kirche synodaler machen: Einzelne, Gruppen und Verantwortliche sollen stärker aufeinander hören und mehr Menschen beteiligt werden. Nur so könne sich die Kirche Herausforderungen stellen und die christliche Botschaft angemessener bezeugen.

Das vom Generalsekretariat der Bischofssynode veröffentlichte Vorbereitungsdokument trägt den Titel "Für eine synodale Kirche: Gemeinschaft, Teilhabe und Sendung". Es skizziert den Kontext, in dem die Weltsynode stattfindet: Covid-19-Pandemie, soziale Ungleichheit, Missbrauchsskandale in der Kirche, Klimawandel, Migration. Zugleich beschreibt es den Stil des synodalen Prozesses. Statt um parlamentsartige Abstimmungen gehe es um sorgfältiges Aufeinander-Hören, mutige Visionen, Gebet, Besinnung, Austausch. Ziel sei, in der jeweiligen Situation den Willen Gottes zu erkennen. Als Appell zum "gemeinsamen Gehen" folge der Weg der Synodalität dem vom Zweiten Vatikanischen Konzil vorgeschlagenen "aggiornamento".

"Synodalität als Form, als Stil und als Struktur der Kirche durchdeklinieren": Darauf sind laut Vatikan die Hauptziele der Weltsynode ausgerichtet. Sinn des Weges sei vor allem, "das Antlitz und die Gestalt einer synodalen Kirche zu entdecken, in der jeder etwas zu lernen hat: das gläubige Volk, das Bischofskollegium, der Bischof von Rom - jeder im Hinhören auf die anderen und alle im Hören auf den Heiligen Geist". Insbesondere dürften die Bischöfe auf dem synodalen Weg keine Angst haben, "der ihnen anvertrauten Herde zuzuhören", heißt es im Vorbereitungsdokument.

Ab 17. Oktober Konsultationen in Diözesen

Begonnen wird damit ab 17. Oktober in den Teilkirchen und Diözesen der Weltkirche. Das Vorbereitungsdokument diene als Instrument, um die erste "Phase des Zuhörens und der Konsultation des Volkes Gottes in den Teilkirchen" im Zeitraum von Oktober 2021 bis April 2022 zu fördern. "Dies geschieht in der Hoffnung, die Ideen, die Energien und die Kreativität all derer voranzubringen, die auf diesem Weg teilnehmen", wird festgehalten. Leitlinien sind etwa ein Zuhören "ohne Vorurteile", das Wort zu ergreifen "mit Mut und Freiheit des Herzens", aber auch der Dialog mit der Kirche, der Gesellschaft und anderen christlichen Konfessionen.

Auf maximal zehn Seiten sollen die Diözesen die Ergebnisse der Überlegungen zusammenfassen und an das Synodensekretariat senden. "Wir erinnern daran, dass es nicht Zweck dieser Synode und daher auch nicht der Konsultation ist, Dokumente zu produzieren, sondern 'Träume aufkeimen zu lassen, Prophetien und Visionen zu wecken, Hoffnungen erblühen zu lassen, Vertrauen zu wecken, Wunden zu verbinden, Beziehungen zu knüpfen, eine Morgenröte der Hoffnung aufleben zu lassen, voneinander zu lernen und eine positive Vorstellungswelt zu schaffen, die den Verstand erleuchtet, das Herz erwärmt, neue Kraft zum Anpacken gibt'", heißt es abschließend in dem 25-seitigen Vorbereitungsdokument.

Leitfaden für synodalen Prozess

Ein parallel veröffentlichter Leitfaden, "Vademecum" genannt, gibt zudem Hinweise, wie Verantwortliche in Diözesen, Orden, geistlichen Gemeinschaften und Verbänden solche synodalen Treffen organisieren können. Der Leitfaden warnt vor Fallstricken und umreißt mögliche Themenfelder. In dem dazu gehörenden Fragenkatalog geht es eher um Verfahren und die Einstellung der Beteiligten als um detaillierte inhaltliche Themen.

Das Vorbereitungsdokument erwähnt und würdigt bereits bestehende synodale Prozesse und Wege, etwa in Lateinamerika, Irland, Deutschland und Australien sowie in einzelnen Diözesen. Von den in Deutschland behandelten Themen tauchen stichwortartig die kritische Rückfrage an kirchliche Strukturen auf, Missbrauch, Klerikalismus. Gefordert wird auch, auf jene zu hören, die in der Kirche bislang weniger zu Wort kommen: junge Menschen, Frauen, Arme, Ausländer, aus der Kirche Ausgetretene.

(Text: Kathpress, 7.9.2021)

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