Pfarre / Fara

Köttmannsdorf/Kotmara vas

† Prof. Mag. Phil. Herbert Christian Kapfer (86 Jahre)

Ich sing dir mein Lied, in ihm klingt mein Leben. Die Töne, den Klang hast du mir gegeben von Wachsen und Werden, von Himmel und Erde, du Quelle des Lebens, dir sing ich mein Lied.

Prof. Mag. Phil. Herbert Christian Kapfer, zuletzt auch Organist in der Pfarre Köttmannsdorf, ist am 31. Jänner 2022 nach einem Sturz am Hl. Abend in der Pfarrkirche in Straßburg an seinen schweren Verletzungen verstorben.

Die Verabschiedung erfolgt am Freitag, dem 11. Feber 2022, um 14:00 Uhr in der Zeremonienhalle in Annabichl. Das Requiem findet am Samstag, dem 12. Feber 2022, in der Stadtpfarrkirche St. Egid um 17:00 Uhr statt.

Wir verabschieden uns und sagen DANKE für Jahrzehnte des Mittragens pfarrlichen Lebens in der Pfarre Köttmannsdorf am Samstag, dem 26. Feber 2022, beim Gottesdienst um 09:00 Uhr in der Pfarrkirche Köttmannsdorf. Die Urnenbeisetzung erfolgt am selben Tag um 15 Uhr im Familiengrab in Hollabrunn/NÖ. In der Domkirche in Klagenfurt findet am Abend um 18 Uhr eine Gedenkmesse statt, bei der sein Deutsches Requiem von der Dommusik unter der Leitung von Domkapellmeister Thomas Wasserfaller aufgeführt wird.

„Wie viele schöne Stunden durfte ich erleben –
wie viel Schönheit ist mir begegnet –
wie viel Musik hat meine Seele atmen dürfen –
Ahnung glücklicher Erfülltheit!“
(Prof. Kapfer)

"Träumendes Leben" - Musikalischer Lebenslauf

  • Am 16. Juli 1935 in Wien geboren, ist Prof. Kapfer bei seinen Großeltern auf einem Bauernhof in Hollabrunn/NÖ aufgewachsen. Er ministrierte mit acht Jahren, sang im Kirchenchor, erhielt privaten Klavierunterricht und spielte mit zwölf Jahren schon eine Messe. Die Tage als Jugendlicher waren ausgefüllt mit viel Arbeit in der Landwirtschaft, Schule, Kirche, Nachhilfestunden, Klavier- und Orgelspiel sowie Leitung der Jungschargruppe. Ab 1949 war er bereits Organist, von 1955-1969 Organist und Chorleiter an der Pfarrkirche in Hollabrunn. In dieser Zeit besuchte er die diözesane Musikschule in Wien mit Abschluss der B-Prüfung für Kirchenmusik. 1952 entstand das "Collegium Musicum", ein Kammermusik-Ensemble, bei dem er mit großer Freude den Klavierpart übernahm.
  • 1954-1961 studierte er an der Universität in Wien Klassische Philologie und Germanistik.
  • 1961-1969 unterrichtete er Latein und Griechisch am Gymnasium in Hollabrunn/NÖ.
  • 1970 zog er nach Klagenfurt. Er war begeistert von Kärnten und machte fast täglich Ausflüge in die herrliche Berg- und Seenwelt. In dunklen Stunden flüchtete er sich in die Berge, die ihm zu Freunden wurden, die zu trösten wussten - Freude und Vergessen!
  • Von 1970-1995 war er Korrepetitor, Studienleiter, Kapellmeister und Chordirektor am Stadttheater Klagenfurt mit Erarbeitung und Einstudierung fast des gesamten Repertoires in Oper, Operette und Musical sowie musikalischer Gestaltung diverser Schauspiele.
  • 1976-2001 war er Domkapellmeister im Dom zu Klagenfurt. Seine Arbeit umfasste alle Stilrichtungen, vom gregorianischen Choral bis zur zeitgenössischen Musik, mit zahlreichen Uraufführungen und Übertragungen des ORF. Der Aufbau eines Konzertchores, der die großen Chor- und Orchesterwerke im Dom bzw. im Konzerthaus zur Aufführung brachte, u.a. Franz Schmidts "Buch mit sieben Siegeln", waren ihm ein großes Anliegen.
  • Viele Jahre betätigte er sich als freier Mitarbeiter im ORF-Studio-Kärnten als Aufnahmeleiter.
  • Von 1984-1996 war er als Direktor des Musikvereines für Kärnten verantwortlich für das Konzertleben in der Landeshauptstadt, wobei ihm die Förderung junger KünstlerInnen und einheimischer KomponistInnen am Herzen lag.
  • Ab 2003 Organistentätigkeit in den Pfarren Köttmannsdorf, Klagenfurt-St. Egid, Straßburg sowie weiteren Pfarren, darüberhinaus Konzert-, Kompositions- und Referententätigkeiten in ganz Kärnten und anderenorts.

„Lass mich stehen, mein Gott, wo die Stürme wehen, und schone mich nicht!“
(Prof. Kapfer)

Er schrieb zahlreiche Kompositionen von Messen, liturgischen und weltlichen Gesängen und dirigierte Chor-Orchesterkonzerte und Orchesterkonzerte mit Schwerpunkt Kirchenmusik, auch im Ausland (Rumänien, Tschechien, Slowenien, Kroatien, …). Einige seiner Werke hat er unter www.musicalion.com der Nachwelt erhalten.

Sowie ein dreibeiniger Schemel nicht wackeln kann, so hat Prof. Kapfer sein Leben auf drei Säulen gleich einem Dreifuß gestellt:

  • Die erste Säule stand auf dem Hügel auf Golgatha und formte seine Seele in einer tiefen Gläubigkeit, schon von Kindesbeinen an.
  • Die zweite Säule stand auf dem Hügel der Akropolis. Hier wurde der Grundstein gelegt für eine tiefe Formung seiner geistigen Bildung, beruhend auf der Philosophie und Literatur jeder Geistesrichtung.
  • Die dritte Säule stand auf dem Hügel in Bayreuth und war Fundament seiner über alles geliebten Musik, die er zeitlebens aktiv und passiv erleben durfte.

Diese drei Säulen waren Quellen, die sein Leben prägten und festigten. Prof. Kapfer dankte täglich dem Herrn für sein erfülltes Leben! Er war dankbar, dass er bis ins hohe Alter gesund war, seinen Haushalt führen konnte und erfreute sich an seinem Haus. Er spielte Klavier, hörte Musik, las Bücher, spielte gerne überall wo man ihn brauchte Orgel und lebte mit seinen zwei Katzen in vollster Zufriedenheit.

"Die Berührung
zwischen Gott und der Seele
ist Musik."
(Bettina von Arnim)

Zahlreich waren die Auszeichnungen, die er für sein Wirken erhalten hat: So war er Träger des Großkreuz-Ritter-Ordens des Heiligen Papstes Silvester, das ihm 1990 Papst Johannes Paul II verliehen hat - die höchste Auszeichnung für ein ehrenamtliches Wirken um die katholische Kirche. Für außerordentliche Verdienste wurde er auch vom Land Kärnten (Großes Goldenes Ehrenzeichen) und mit der höchsten Auszeichnung der Stadt Klagenfurt (Ehrpfennig) geehrt.

"Meine Erinnerung ist doch das schönste Land!"
(Prof. Kapfer)

Wir danken Prof. Kapfer für sein unermüdliches Wirken zum Wohle der Gemeinschaft und für sein Engagement, die Königin der Instrumente so leidenschaftlich erklingen zu lassen. Wir danken ihm für seine respektvolle, vom Glauben geprägte und kompetente Weise, sich über die Kirchenmusik auch in der Pfarre Köttmannsdorf einzubringen. Sein einfühlsames und beeindruckendes Orgelspiel, sein wertschätzendes Umgehen mit den Chorsängerinnen und –sängern sowie den verschiedenen Instrumentalisten, seine Mithilfe beim Einrichten von Notenmaterial, seine Bereitschaft, Lieder und Musikstücke zu arrangieren oder auch neu zu schreiben, sein feiner Humor und seine Gelassenheit werden uns weiterhin begleiten. Auch für die jüngeren, nachfolgenden Kirchenmusikerinnen und -musiker hatte er immer ein offenes Ohr und ein ermutigendes Wort.

Möge Gott ihm das Gute vergelten und ihm die Freude der Chöre des Himmels schenken.

„So lege ich mein Leben mit Ehrfurcht auf deinen Altar und bitte in Dankbarkeit um Deinen Segen. Lass es ein Leben werden Deiner Gnade, dass es fruchtbar sei und, in Liebe geboren, Licht bringe auf diese Welt. Ich danke für meine Gesundheit und für so viele Stunden der Freude und der Seligkeit eines begnadeten Herzens.“
(nach Prof. Kapfer)