“Laudato Si” konkretisieren

"Ökologische Umkehr" gemeinsames Anliegen aller Kirchen

Umweltenzyklika “Laudato Si“ (© Foto: Herder Verlag)
Umweltenzyklika “Laudato Si“ (© Foto: Herder Verlag)

(KAP) Die Ökumenische Sommerakademie im Stift Kremsmünster, die am Freitag, 14.07.2017 zu Ende ging, war heuer dem Thema "Schöpfungsethik" gewidmet. Den Klimawandel zu verlangsamen und die Umwelt nachhaltig zu schonen kann nur dann gelingen, wenn es neben technologischen Maßnahmen auch zu einem grundsätzlichen Umdenken in der Gesellschaft und zu einem maßvolleren Lebensstil kommt, wozu die Kirchen einen wesentlichen Beitrag zu leisten hätten: Das war der Tenor am Freitag bei der Abschlussdiskussion der 19. Ökumenischen Sommerakademie im Stift Kremsmünster. Der Kärntner Bischof Alois Schwarz, der oberösterreichische evangelische Superintendent Gerold Lehner und der serbisch-orthodoxe Bischof Andrej Cilerdzic referierten und diskutierten über den notwendigen Beitrag der Kirchen zu dieser ökologischen Umkehr.

"Laudato si" konkretisieren

Bischof Schwarz erinnerte u.a. daran, dass die österreichische Bischofskonferenz 2015 für alle heimischen Diözesen vorgegeben hatte, bis 2017 die Umweltenzyklika "Laudato si" von Papst Franziskus zu konkretisieren. Dazu gehörten u.a. nachhaltige Leitlilien aller Diözesen, eine Klimaschutz- und Energiestrategie samt Umsetzungsplan sowie eine öko-soziale Beschaffungsordnung. Über gemeinsame kirchliche Kaufentscheidungen solle dabei die gesamte Wirtschaft öko-sozial beeinflusst, so das Ziel der Bischöfe. Bischof Schwarz ist in der Österreichischen Bischofskonferenz u.a. für das Thema Ökologie zuständig.

In der Diözese Gurk, der Schwarz vorsteht, wurde vor Kurzem entsprechende Leitlinien verabschiedet, die die 336 Pfarren und andere Einrichtungen der südlichsten Kirchenprovinz Österreichs zu nachhaltigem Wirtschaften verpflichten.

"Jede Pfarre soll künftig einen Umweltbeauftragten haben, nach Möglichkeit erneuerbare Energiesysteme installieren und Energiekennzahlen veröffentlichen. Auch Konsum von fair gehandelten Bio-Produkten und Reduktion des Müllaufkommens sind Teile der "Entscheidungs- und Orientierungshilfe".

Bischof Schwarz wies weiters auch auf kirchliche ökumenische Initiativen wie die kirchliche Schöpfungszeit, die Aktion "Autofasten" oder die spirituell-ökologische Bildungsinitiative "Pilgrim" hin. Für 2018 hätten die Kirchen zudem einen Umweltpreis für Pfarren ausgeschrieben. Neben den innerkirchlichen Aktivitäten müssten die Kirchen auch verstärkt ökologische Initiativen wie ethische Geldanlagen oder die öko-soziale Marktwirtschaft unterstützen und fördern, sagte der Bischof. Er sprach sich auch für eine ökologische Steuerreform aus.

Über all dies hinaus müsse die Kirche aber auch zu einem fundamentalen Umdenken in der Gesellschaft beitragen. Schwarz ging kritisch mit der allumfassenden Digitalisierung der Gesellschaft ins Gericht und rief dazu auf, das gängige Konsumdenken bzw. die dazu verleitende Werbung kritisch zu hinterfragen.