Pfarre

Maria Saal

Maria Saaler Dom eingerüstet

Der Blick von der Schnellstraße auf den Maria Saaler Dom ist seit kurzem ein anderer.

Mehrere Gerüstlagen verdecken den gesamten Nordturm bis zu den Giebelfeldern und das  Westwerk. Der Startschuss für die dringend notwendigen Restaurierungsmaßnahmen an den Türmen ist gefallen.

Die immer wieder auftretenden Fragen interessierter Leute - „Wieso und vor allem was wird hier restauriert?!“  - sollen hier kurz erörtert werden.
Im Vorfeld wurde schon über längerem Zeitraum beobachtet, dass neben herabfallenden Dachschindeln sich insbesondere im Bereich der beiden Türme Steinteile, Fugenmörtel  und Putzreste lösten und somit eine akute Gefahr für Menschen darstellten bzw. gegenwärtig sind. Um die Ursache dieser Schäden auf den Grund zu gehen, wurde die Universität für Angewandte Kunst Wien, Institut für Konservierung und Restaurierung, 2010 vom Bundesdenkmalamt Kärnten beauftragt, eine Untersuchung der Doppelturmanlage durchzuführen. Die Bestands- und Zustandserfassung der zwei Türme war schließlich Thema meiner Diplomarbeit, an der ich voriges Jahr über mehrere Monate in Maria Saal arbeitete und den einen oder anderen von Ihnen auch aufgefallen oder begegnet bin. 

Kurz zu meiner Person. Aufgewachsen bin ich in St. Margarethen/Raab (Steiermark). Nach meinem Abschluss an der HTL für Kunst & Design in Graz habe ich mich schließlich für das Studium der Konservierung und Restaurierung in Wien entschieden. Nach meinem Abschluss nach etwa fünf Jahren bin ich nun als Freiberufliche Restauratorin tätig. 

Die erste Besichtigung der Türme mit einer bis zu 35 m weitreichenden Hebebühne, im Zuge der Diplomarbeit, zeigte sich dramatisch, besonders in den obersten Turmabschnitten. Neben teils gerissenen Steinquadern und lockersitzenden Grünschieferbruchsteinen die als absturzgefährdet einzustufen sind, sind ebenso ein Großteil der Gesimse stark zurückgewittert, wodurch sie ihre Funktion als Wasserableitung verlieren.  Diese Schadensbilder  stehen zum einen mit dem Brand von 1669 in Verbindung und zum anderen sind sie vor allem auf die jahrhundertlange natürliche Bewitterung von Regen, Frost und Wind, dem das Mauerwerk ausgesetzt ist, zurückzuführen.  Restauratorische Maßnahmen sind daher nun dringend notwendig um in erster Linie die Bausubstanz zu sichern, sodass die spätgotische Kirche für weitere Generationen erlebbar bleibt.

Ziel der Konservierung und Restaurierung ist es den überlieferten Altbestand zu erhalten ohne dabei das charakteristische und gewohnte Erscheinungsbild des  außergewöhnlichen  Maria Saaler Doms mit seiner  mehr als 500 Jahren Geschichte zu verändern.
Als ausführende Restaurierungsfirma werden Robert Smoley aus Oberdrauburg und sein qualifiziertes Team vor Ort sein, der ich als unterstützende Restauratorin zur Seite stehe. In den nächsten zwei bis drei Monaten werden wir und andere Firmen in Maria Saal tätig sein und stehen jederzeit  gerne für weitere Auskünfte zur Verfügung.

Bettina Unterberger