Organisation

Referat für Schöpfungsverantwortung

Essen mit gutem Gewissen

Bauern, Ärzte und Konsumenten für biologische Landwirtschaft

Hans Kreschischnig, Dieter Schmidt, Christian Salmhofer, Ernst Sandriesser (© Foto: Barbara Botthoff-Weißmann)
Hans Kreschischnig, Dieter Schmidt, Christian Salmhofer, Ernst Sandriesser (© Foto: Barbara Botthoff-Weißmann)

Keinen Zweifel an der dringenden Kehrtwende in der gegenwärtigen Ernährungspolitik ließen die Teilnehmer am Film - und Diskussionabend in der Pfarre Klagenfurt - St. Josef. Der oscar nominierte Dokumentarfilm "Food Inc." zeigte schonungslos die Abgründe der US-amerikanischen Landwirtschaft. In der anschließende Diskussion wurden Ursachen und Auswege aus der Lebensmittelkrise erörtert. "Man sollte nur kaufen, was nicht eingepackt ist und wofür keine Werbung gemacht wird", fasste eine Teilnehmerin die Diskussion zusammen.

Auch wenn zu Recht bei der Politik die Handlungsverantwortung gesucht wird, erinnerte Dr. Dieter Schmidt, Umweltmediziner der Ärztekammer Kärnten, die TeilnehmerInnen daran, dass jede Epidemie oder Seuche durch das Verhalten der Bürger entscheidend beeinflusst werden kann. Neben der EHEC-Krise bringt die großindustrielle Ernährung noch andere epidemische Entwicklungen mit sich: Übergewicht und Diabetes in jungen Jahren werden in wenigen Jahren enorme gesundheitliche Folgeschäden provozieren und Millionen Euro an Behandlungskosten verursachen. Wer billig isst, isst teuer. Dies wird in der derzeitigen Diskussion viel zu wenig beachtet, so Schmidt. 

Der Obmann der Kärntner Biobauern, Johann Kreschischnig, zeigte sich bestürzt über die momentane Kampagne gegen den Biolandbau. Biologische Lebensmittel sind die strengst kontrollierten Lebensmittel in Österreich und trotzdem zweifeln viele Konsumenten an der Qualität, so Kreschischnig.

Christian Salmhofer vom Klimabündnis Kärnten sprach noch einen weiteren wichtigen Aspket an: "Wenn man den Film "Food Inc." Ernst nimmt, dann muss man die Ursachen des EHEC -Skandal auch und vor allem in der Massentierhaltung und der Fleischindustrie suchen, die eine viel größere Lobby in der EU hat als die Gemüsebauern. Auf keinen Fall dürfen jetzt  alle spanischen Bauern oder alle Gemüsebauern verteufelt werden. Der Ausweg kann nur in einer biologischen Landwirtschaft mit fairen und sozialen Arbeitsbedingungen liegen. Und das entscheiden wir als Konsument am Regal".

Abschließend mahnte ein Teilnehmer ein, dass es Christen nicht egal sein darf, wie mit den Tieren in der Landwirtschaft umgegangen wird. Denn letztendlich fällt alles wieder auf den Menschen zurück.

 

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