Organisation

Orgel- und Glockenkommission

Die Orgel der Pfarrkirche Zedlitzdorf

Zedlitzdorf liegt nördlich von Gnesau im oberen Gurktal. Die Kirche von Zedlitzdorf ist Teil eines kleinen Klosters, das als Karmeliterhospiz durch Kaiserin Maria Theresia 1768 errichtet, jedoch bereits 1787 wieder aufgehoben wurde. Für jede Orgel in unserem Gebiet gibt es zwei Gefahrenquellen: erstens den Holzwurm, zweitens die Organisten. Der Holzwurm ist die Larve des „gemeinen Nagekäfers“, der seine Eier in trockenes Holz legt, aus denen die Larven schlüpfen. Diese fressen sich dann durch das weiche Holz und zerstören somit die Objekte, die sie befallen. Der Nagekäfer bevorzugt kühlere, nicht ganz trockene Gegenstände aus Holz, besonders Einrichtungen von Sakralräumen, ganz besonders Orgeln. Die Barockorgel von Zedlitzdorf, 1759 von Elias Pratzer erbaut, hat(te) aber Glück: Zedlitzdorf liegt auf einer Seehöhe von ca. 1.100 Meter. In dieser Lage gibt es keinen gemeinen Nagekäfer, somit auch keinen Holzwurm. Auch hatte diese Orgel nichts von den Organisten zu befürchten, deren Vorstellung von einem guten Orgelklang sich ca. alle 50 Jahre ändert(e), den man durch Um- und Ausbauten der Orgel erreichen konnte. Diese Orgel blieb bis heute weitgehend unverändert, weil wahrscheinlich einfach kein Geld vorhanden war. Einen Tribut an den Zeitgeschmack musste die Orgel, ebenso wie der Altar, dennoch leisten: Die ursprünglich strahlend blaue Farbe wurde in einen GrünBraun-Ton übergeführt. Die Orgel hat ein Manual mit sechs Registern und ein Pedal mit zwei Registern.

Kurzbeschreibung der Orgel der Pfarrkirche Zedlitzdorf:
Erbauer: Elias Pratzer, 1759

Manual:
Gedeckt 8’
Flöte 8’
Prinzipal 4’
Quint 2 2/3’
Oktave 2’
Mixtur 1 1/3’ 2-fach

Pedal:
Subbass 16’
Oktavbass 8’

Quelle: Broschüre "Kirchenorgeln in Kärnten, Slowenien und Friaul"