Pfarre / Fara

Köttmannsdorf/Kotmara vas

Der gute Hirte – eine Einladung an uns / Dobri pastir – povabilo za nas

Das Bild des guten Hirten schenkt Vertrauen, lässt aufatmen, macht Mut.

Eine der frühesten Christusdarstellungen zeigt ihn in den Katakomben Roms als guten Hirten. Er begleitet uns im Leben und er ist uns auch im Tod zugegen, um uns die Hand der Liebe Gottes entgegenzustrecken, die uns an der Fülle der Herrlichkeit Gottes teilhaben lässt.

Mit dem 4. Ostersonntag, dem Sonntag des guten Hirten, dürfen auch wir wieder ganz neu auf Christus schauen und uns ermutigen lassen, seine Liebe in und unter uns lebendig werden zu lassen. Besonders an jener Schwelle, da die Rahmenbedingungen für die Seel- oder Hirtensorge wieder neu abgesteckt und sichergestellt werden.

Drei „Hirtenbilder“ auf der Kanzel der Pfarrkirche Köttmannsdorf können uns zu Impulsgebern werden, die Notwendigkeiten sowie die Möglichkeiten gut in den Blick zu nehmen und entschieden, ideenreich und kreativ anzugehen. Schließlich geht es um nicht weniger als um das uns von Gott geschenkte Leben, das unser aller Zuwendung, Sorge und Pflege verdient.

1. Bild: Der Hirte weidet seine Schafe – mit Salzstein, Hirtenstab und Stimme
Salzstein:
Dieser hilft den Schafen, nicht so leicht krank zu werden, indem er ihre Abwehrkräfte stärkt. Gleichzeitig hilft er, die vertrauensvolle Bindung zum Hirten aufzubauen, denn dieser sorgt für seine Schafe und tut alles, damit es ihnen gut geht.
Die Sorge für eine gute Grundversorgung sowie für die Bereitstellung der lebensnotwendigen Gesundheitsdienste, auch derer, die den Ausbruch oder die massive Verschlechterung von so manchen Krankheiten mindern, ist wichtig.
Hirtenstab: Der Hirtenstab ist nicht nur eine Geh- und Verteidigungshilfe. Mit der kleinen Schippe am oberen Ende des Stabes, kann der Hirte auch kleine Steine oder etwas Erde weit nach vorne schleudern und auf diese Weise die Schafe vor Gefahren warnen und sie in den Schutz seiner Nähe holen.
So steht er für die verschiedenen klaren Warnungen und Maßnahmen, die oft notwendig sind, damit alle geschützt sind. Nicht immer wollen wir Menschen das, grasen gerne einmal über den Rand hinaus, doch braucht es auch den Dienst des Aufzeigens der Grenzen sowie des behutsamen und vorausschauenden Begleitens und Vorgehens.
Stimme: Das wichtigste Instrument des guten Hirten ist seine Stimme. In ihrer Hörweite zu bleiben, schenkt Vertrauen und Sicherheit. „Die Schafe kennen seine Stimme und er kennt sie.“
Gerade in dieser Zeit haben wir umso deutlicher gemerkt wie gut uns eine vertraute Stimme tut. Telefonieren, Livestreams, Videobotschaften und Videokonferenzen… – all das ist verstärkt zum Einsatz gekommen. Gute Nachrichten, kleine Filme, Lieder und Geschichten machen immer wieder die Runde. Online-Gottesdienste, diverse Sendungen und Übertragungen im Radio und im Fernsehen, das Lesen von guten Büchern und das neue Hören auf die innere Stimme, in der uns etwas von Gott anklingen kann, sind das besondere Geschenk dieser Zeit.

2. Bild: Der Hirte bietet Zuflucht und Schutz vor dem Wolf, der sie bedroht
In der Bedrohung rücken die Schafe um den Hirten zusammen. Hier gilt es, den eigenen Egoismus hinter sich zu lassen und zu schauen, was es jeweils braucht. Die reißenden Wölfe können auftauchen in Form der wirtschaftlichen und finanziellen Schwierigkeiten. Sie können sich zeigen, wenn diverse Umstellungen den gewohnten Rhythmus durchbrechen und es nötig ist, sich völlig neu zu organisieren. Sie können in auftauchenden Konflikten zuschlagen, wenn die Nerven blank liegen, wenn Belastungen zu groß werden und persönliche Laster das Miteinanderleben unerträglich werden lassen. Auf verschiedensten Ebenen ist es dann nötig sich Hilfe und Unterstützung zu suchen und sie auch einander zu geben. Neben der Nachbarschaftshilfe und den entsprechenden staatlichen Einrichtungen sind es auch viele andere Non-profit-Organisationen, die hier bereit sind mitzutragen. Die Caritas darf ihre Beratungstätigkeit wieder ausdehnen – nicht nur am Telefon, sondern auch von Angesicht zu Angesicht (mit entsprechenden Hygiene-Maßnahmen).
Die Pfarrseelsorge kann vermehrt wieder in den persönlichen Begegnungen und Gesprächen stattfinden. Um besser kommunizieren zu können - bei gleichzeitigem besserem Eigen- und Fremdschutz - ist es ein transparentes Gesichtsschild, welches ich als Pfarrer im Pfarrbüro wie auch bei den seelsorglichen Begegnungen trage. Auch die Pfarrsekretärin hat ein solches Gesichtsschild. Die Abstandsregeln sind selbstverständlich und ermöglichen dann auch bewusstes - der Situation angemessenes - Nahe-Sein. Die Stimme alleine reicht eben oft einmal nicht aus. Der Mensch braucht den Menschen. Es soll gewährleistet sein, dass der Hirte bei den Schafen und die Schafe beim Hirten sein können.

3. Bild: Der Hirte sammelt und sorgt für alle, für Mutterschafe und Lämmer
„Die Mutterschafe führt er behutsam und die Lämmer trägt er auf dem Arm“ heißt es in einer Beschreibung des guten Hirten. An einer anderen Stelle hört man davon, wie der Hirte selbst bei 100 Schafen das eine verlorengegangene Schaf sucht, um es wieder sicher nach Hause zu bringen. Das 3. Bild zeigt uns so den Hirten, der alle, Jung und Alt, um sich versammelt. In der Zeit der Öffnung gilt es, sich wieder zusammen zu finden: Kinder, Jugendliche, Eltern, ältere und alte Menschen. Wie kann das gut gelingen? Es geht wohl nicht alles auf einmal. Die genaueren Vorgehensweisen für die Gottesdienste, die Andachten und Prozessionen, für die verschiedenen Gruppen und Aktivitäten werden in den nächsten Tagen kommen. Gerade auch unsere Erstkommunionkinder und die Firmlinge fragen sich schon, wie das jetzt mit ihnen weitergehen wird. Wir werden vor Ort schauen, wie wir gute Lösungen finden und die verschiedenen Dinge gut umsetzen können. Es gilt dabei achtsam, kreativ und konsequent dabei zu bleiben. So werden wir es gut schaffen.

Die Situation jetzt ist eine Chance für uns, die Seelsorge und unser kirchliches Miteinander wieder neu aufzubauen. Motivation dafür darf uns der gute Hirte selber sein, dem wir am Herzen liegen und der möchte, dass es uns gut geht, der uns um sich sammeln möchte und uns einander anvertraut.

Dobri pastir – povabilo za nas

Psalm 23, pesem dobrega pastirja, me spremlja že več kot 30 let. Če ga molim se umirim. Gotovost, da je Gospod moj pastir, mi daje pogum in zaupanje. Na nedeljo dobrega pastirja se spomnimo, da ta Gospod za nas skrbi in nas spremlja. On je tudi tisti, ki nas kliče, da mu pomagamo pri tej službi za nas vse.

Če zdaj na novo začnemo s cerkvenim življenjem, lahko prosimo njega, da nas uči biti pastir drug za drugega. Za dobro pastoralo se kaže, da posluh in videnje po telefonu, internetu, radiju ali televiziji ni dovolj, temveč da moramo spet priti skupaj korak za korakom. Pri mašah, pri pobožnostih (npr. pri šmarnicah), v farovžu, v hišah, v različnih skupinah... – kako bo to mogoče, bomo slišali v prihodnjih dneh. Že zdaj vas vabim, da skupaj iščemo poti - gre za naše življenje.

Poglejmo tudi mi na Gospoda, ki nam kaže, kaj je pomembno. Poslušajmo božjo besedo in berimo pozorno v situacijih, ki nas kličejo, da rastemo in najdemo polnost življenja. Poglejmo, kaj je že zdaj mogoče in kaj vse se spremeni k dobremu, če duh dobrega pastirja navdihne tudi nas.

https://www.youtube.com/watch?v=2OlAlo4r6bk&feature=youtu.be

Vas prisrčno pozdravljam in Vas prosim za molitev za obnavljeno farno pastoralo.
So grüße ich Euch von ganzem Herzen und bitte Euch um Euer Gebet für einen guten Neuaufbruch in unserer Pfarrpastoral.

Euer Pfarrer/Vaš župnik Michael G. Joham