Pfarre / Fara

Köttmannsdorf/Kotmara vas

Heimatlos

Wir ohne Heimat irren so verloren und sinnlos durch der Fremde Labyrinth. (© Foto: UM)
Wir ohne Heimat irren so verloren und sinnlos durch der Fremde Labyrinth. (© Foto: UM)

Wir ohne Heimat irren so verloren
und sinnlos durch der Fremde Labyrinth.
Die Eingebornen plaudern vor den Toren
vertraut im abendlichen Sommerwind.
Er macht den Fenstervorhang flüchtig wehen
und lässt uns in die lang entbehrte Ruh
des sichren Friedens einer Stube sehen
und schließt sie vor uns grausam wieder zu.
Die herrenlosen Katzen in den Gassen,
die Bettler, nächtigend im nassen Gras,
sind nicht so ausgestoßen und verlassen
wie jeder, der ein Heimatglück besaß
und hat es ohne seine Schuld verloren
und irrt jetzt durch der Fremde Labyrinth.
Die Eingebornen träumen vor den Toren
und wissen nicht, dass wir ihr Schatten sind.

Max Herrmann-Neiße