Arbeit fair teilen.

30 Stunden/Woche sind genug!

Eine Antwort auf die Forderung von Arbeitszeitflexibilisierung

Die Katholische Arbeitnehmer/innen Bewegung Österreich (KABÖ) fordert bei ihrer Frühjahrskonferenz (17./18. März) in Eisenstadt eine Richtungsentscheidung hin zur sukzessiven Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohn- und Personalausgleich.

Die gemeinsame Kampagne für eine 30-Stunden-Woche in Europa haben die Leitungen der deutschsprachigen KAB-Bewegungen aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und aus Südtirol schon 2015 bei einem internationalen Treffen in Nals bei Bozen vereinbart.

30 Stunden sind genug um Erwerbsarbeit, Familienarbeit und gesellschaftliches Engagement miteinander vereinbaren zu können, und das für Männer und Frauen gleichermaßen.

Hohe Produktivität - prekäre Arbeit

Während die Produktivität sich ständig erhöht und weitere Steigerungen durch die Digitalisierung der Produktion - Stichwort Industrie 4.0 - zu erwarten sind, hat sich in der Frage der Verkürzung der Arbeitszeit in den letzten 10 bis 15 Jahren nichts getan. Vielmehr sind die Arbeitsverhältnisse flexibilisiert, die Arbeitszeiten unregelmäßig und die Erwerbsarbeit oftmals prekär geworden, so die Ergebnisse der Diskussion. Zudem werde mehr Arbeit auf das Wochenende und den Sonntag ausgedehnt, auch dort, wo es nicht notwendig ist. Die Erwerbsarbeit, die den Lebensunterhalt sichern soll, beherrscht immer mehr den gesamten Lebensrhythmus, die Gesellschaft wird längst von einer „Rund-um-die Uhr-Ökonomie dominiert“. 

Arbeit neu denken

Themen, wie der Klimawandel und Nachhaltigkeit müssten mit Fragen eines selbstbestimmten und gesunden Lebensstils, mit einem ausreichenden und fairen Einkommen, mit Arbeitszeitverkürzung, damit Erwerbsarbeit, Familien- und Pflegearbeit sowie zivilgesellschaftliches Engagement möglichst im Einklang gebracht werden kann, zusammengebracht werden. Arbeit muss als nachhaltige Arbeit neu gedacht werden unter Berücksichtigung einer Arbeitsgesellschaft, die sich in eine Tätigkeitsgesellschaft transformiert.

Gesellschaft braucht Entschleunigung

Auch bei neuer (kurzer) Vollzeit braucht die Gesellschaft gemeinsame freie Zeit um gesellschaftliches Leben (Ehrenamt, Familie, Freizeit, etc.) zu ermöglichen. Dafür ist auch der arbeitsfreie Sonntag für möglichst viele Menschen zu erhalten.