Pfarre

Klagenfurt-St. Josef-Siebenhügel

Herzensbildung to go

22. April 2026 

Das ganze Leben an einem Abend

So lautete das Thema beim Vortrag „Herzensbildung to go“ von Mag. Dr. Karin Kaiser-Rottensteiner, HOPE-Mentorin, Erwachsenenbildnerin und Familienmensch.
Laut wissenschaftlichen Studien über menschliche Entwicklungsstufen durchschreiten wir unser Leben in Jahrsiebten. Dabei hat jedes Jahrsiebt klare Entwicklungsaufträge wie auch mögliche Krisen und Stolpersteine. Da gibt es die äußeren und später die inneren Lehr- und Wanderjahre, die Tunnelphase, das Wesentlich-Werden, um nur einige zu nennen.

Jetzt möchte ich noch die einzelnen Jahrsiebte ein wenig ausführlicher beschreiben: In den Jahren 1 – 7 geht es vor allem um das Urvertrauen und um das Entwickeln des Selbstbewusstseins. Das heranwachsende Kind fragt einem Löcher in den Bauch, in den Jahren 7 – 14 spielt sich die Pubertät ab. Heutzutage geht dies noch früher einher. Doch wo bleibt in dieser schnelllebigen Zeit die Kindheit? Der junge Mensch möchte die Welt kennenlernen und das „Hotel Mama“ verlassen. So manche „Schicksale“ beschleunigen dann das Erwachsenenwerden. Die Jahre 15 – 21 sind die Zeit Spätpubertät. Viele junge Leute reiben sich da an der gesellschaftlichen Struktur. Die Jahre 21 – 28 werden die äußeren Lehr- und Wanderjahre genannt. „Ich möchte erwachsen sein“ und Beziehungen erleben und auch einen persönlichen Freiraum entwickeln. In den Jahren 28 – 35 beginnt das Leben auf eigene Verantwortung. Es entwickelt sich das Bedürfnis, sich zu „erden“, eine Familie zu gründen und klare Entscheidungen zu treffen. Die Jahre 35 – 42 bergen oft so manche Zweifel und existentielle Fragen in sich. Das Denken wird tiefgründiger. Bin ich am richtigen Ort? Wer bin ich überhaupt? Was ist mein Auftrag? Bin ich in meiner Spur? Was für ein Mensch möchte ich sein? Wie ist mein Glaube? Bin ich dankbar, zufrieden und demütig? Und: Lebe ich mein rechtes Maß? 42 – 49: Der Beginn der „Weisheit“ setzt ein. Und diese Weisheit hat mit Demut zu tun. Die innere Reise beginnt und man ist mehr „bei sich“. Das Wissen um die eigenen Stärken und Schwächen zeigt sich deutlich. 49 – 56: Ich möchte eine führende Persönlichkeit sein und: Kann ich reduzieren? Ins Weniger gehn. 56 – 63: Da geht es hauptsächlich um das Loslassen und das Verzichten auf jugendliche Anmut. Ich darf mich mit dem „Jenseitigen“ auseinandersetzen, eine Wunschliste erstellen, sozusagen „die Liste vor der Kiste“. Gefahr der „dogmatischen Erstarrung – so war es immer“. Die Jahre 63 – 70 werden als die freien Jahre bezeichnet. Im Familienverband geht es darum, auf die Enkel zu schauen, für sie da zu sein und: die ‚Großeltern zu schätzen. Das Gebot der Stunde ist auch: in die Stille gehen und herunterfahren. Ab 70: was passiert da mit mir? Die Gesundheit lässt nach, etc. Das Schlechteste ist: Nicht zu tun! Nicht ständig jammern! Das Älterwerden ist kein Honiglecken. Grundsätzlich: Das Gehirn altert nicht und es arbeitet, wenn ich mich mit allen Generationen in Kontakt setze. Ein guter Zuhörer sein und werden. Vielleicht Fotos von früher anschauen das war ICH einmal. Die Neugier ist der Motor der Entwicklung und gut für die Hirngesundheit. Was passiert, wenn ich von der Erde gehe? Heimkehr zu mir selbst und zum Göttlichen.

Br. Gottfried Ebner

SDB