Die ICH - Gesellschaft
Vortrag Antonia Gössinger

Im Rahmen des Modestusfestes sprach Antonia Gössinger zum Thema: die ICH-Gesellschaft:
Antonia Gössinger, seit mehr als 30 Jahren politische Journalistin der Kleinen Zeitung beschreibt eindringlich die derzeitige oberflächliche Begegnungsstruktur der Menschen, ohne Zeit - ohne Inhalt – zerstört durch Handys und Internet. Eine Spassgesellschaft mit viel Egoismus und Ellbogentaktik.
Der zunehmende Individualismus wird prinzipiell nicht negativ wahrgenommen, allerdings führt die sogenannte Erlebnissgesellschaft zum Dominanzverlust der großen Interessensgruppen ( z. B. Kirche, Gewerkschaften ,etc). Die Perspektivenlosigkeit junger Menschen und die zunehmende Ich-Zentriertheit nimmt zu. Jeder kümmert sich nur noch um sich selbst. Die Entsolidarisierung der Gesellschaft führt dazu, dass ein großer Druck auf unserer Jungen liegt - die helle Seite ( Glanz des Erfolgsmenschen ) und die dunkle Seite (soziale Angst, Überforderung, Isolation, Vereinsamung) überfordert und hemmt. Der Sozialstaat überfordert sich auch und kommt an seine Grenzen. Überbordende Fürsorge kann nicht mehr finanziert werden.
Zur Frage, was kann die Kirche tun?
Papst Franziskus verlässt den Elfenbeinturm im Vatikan und geht auf die Menschen zu, wendet sich an die Schwachen der Gesellschaft und spricht mahnende Worte zur gesellschaftlichen Entwicklung – Er soll gehört werden. Die Kirche soll weltlicher werden , der lebensnahe Umgang mit betroffenen Menschen soll gepflegt werden, Die Kirche soll sich den Lebenssituationen der Menschen stellen - Hilfestellung geben.
Nicht zuletzt die wichtige Frage an uns selbst: Welche Bereitschaft haben wir , menschliche und soziale Nähe zu geben , nicht nur anonyme Spenden: das soll jeder für sich selbst überlegen. Solidarität im eigenen Umfeld, am Arbeitsplatz.
Wichtig sei der Perspektivenwechsel (sich in einen anderen hineinzuversetzen), Interesse zeigen und Besinnung auf wahre Werte. Bildung und Inhalte mit Engagement im Umfeld.