Pfarre

St. Stefan an der Gail

Aus der Chronik unserer Pfarre St. Stefan an der Gail

Geschichte und lebendiges Pfarrleben

Ein Blick in die Pfarrchronik

Einleitung:

St. Stefan an der Gail (Foto vor 1940, Pfarrarchiv).
St. Stefan an der Gail (Foto vor 1940, Pfarrarchiv).

Auf dieser Website wollen wir nicht nur über das aktuelle Geschehen in der Pfarre laufend informieren und zu wichtigen Themen, die unser Glaubensleben und die Katholische Kirche betreffen, eine Aussage treffen, sondern auch über die Geschichte der Pfarre St. Stefan und der zum Pfarrverband gehörenden Pfarre St. Paul, aus Chroniken der beiden Pfarren sowie aus anderen Chroniken berichten.

Wir haben im Dezember 2018 mit Eintragungen in der Pfarrchronik aus den damaligen Jubiläums-Jahren sowie einigen Informationen zu den Jahren danach begonnen. In der Bildergalerie gibt es Fotos zu besonderen Ereignissen bis 2016. Ab 2017 finden Sie viele Berichte im Hauptartikel „Aktuelles“.

Unser Bestreben ist es, diesen Hauptartikel laufend zu ergänzen und wir wollen vor allem bedeutende geschichtliche Ereignisse, Daten oder Jubiläen zum Anlass für unsere Arbeit an diesem Thema nehmen. Einige Berichte finden Sie auch im Downloadbereich dieses Hauptartikels.

Natürlich haben wir bei Auszügen aus der Pfarrchronik bestimmte Regeln einzuhalten, insbesondere was den Datenschutz betrifft. Zitierungen aus der Pfarrchronik oder aus den Medienberichten erfolgen entsprechend der Schreibweise zum jeweiligen Zeitpunkt.

Neue Berichte ab Jänner 2021, Inhalt: Dorflinde St. Stefan, Kalvarienbergkirche St. Stefan, Filialkirche St. Anton, Filialkirche Steben, Orgel in der Pfarrkirche:

1951 – Die jahrhundertealte Linde bricht infolge der Schneelast

Bildunterschrift (Bildrechte sind zwingend anzugeben!)
Kirchenplatz in St. Stefan (1938): Pfarrkirche, das Schulhaus wurde damals umfassend renoviert. und die jahrhundertealte Dorflinde. (Bild: Gemeinde St. Stefan, im Buch der Gemeinde, 2000).

Pfarrer Anton Pelnar hat in der Pfarrchronik im Jahre 1951 vermerkt: „Das heurige Jahr hat schrecklich begonnen! Der schreibende Ortsseelsorger und Pfarrer ist bereits 52 Jahre hier tätig. Kann sich aber nicht erinnern, daß es jemals solche Unmaßen von Schnee gegeben hätte wie heuer.“

Anfang Jänner 1951 – also vor 70 Jahren – hat die Schneelast von der Dorflinde in St. Stefan einen Teilstamm abgedrückt. Der Rest der Linde stellte eine Gefahr dar und musste daher in der Folge geschlägert werden.

Der mächtige Lindenbaum hatte ein Alter von über 800 Jahren und stand unter Naturschutz. Die Linde hatte einen Holzaufbau, auf dem zu den Kirchtagen die Musikanten saßen. Ein Bild vom Kirchenplatz St. Stefan, ca. 1910, finden Sie in der Bildergalerie.

Die Kirchtage in den Pfarren St. Stefan und St. Paul:

Bildunterschrift (Bildrechte sind zwingend anzugeben!)
Kirchtag in St. Stefan um 1950. Mädchen in Gailtaler Tracht bei der alten Linde. (Foto: Pfarrarchiv)

Hinweis, aktueller Artikel auf dieser Pfarrwebsite:

Der Kirchtag erinnert uns: „Wir sind Kirche!“
Infos zu diesem Brauchtum und den Kirchtagen 2020 (auch aus den Chroniken) - mit Audio- und Videoaufnahmen.
Link dazu.

1771 – Mit dem Bau der Kalvarienbergkirche wurde begonnen

Bildunterschrift (Bildrechte sind zwingend anzugeben!)
Kalvarienbergkirche in St. Stefan im Gailtal um 1815 (Archiv der Diözese Gurk in Klagenfurt).

Der Friedhof von St. Stefan befand sich einst um die Pfarrkirche. Im 18. Jh. wurde der Friedhof auf den Kalvarienberg verlegt. Dorthin führt ein steiler Weg mit 14 Kreuzwegstationen, die 1766 errichtet wurden.

Mit der Errichtung der Friedhofskapelle, auch Kalvarienbergkirche genannt, wurde 1771 – also vor 250 Jahren – begonnen, 1773 wurde sie geweiht und im Jahre 1864 wesentlich umgebaut und restauriert. Seit 1983 wird die Filialkirche auch als Aufbahrungshalle genutzt.

Weitere Infos zur Kalvarienbergkirche im Hauptartikel "Friedhofskapelle und Kreuzwegstationen, Folder über den Pilger- und Wanderweg". Link dazu.

1971 / 1972 – Filialkirche St. Anton innen restauriert, Blasius-Statue gestohlen

Bildunterschrift (Bildrechte sind zwingend anzugeben!)
Windische Höhe mit Filialkirche St. Anton und Ausblick in das untere Gailtal (ca. Mitte des 20 Jh., Foto: Reinhold Kandolf, Hermagor, im Buch über die Gemeinde St. Stefan, 2000.)

Auf der Windischen Höhe befindet sich die Filialkirche St. Anton. Der ursprüngliche Bau wurde in der Spätgotik errichtet, in der Folge barockisiert. Der Hauptaltar wurde um 1710 errichtet. Diese Kirche wurde immer wieder restauriert, zuletzt im Jahre 2017. Im Jahre 1971 – vor 50 Jahren – schrieb Pfarrer Johann Schmidt in die Pfarrchronik: „Auf Drängen des Bundesdenkmalamtes wurde in Jahre die Filialkirche St. Anton auf der Windischen Höhe innen restauriert. Innenfärbelung, Restaurierung des Hochaltares und der beiden Seitenaltäre. Neu Fenster.“

Der linke Seitenaltar aus dem Anfang des 18. Jh. hat als Mittelfigur den hl. Blasius, die 1972 gestohlen wurde. „Die Bevölkerung von Matschiedl, Pörtschach und Pölland hat in der Folge eine neue Blasiusstatue gestiftet“, vermerkte Pfarrer Schmidt im Buch „St. Stefan im Gailtal. Natur – Kultur – Geschichte einer Kärntner Landgemeinde“, herausgegeben 2000.

Link zum Hauptartikel Filialkirche St. Anton auf der Windischen Höhe (in der Folge auch zu Infos über die Dorfkapelle in Matschiedl sowie die Trachtenkapelle Alpenland Matschiedl).

1976 - Filialkirche Steben bei den Erdbeben stark beschädigt

Bildunterschrift (Bildrechte sind zwingend anzugeben!)
Filialkirche Steben - vor der 1982 erfolgten Renovierung (Bild: Pfarrarchiv).

Auf einem Bergvorsprung hoch über Köstendorf befindet sich die Filial- und Wallfahrtskirche Steben. Sie wird 1466 erstmals erwähnt.
Durch die Erdbeben im Jahre 1976 wurde die Kirche stark beschädigt. 1982 erfolgte die Sanierung. Ein weitere Renovierung und Restauierung wurde in den Jahren 2013 bis 2016 vorgenommen.

Ausführliche Infos zur Kirche Steben im Hauptartikel "Filialkirche Steben". Link dazu.

1996 – Orgel der Pfarrkirche St. Stefan renoviert

Orgel in der Pfarrkirche St. Stefan. Bild: Hermann Fritz.
Orgel in der Pfarrkirche St. Stefan. Bild: Hermann Fritz.

Unser Organist Hermann Fritz hat im Jahre 2017 einen interessanten Artikel mit dem Titel „Unsere Orgeln – wertvolles Erbe und Auftrag“ geschriebenen.
Aus diesem Artikel: Die Orgel in der Pfarrkirche St.Stefan wurde um 1800 vom Villacher Orgelbauer Franz König erbaut und im Jahre 1851 – vor 170 Jahren – von Josef Grafenauer umgebaut und erweitert. Sie ist eine rein mechanische Schleifladenorgel mit einem Manual und angehängtem Pedal und 9 Registern.
Im Jahre 1996 wurde sie gründlich renoviert und mit einem elektrischen Gebläse versehen. Sie ist eine der Kostbarkeiten in der Pfarrkirche St. Stefan." Link zum gesamten Beitrag auf unserer Pfarrwebsite.

Stefanitag – Patrozinium in der Pfarrkirche St. Stefan an der Gail (1990):

Pferdesegnung am Stefanitag bei der Pfarrkirche St. Stefan im Jahr 1990 (Bild: Stefan Sternig, Edling).
Pferdesegnung am Stefanitag bei der Pfarrkirche St. Stefan im Jahr 1990 (Bild: Stefan Sternig, Edling).

Stefanitag 1990: Pfarrer Johann Schmidt schrieb im Jahre 2000 im Buch „Gemeinde St. Stefan im Gailtal. Natur – Kultur – Geschichte einer Kärntner Landgemeinde“ in seinem Beitrag „Aus dem Pfarrleben“ über diesen Feiertag: „Am Stephanitag feiern wir unser Patrozinium in St. Stefan. Stephanus ist ja unser Kirchenpatron. Wir ehren ihn in einer feierlichen Messe und sind Gott dankbar, dass er uns einen solchen Fürsprecher gegeben hat. Weil Stephanus Patron für die Pferde ist, folgt nach dem Gottesdienst eine Pferdesegnung.“

Holzrelief „Steinigung des hl. Stephanus“ im Hochaltar der Pfarrkirche St. Stefan. (Bild: PSt).
Holzrelief „Steinigung des hl. Stephanus“ im Hochaltar der Pfarrkirche St. Stefan. (Bild: PSt).

„Das Mittelrelief im Hochaltar aus dem Anfang des 16. Jh. stellt die Steinigung des hl. Stephanus dar und war vermutlich Bestand eines spätgotischen Flügelaltares. Der hl. Stephanus war einer der sieben Diakone der jungen Christengemeinde in Jerusalem und der erste Märtyrer. Er gilt als ältester Pferdepatron, sein Fest wird in St. Stefan am 26. Dez. mit einem Hochamt und anschließender Pferdesegnung gefeiert.“ (aus dem oben erwähnten Buch über die Gemeinde St. Stefan, 2000).

Hinweise:

Stefanitag 2020: Bericht auf der Website der Pfarre. Link dazu.

Hauptartikel: Pfarrkirche St. Stefan zum hl. Stephanus. Link dazu.

Das Gedenkjahr 2020:

Das Jahr 2020 – ein besonderes Gedenkjahr – neigt sich langsam dem Ende zu.

Wir werden erinnert an:
1920 – vor 100 Jahren – Volksabstimmung am 10. Oktober in Südkärnten.
1945 – vor 75 Jahren – Ende des Zweiten Weltkrieges am 08. Mai.
1955 – vor 65 Jahren – Der Staatsvertrages wird am 15. Mai unterschrieben und am 26. Oktober beschloss der Nationalrat die immerwährende Neutralität.

Vor allem zu Allerheiligen und Allerseelen gedenken wir der Verstorbenen. Wegen der Coronavirus-Pandemie waren heuer gemeinsame Gottesdienste und Gräbersegnungen auf den Friedhöfen nicht gestattet. Das Gebet für die Gefallenen und Vermissten der beiden Weltkriege sowie für die Opfer in Kärnten vor der Volksabstimmung im Jahre 1920 gab es bei den hl. Messen in den Pfarrkirchen.

Bereits in den Morgenstunden von Allerheiligen und Allerseelen nahm unser Provisor Marcin Mrawczynski die Gräbersegnung am Friedhof Kalvarienberg vor und im Laufe der beiden Tage wurden die Gräber von vielen Gläubigen besucht und Kerzen angezündet. Die hl. Messen an diesen Tagen wurden in der Pfarrkirche abgehalten. Beim Festgottesdienst zu Allerheiligen waren auch zwei Feuerwehrmänner anwesend, welchen eine Gedenkkerze für das Kriegerdenkmal der Gemeinde übergeben wurde.

Feierlichkeit am 20.10.1957 anlässlich Fertigstellung des Kriegerdenkmales, am Rednerpult Bürgermeister Simon Michorl. (Bild: Pfarrarchiv).
Feierlichkeit am 20.10.1957 anlässlich Fertigstellung des Kriegerdenkmales, am Rednerpult Bürgermeister Simon Michorl. (Bild: Pfarrarchiv).

An dieser Stelle bringen wir in Anbetracht des heurigen Gedenkjahres - 75 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges - einen Auszug aus der Pfarrchronik (Rechtschreibung laut Eintragung).
Pfarrer Anton Pelnar schrieb am 24. Oktober 1957 in die Pfarrchronik: „Der unglückliche Weltkrieg (Anm.: gemeint ist der Erste Weltkrieg) und der demselben nachfolgende haben traurige Consequencen versursacht. Das Elend, Noth, Kriegsfolgen werde ich nicht schildern, wird wohl die Geschichte das ihrige tun. Die dankbare Heimatgemeinde hat es für ihre Pflicht erachtet: diesen Helden ein Erinnerungsdenkmal zu setzen, auf einem würdigen Orte und Platze: am alten, nicht mehr benützbaren Friedhofe, unmittelbar an der Pfarrkirche. Dieses Denkmal wurde am 20. Oktober kirchlich benedieziert. Es war de facto eine erhebende und erhabene, den Helden gebührende Feierlichkeit.“

Opfer der beiden Weltkriege und des Kärntner Abwehrkampfes in der Altgemeinde St. Stefan an der Gail (bis 1972, im Jahre 1973 Zusammenlegung mit der ehm. Gemeinde Vorderberg):
Erster Weltkrieg: 45 Gefallene,
Abwehrkampf: 1 Gefallener,
Zweiter Weltkrieg: 70 Gefallene, 22 Vermisste, vermutlich 1 Heimatopfer,
(Quelle: Buch über die Gemeinde St. Stefan im Gailtal, 2000).

Pfarrchronik St. Stefan – die Jahre 1920 und 1945:

Bericht im Pfarrblatt Sept. 2020:

Die Pfarrchronik vermittelt uns eine gute Vorstellung von vergangenen Zeiten. In diesem Pfarrblatt informieren wir über die Eintragungen (Rechtschreibung wie in der Chronik) zu den heurigen Jubiläums- bzw. Erinnerungsjahren 1920 (Ende Erster Weltkrieg, Kärntner Abwehrkampf und Volksabstimmung am 10. Okt. 1920) und 1945 (Ende Zweiter Weltkrieg).

Pfarrer Anton Pelnar schrieb über die Jahre 1920 bis 1922 sowie das Jahr 1945 in die Pfarrchronik:

Jahre 1920 bis 1922: „Über diese Jahre will ich folgendes registriren: Alle diese drei Jahre waren in wirtschaftlicher Hinsicht miserabel. Die Consequencen des verlorenen Krieges wollen nicht besseren weichen. Man will sich noch imer nicht an die Arbeit gewöhnen. Keine Ordnung!! Genußsucht : Trinken, Spielen, Tanzunterhaltungen an der Tagesordnung! Kein Sparen. Man verdient großes Geld! Man hat aber nichts! Wie gewonen, so zerronen! …“

Jahr 1945: „Nachdem bereits im Jahre 1940 alles slowenische in der Kirche während des Gottesdienstes streng verboten war, ist – nach dem Zerfall des „dritten Deutschen Reiches“ – Österreich wieder auf dem Weg der früheren Selbständigkeit und demgemäß hat das hochwürdige fb. Gurker-Ordinariat dto. 15. Mai 1945 mit Weisungen Nr. 14 folgendes angeordnet: „Sprachenfrage in der Kirche! Damit in der Kirche volle Gerechtigkeit in sprachlicher Hinsicht geschaffen wird, ist der Gebrauch der Muttersprache in der Kirche beim Gebet, Gesang, in der Predigt, in der Christenlehre und Catechese der Zustand des 31. Dezember 1937 herzustellen!“ Damit ist das Unrecht, das der slowenischen Bevölkerung durch das „Hitler-nationale Regime“ zugefügt wurde, wiederum beseitigt. Wie froh alles aufathmet, besonders die älteren Pfarrkinder, die der deutschen Sprache nicht kundig, respektive nur schwach diesselbe verstanden haben, wie man dieses anlässlich der Predigt merkt!!!“

Fronleichnam – ein Blick in die Pfarrchronik (1990):

Fronleichnamsprozession in St. Stefan, 1990 (Bild: PSt.).
Fronleichnamsprozession in St. Stefan, 1990 (Bild: PSt.).

Fronleichnam ist ein beeindruckendes kirchliches Fest. Neben den Festgottesdiensten sind die Prozessionen durch die Orte Tradition geworden. Heuer im Jahre 2020 aber war es anders: Aufgrund der Coronakrise fanden keine Umzüge statt. Daher können wir mit keinem aktuellen Bild aufwarten. Im Archiv haben wir jedoch ein schönes Foto von der Prozession in St. Stefan im Jahre 1990 gefunden.

Pfarrer Johann Schmidt schrieb im Jahre 2000 im Buch „Gemeinde St. Stefan im Gailtal. Natur – Kultur – Geschichte einer Kärntner Landgemeinde“ in seinem Beitrag „Aus dem Pfarrleben“ über diesen Feiertag: „Das Fronleichnamsfest ist für das pilgernde Gottesvolk sehr bedeutend: Bei der hl. Messe wird uns der Leib Christi gereicht, als Speise für unsere Pilgerreise. In der Prozession tragen wir das Allerheiligste durch das Dorf.
Wir zeigen, welchen ‚Schatz‘ wir haben, gehen betend und singend mit Christus durch den Ort und bitten ihn: „Herr, segne uns, unsere Felder und Gärten, unseren Wald und unsere Häuser.“

(Beitrag im Pfarrblatt Juli bis Sept. 2020).

Gedenkjahr 2018:

2018 wurde in Österreich als „Erinnerungs- und Gedenkjahr“ begangen. Den Schwerpunkt stellte die Erinnerung an die Gründung der Republik vor 100 Jahren und an die Ereignisse ab dem März 1938 dar. In den Medien wurde und wird viel darüber berichtet.

Im Rahmen unseres Pfarrblattes haben wir im Dezember 2018 nachstehenden Eintrag des St. Stefaner Pfarrers Anton Pelnar in der Pfarrchronik im Oktober 1918 zur Kenntnis gebracht: „Mit zitternder Hand muß ich schreiben: wir haben den Krieg verloren. Unsere Front in Italien ist durchbrochen worden. Der Italiener drängt gegen uns! Wir sind zusammengebrochen. Unsere Abteilungen lösen sich auf. Oh, wehe dir Österreich! Auch in Frankreich müssen die Deutschen vor der Übermacht des Feindes weichen, auch die müssen unser Schicksal mitmachen! Und was wird werden?? Wae victis!!! (übersetzt: „Wehe den Besiegten!“). Infelix Austria! (übersetzt: „Oh, du unglückliches Österreich!“). Schreibe im October 1918 Anton Pelnar, Pfarrer."

1938 – Österreich wird Teil des Deutschen Reiches:

Pfarrer Anton Pelnar schrieb 1938 in die Pfarrchronik: „Seit März 1938 ist das bisherige „Deutsch-Österreich“ dem großen Deutschen Reiche als Ostmark einverleibt und eingegliedert worden; hiermit fängt eine neue Aera an. Alles alte ist aufgehoben und durch´s neue ersetzt worden.“

Die “neue“ Glocke, die dem hl. Stephanus geweiht ist. (Bild: PSt).
Die "neue" Glocke, die dem hl. Stephanus geweiht ist. (Bild: PSt).

Im Jahre 1939 begann der Zweite Weltkrieg. Laut Pfarrchronik wurden die Glocken der Pfarrkirche
St. Stefan an der Gail am 02. März 1942 abgenommen. Nur eine kleine Glocke der Kalvarienbergkapelle konnte für die Pfarrkirche weiter verwendet werden.
Im Jahre 1951 wurden drei Glocken für die Pfarrkirche hergestellt und wir nehmen an, dass sie auch in diesem Jahre geweiht und aufgezogen worden sind. Sie sind dem hl. Stephanus (Schutzpatron), der hl. Maria und sowie den Gefallenen der beiden Weltkriege gewidmet.

1958 – Gottesdienst auf der St. Stefaner Alm:

In der Pfarrchronik schrieb Anton Pelnar, Pfarrer in St. Stefan vom 17. Jan. 1899 bis 22. Jan. 1962: „Am 20. Juli hat in der Pfarre ein seltener Gottesdienst stattgefunden. „Auf der St. Stefaner Alm wird am 20. Juli um 10 Uhr ein Gottesdienst abgehalten“ wurde schon vierzehn Tage voraus bekannt gegeben, welcher Ruf sich schnell nicht nur in der eigenen, sondern auch in Nachbarpfarren schnell verbreitet hat. Gott der Allmächtige hat in seiner Güte und Gnade einen schönen Tag erschaffen, der eine recht günstige Gelegenheit dargebothen, um sich an diesem Gottesdienste zu beteiligen. Diese hl. Feldmesse fand in der sognannten vlg. „Masur“kapelle statt. 98 gezählte Personen haben an derselben teilgenommen, welche Menschenzahl die Alm gewiss an einem Tage noch nie gesehen!! Ich muß aber wahrheitsgemäß konstatieren, daß man diese Frömigkeit, Andacht und Stillhaltung während der ganzen Abhaltung dieses Gottesdienstes bewundern und über sie geradezu staunen mußte: keine geringste Bewegung war wahrzunehmen. Gott sei Dank hiermit ausgesprochen. Schreibe 22. Juli 1958. Anton Pelnar, Pfarrer.“

Die 2018<strong> restaurierte “Almkapelle“</strong> auf der St. Stefaner Alm. (Bild: PSt).
Die 2018 restaurierte "Almkapelle" auf der St. Stefaner Alm. (Bild: PSt).

Anmerkung zum nebenstehenden Bild: Die Agrargemeinschaft Stefaneralm unter Obmann Ludwig Lackner lud am 28. Juli 2018 – also 60 Jahre später – zu einem Almfest, das mit einem würdigen Gottesdienst, den Provisor Marcin Mrawczynski zelebrierte, begann. Ausführlicher Bericht im aktuellen Artikel: Link zu diesem Bericht.

1965 – Großbrand in St. Stefan:

Der Turm der Pfarrkirche in Vollbrand am 12. Mai 1965. (Foto: Archiv Pfarre St. Stefan).
Der Turm der Pfarrkirche in Vollbrand am 12. Mai 1965. (Foto: Archiv Pfarre St. Stefan).

Ein verheerender Großbrand am 12. Mai 1965 vernichtete den Turm der Pfarrkirche, das Wirtschaftsgebäude des Pfarrhofes sowie des Schlosses Graiffenstein. Die Pfarrkirche, das Schloss und andere Nachbarobjekte wurden stark beschädigt.

Pfarrer Johann Schmidt und der Pfarrkirchenrat bemühten sich in der Folge um die Neuerrichtung des Turmes sowie die Beseitigung der durch den Brand verursachten Schäden, die im Juni 1967 abgeschlossen werden konnten.

Bericht aus der Kleinen Zeitung vom 13. Mai 1965 ist als Download angefügt.

1968: Friedhofskapelle saniert:

Schmölzing - mit dem <strong>Kalvarienberg</strong> (zum Teil noch nicht aufgeforstet). (Pfarrarchiv)
Schmölzing - mit dem Kalvarienberg (zum Teil noch nicht aufgeforstet). (Pfarrarchiv).

Pfarrer Johann Schmidt schrieb in die Pfarrchronik: „Im Sommer 1967 wurde durch Blitzschlag der Turm der Friedhofskapelle zerstört und wurde 1968 wieder saniert. Im Zuge der Sanierung der Ortsdurchfahrt mußte auch der Kanal erneuert werden. Auch die Abwässer von Kirche und Pfarrhof mußten dann in den Kanal eingeleitet werden. An der Ostseite der Kirche wurde durch die Straßenverwaltung eine neue Brüstungsmauer errichtet.“

1993: Lautsprecheranlage für die Pfarrkirche St. Stefan:

Pfarrer Johann Schmidt in der Pfarrchronik: „Im April wurde für die Pfarrkirche eine neue Lautsprecheranlage mit Funkmikrophon angeschafft. Außerdem wurde ein Prozessionsverstärker gekauft“. Pfarrer Schmidt hat sich auch um eine gute technische Ausstattung der kirchlichen Gebäude sehr bemüht und somit die Basis geschaffen, dass Gottesdienste, Andachten und kirchliche Feiern zeitgemäß den Gläubigen vermittelt werden können.

2008: GR Pfarrer Johann Schmidt verstorben:

Requiem mit Bischof Dr. Alois Schwarz in der Pfarrkirche St. Stefan. (Bild: PSt).
Requiem mit Bischof Dr. Alois Schwarz in der Pfarrkirche St. Stefan. (Bild: PSt).

Am 22. März 2008, am Abend des Karsamstags, ist nach längerem Leidensweg, im 49. Priesterjahr, im 76. Lebensjahr, GR Pfarrer Johann Schmidt verstorben. Von 1965 bis 2006 – also 41 Jahre – war er Pfarrer in St. Stefan. Die Begräbnisfeier mit Bischof Dr. Alois Schwarz fand am 28. März 2008 statt. Die Parte sowie ein Auszug aus dem Mitteilungsblatt der Gemeinde St. Stefan sind als Download angefügt.

Priester und Seelsorger nach Pfarrer Johann Schmidt:

Am 31. August 2008 wurde Mag. Seweryn Klimek als neuer Provisor in St. Stefan begrüßt.<br />
Rechts Dechant Günther Dörflinger. (Bild: Pfarre St. Stefan).
Am 31. August 2008 wurde Mag. Seweryn Klimek als neuer Provisor in St. Stefan begrüßt.
Rechts Dechant Günther Dörflinger. (Bild: Pfarre St. Stefan).

Seit der Pensionierung von Pfarrer Johann Schmidt mit Ende 2006 war der Hermagorer Stadtpfarrer Günther Dörflinger Provisor in St. Stefan. Laut Pfarrchronik hat Bischof Dr. Alois Schwarz dem Obmann des Pfarrgemeinderates Stefan Sternig nach dem Begräbnis von Pfarrer Johann Schmidt mitgeteilt, dass die Pfarre St. Stefan wieder einen eigenen Priester bekommen wird. Mit 01. Sept. 2008 wurde dann Mag. Seweryn Klimek zum Provisor von St. Stefan bestellt.

Offizielle Amtseinführung von Provisor Mag. Marcin Mrawczynski in St. Stefan am 09. Sept. 2012. Links: Diakon Michael Ebner, rechts: Dechant Günther Dörflinger. (Bild: Pfarre St. Stefan).
Offizielle Amtseinführung von Provisor Mag. Marcin Mrawczynski in St. Stefan am 09. Sept. 2012. Links: Diakon Michael Ebner, rechts: Dechant Günther Dörflinger. (Bild: Pfarre St. Stefan).

Seit 01. Sep. 2012 leitet Mag. Marcin Mrawczynski – „Pfarrer Martin“ – die Pfarren St. Stefan und St. Paul als Provisor (in der Pfarre Vorderberg von 2012 bis 2016). Am 09. Sept. 2012 erfolgte beim Gottesdienst in St. Stefan die offizielle Amtseinführung. Der neue Provisor im Pfarrblatt Sept. 2012: „Es freut mich, dass wir jetzt gemeinsam dem HERRN entgegengehen können. Ich bitte Sie um Verständnis und Unterstützung.“

Weitere Chronikberichte

Informationen aus den Chroniken der Pfarren St. Stefan und St. Paul zu den Jahren 1869, 1894, 1899, 1919, 1929, 1939, 1959, 1969, 1989 und 1994.

Festlichkeiten am 25. Juni 1989 in St. Paul: 200 Jahre eigene Pfarre und Diamantenes Priesterjubiläum BGR Ludwig Jank (1903–1998). (Foto: Hermann Fritz).
Festlichkeiten am 25. Juni 1989 in St. Paul: 200 Jahre eigene Pfarre und Diamantenes Priesterjubiläum BGR Ludwig Jank (1903–1998). Neben dem Jubilar: Landesrat a. D. Alt-Bgm. Hans Schumi (links) und Bgm. Hans Ferlitsch (rechts).
(Foto: Hermann Fritz).

Pfarre St. Stefan: Pfarrer Anton Pelnar, Brandkatastrophe 1919 (mit Bild), Aus den Chronikeinträgen 1929 (Pfarrkirche elektrisches Licht), 1939 (Beginn Zweiter Weltkrieg), 1959 (Firmung in St. Stefan, Bild), 1969 (neue Volksschule) und 1994 (Turmuhr).

Pfarre St. Paul: Hinauf auf Pfarrchronik (verfasst von Ing. Stefan Pirker), Aus den Chronikeinträgen 1869 (100 Jahre Pfarre St. Paul), 1894 ((St. Josef Bruderschaft), 1929 (Primiz Ludwig Jank), 1959 (Kirchenrestaurierung), 1969 (Provisor Johann Schmidt), 1989 (Priesterjubiläum Ludwig Jank) und 1994 (200 Jahre Pfarre St.Paul).

Download: Zeitungsbericht 1889 – erster Christbaum in St. Stefan.

Details finden Sie im aktuellen Beitrag vom 22.11.2019. Link zu diesem aktuellen Beitrag.

Hinweise:

Pfarrkirche St. Stefan an der Gail, Beschreibung auf Wikipedia:

Link zum Beitrag auf Wikipedia.

Liste der denkmalgeschützten Objekte in Sankt Stefan im Gailtal:

Link zu dieser Auflistung.

Peter Sternig

Anmerkung:

Dieser Beitrag wurde erstellt und erstmals veröffentlicht am 30.12.2018, in der Folge mehrmals geändert und ergänzt, zuletzt am 13.01.2021.