Grazer Armenpfarrer Gast bei Maria Saaler Gesprächen
Im Gespräch mit Wolfgang Pucher, einem der profiliertesten Priester in Sachen Armut.

Im Rahmen der Interviewreihe „Maria Saaler Gespräche“ , organisiert vom Katholischen Akademikerverband, stellte der Journalist Robert Benedikt einen der profiliertesten Priester in Sachen Armut im eigenen Land, Wolfgang Pucher, vor und interviewte ihn zu seinem unermüdlichen Einsatz für die Ärmsten der Armen (Obdachlose, Bettler, delogierte Menschen, drogensüchtige Jugendliche, vergewaltigte Frauen…). Seit 36 Jahren ist er Pfarrer von St. Vinzenz in Graz. In dieser Zeit betreute er zahlreiche Armenprojekte der „Vinzenzgemeinschaft“, die als ehrenamtliche Laienorganisation im Jahre 1833 entstand, inmitten der Wirrnisse der industriellen Revolution. Konkreter Anlass waren die schlechten sozialen Verhältnisse der damaligen Zeit in Frankreich. Dass es diese heute leider auch noch zur Genüge vor der „Haustüre“ gibt, darüber sprach Pfarrer Wolfgang Pucher in seiner unnachahmlichen gewinnenden und originellen Art vor einem großen interessierten Publikum. Durch seinen unnachgiebigen Einsatz gegen die „hässliche Armut“ in unserer Gesellschaft handelte er sich immer wieder Kritik von örtlichen Behörden ein. Er gilt quasi als„Rebell der Nächstenliebe“, der sich in seiner Tätigkeit für die Armen nicht beirren lässt. – Ein Gesprächsabend, der den ZuhörernInnen die Augen für die Armut in unserer Gesellschaft weit öffnete! (Richard Brachmaier)
Zur Person: In den vergangenen Jahrzehnten gründete Pfarrer Pucher 30 VinziWerke und insgesamt 57 Vinzenzgemeinschaften in Österreich und der Slowakei und schaffte es, mit seinen besonderen Sozialinitiativen vielen obdachlosen Menschen neue Hoffnung zu geben..
Wolfgang Pucher wurde 1973 zum Pfarrer der St. Vinzenz Kirche in Graz berufen. 1991 startete er mit der Initiative VinziBus, die bis heute täglich 70 Obdachlose mit Essen versorgt. 1993 folgte die Gründung des VinziDorfes als Dauerherberge für chronisch obdachlose Menschen. Seit dieser Gründung ist Graz frei von Obdachlosen. Bis heute folgten über 30 weitere Werke, darunter VinziBett, VinziHaus, VinziHelp, VinziMarkt und VinziRast, in denen insgesamt 450 Personen Unterkunft finden und täglich 500 Personen mit Essen versorgt werden können. Mit seinen Projekten gelingt es Pfarrer Pucher täglich, sozial benachteiligten, notleidenen und obdachlosen Menschen zu helfen.