Spannendes aus Tansania

Herbstvollversammlung mit über 35 Zuhörern (© Foto: Gudrun Heiser)
Herbstvollversammlung mit über 35 Zuhörern (© Foto: Gudrun Heiser)

Im Fokus der diesjährigen Herbst-Vollversammlung am 21.10.2017 standen die Berichte der 4 diesjährigen Praktikantinnen, die in einem äußerst lebendigen Treffen erfreulicherweise über 35 Zuhörer begeistern konnten.

Intro

Das Treffen begann mit afrikanischer Energie: Renate zeigte Impressionen von Festlichkeiten an der Visitation Girls Secondary School mit aufgenommener Musik der Schülerinnen. Die Stimmung bei solchen Festen, Aufführungen und auch bei Gottesdiensten ist sehens- und vor allem auch hörenswert. Im Anschluss daran fährt Sr. Monika mit einem Gebet in Suaheli fort.

Neuigkeiten aus Tansania

Als Überblick über die diesjährigen Schulaktivitäten berichtete uns Renate von den Graduations die vor kurzem stattfanden, der abgeschlossenen Ernte (die Schule deckt einen Teil ihres Eigenbedarfs an Nahrung selbst) und der bevorstehenden großen Prüfung am 30.10., die mit unserer Zentralmatura vergleichbar ist. Für die Klassen 1-4 wird am 7.12. Schulschluss sein, bevor es 2018 in das nächste Schuljahr geht. Für die 5. und 6. Klasse ist bereits jetzt - Ende Oktober Schulstart.

Die Schule hat mittlerweile eine Größe von 400-500 Schülerinnen erreicht, mit Klassengrößen von rund 40 Schülerinnen.

Erfreulicherweise hat die Visitation Girls Secondary School dieses Jahr wieder sehr gut im nationalen Schulvergleich abgeschnitten: die High-School (5.-6. Klasse) hat den 59. Rang von 808 vergleichbaren Schulen erreicht, beim O-Level (Abschluss der 4. Klasse) den 71. Platz von 5800 vergleichbaren Schulen.

Amazon Smile

Im Laufe des Jahres konnte sich der Verein auch zum Spendenprogramm von Amazon Smile anmelden. Christoph stellte die dadurch geschaffene Möglichkeit vor: Amazon bietet über ihr Programm Amazon Smile an, dass 0.5% vom Kaufwert ohne Mehrkosten für den Käufer an einen spendenbegünstigten Verein - zum Beispiel unseren - auf Kosten Amazons fließen.

Aufgrund der steuerlichen Spendenabsetzbarkeit unseres Vereins ist es möglich an diesem Programm teilzunehmen, das für den Verein keinerlei Zusatzkosten oder Aufwendungen bedeutet. Dadurch gelingt es uns vielleicht den Kreis der Unterstützer vergrößern zu können.

Erreicht wird das Spendenprogramm über https://smile.amazon.de. Beim ersten Aufruf muss nach dem Einloggen mit dem Amazon-Benutzerkonto zuerst der begünstigte Verein angegeben werden, z.B. über die Suche nach „Sanya Juu“. Anschließend kann mit dem üblichen Bestellvorgang fortgefahren werden. Für zukünftige Sitzungen wird die spendenbegünstigte Institution gespeichert.

Direkt bei unserem Verein landet man über folgenden Link: https://smile.amazon.de/ch/45-48-17772

Bericht des Kassiers

Darauf anschließend berichtete unsere Kassier-Stellvertreterin Helga von den diesjährigen Vereinsausgaben. Die „Friends of Sanya Juu“ konnten erfreulicherweise auch dieses Jahr wieder zahlreiche Schülerinnen mit (in Summe) 18.000 Euro unterstützen. Die nächste halbjährliche Schulgeldzahlung für das 1. Halbjahr 2018 folgt noch Ende des Jahres mit 9.000 Euro.

Das Internet, das in den letzten Jahren ebenfalls vom Verein organisiert und bezahlt wurde läuft nun direkt über die Schule und wird von Sr. Digna (aktuelle Direktorin an der Schule) verwaltet und auch finanziert.

Vereinsgeschichte

Als Übergang zum Hauptteil des Treffens – die Berichte der diesjährigen Praktikantinnen – beschreibt Renate aufgrund der hohen Anzahl neuer Gesichter im Publikum die Geschichte des Vereins, von KIA bis zur Visitation Girls Secondary School sowie den primären Vereinszielen, die den Verein in den vergangenen Jahren geprägt haben und ihn bis heute begleiten.

Praktikantinnen berichten: Teil 1 mit Anna, Hannah und Magdalena

Anna, Hannah und Magdalena haben rd. 6 Wochen in Tansania, v.a. in der Korongoni Parish in Moshi verbracht. Dabei durften sie knapp 3 Wochen im Kindergarten mitarbeiten, in dem rund 120-140 Kinder im Alter von 3-6 Jahren zwischen 08:00-13:00 unterrichtet werden.

Zu Beginn wurden uns die Gepflogenheiten im Kindergarten und das allgemeine Leben in der Parish näher gebracht. Der gute Draht der Praktikantinnen zu den Kindergartenkindern zeigte sich sehr rasch in einem Video bei dem die Kindergartenkinder, die gerade erst Englisch lernen, das Kinderlied Frère Jacques (Bruder Jakob) auf Deutsch vorsingen.

Als Teil des Tagesablaufs durfte auch ein Bericht über Kulinarisches nicht fehlen, das durchaus interessante Erinnerungen hinterließ: so muss man sich erst daran gewöhnen, Fleischstücke einer als Ganzes angerichteten Ziege genießen zu können. Aus Dankbarkeit kochten Anna, Hannah und Magdalena auch mehrmals in der Parish, was sich als durchaus herausfordernd erweisen kann: beim Kaiserschmarrn fehlte der doch sehr hilfreiche Mixer und für die Wiener Schnitzel mussten erst ganze Fleischstücke am Markt gekauft und anschließend entsprechend herausgeschnitten werden.

Erfreuliche Entwicklungen hörte man über das Health Center Kikavu, einem Krankenhaus, bei dem man unter den folgenden 3 Bedingungen gratis behandelt wird:

  • Man muss das Wasser zu Hause abkochen (Schutz vor Krankheiten)
  • 1 Baum (z.B. Orangenbaum) muss angepflanzt werden (als Gegenbewegung zur Abholzung)
  • Man muss sich zu Hause die Hände nach dem WC-Gang waschen (Hygiene als Schutz vor Krankheiten)

Wochenendausflüge, teils mit Dala-Dala – den sehr überfüllten tansanischen Öffis - rundeten den Afrikaaufenthalt ab. Man glaubt gar nicht wieviele Passagiere in einen Kleinbus mit 8-12 Sitzen passen…

Ein eintägiger Aufenthalt an der Visitation Girls Secondary School durfte natürlich nicht fehlen -  besonders positiv ist den Praktikantinnen die sehr gute Ausstattung an der Schule aufgefallen. Erwähnenswert sind auch die sogenannten „Smart Areas“, das sind Gebiete im Schulgelände die die Schülerinnen zur körperlichen Betätigung im Laufen ohne zu reden passieren sollen.

Auch eine 5-tägige Safari zum Lake Manyara, Tarangire- und Ngorongoro-Nationalpark waren Teil des Aufenthalts. Spannend war insbesondere auch der Besuch bei den Bushmen, ein Volk, das v.a. durch ihre Klicklaute in ihrer Sprache bekannt ist. Die Bushmen haben in einer Exklusivvorstellung ihrer Fähigkeiten eine wilde Eule und ein Eichhörnchen mit Pfeil & Bogen gejagt und auch zum Abschuss gebracht und anschließend am Lagerfeuer zubereitet – so viel sei gesagt: Eule schmeckt zäh.

Die sehr spannenden Erzählungen von Anna, Hannah und Magdalena haben beim Publikum jedenfalls einen guten Eindruck vom Leben und den gesammelten Erfahrungen in Tansania hinterlassen.

Praktikantinnen berichten: Teil 2 mit Elisabeth

Ganz anders setzte Elisabeth mit ihren Schilderungen fort. Die Pflegeassistentin durfte ab 25.5. rund 1 Monat in Tansania verbringen.

Sie startete mit Eindrücken von ihren Herausforderungen vor Antritt der Reise, die von Unsicherheiten, Zweifeln Anderer usw. geprägt waren.

In Tansania angekommen stand als ausgebildete Pflegeassistentin im Wolfsberger KH natürlich der Besuch einiger Krankenhäuser am Plan. Wider Erwarten musste Elisabeth auch sehr spontan als Geburtshelferin einspringen. Die hygienischen Bedingungen in vielen der Krankenhäuser entsprechen leider, v.a. in ländlicheren Gegenden auch bei Weitem nicht dem westlichen Standard.

Das Dorf Kikavu hatte es Elisabeth besonders angetan: nachdem sie von tragischen Familiengeschichten und den Lebensbedingungen einiger Familien gehört hatte musste sie sofort etwas unternehmen: ein Ausflug zum Markt und Elisabeth kehrte mit Matratzen, Kleidung, Thermoskannen u.v.m. im Gepäck zurück. Auch eine Jacke wurde gekauft – wie man eine solche anzieht wusste der Beschenkte aber nicht – woher auch, hatte er eine solche (mit Reisverschluss) noch nie besessen. Ähnlich erging es mit den Keksen für die Kinder - die zuerst nichts damit anzufangen wussten.

Zurück in Österreich hat sie das Schicksal der Menschen weiter begleitet und Elisabeth blieb aktiv: mittlerweile wurde mit Hilfe von Spenden aus einem von ihr organisierten Bücherflohmarkt eine Wasserleitung zum Dorf verlegt und sogar ein ordentlich aus Ziegeln gebautes Haus errichtet.

Vom Afrika-Fieber gepackt, zieht es Elisabeth auch schon wieder nach Afrika – ihr nächster Aufenthalt mitsamt weiteren Teilnehmern folgt bereits im Jänner 2018.

Kommende Vollversammlung

Die nächste Frühjahrsvollversammlung findet am 07.04.2018 um 15:00 im Kloster Wernberg statt.