Organisation

Katholische ArbeitnehmerInnenbewegung/Kirche und Arbeitswelt

LAUDATO SI

Papst ruft Welt zu fundamentalem Umdenken auf

„Die Welt steht vor grundlegenden Zukunftsfragen, die keinen Aufschub mehr dulden und die gemeinsames solidarisches Handeln erfordern!“

Das macht Papst Franziskus mit seiner Enzyklika "Laudato si" deutlich. Mit den herrschenden Maximen eines rein technologischen Fortschrittsglaubens, gepaart mit einem rein auf Gewinn ausgelegten Wirtschaftssystem und Moralvorstellungen, wonach sich jeder selbst der Nächste ist, fährt die Menschheit die Welt und sich selbst an die Wand, so zusammenfassend die Warnung des Papstes. Er ruft die Weltgemeinschaft zu einem fundamentalen Umdenken und jeden Einzelnen zu einem umweltbewussten und nachhaltigen Lebensstil auf. Franziskus wendet sich dabei zugleich an "alle Menschen guten Willens".

Franziskus spricht in "Laudato si" von einer einzigen, umfassenden sozio-ökologischen Krise: Umweltschutz, Armutsbekämpfung und der Einsatz für Menschenwürde gehörten untrennbar zusammen. Ein wirklich ökologischer Lösungsansatz sei deshalb immer auch ein sozialer Ansatz, "der die Gerechtigkeit in die Umweltdiskussionen aufnehmen muss, um die Klage der Armen ebenso zu hören wie die Klage der Erde". Nicht zuletzt, weil von der Öko-Krise die Armen am schlimmsten betroffen seien. Die Lösung könne deshalb für den Papst nur in einer "ganzheitlichen Ökologie" liegen.

Ganzheitliche Ökologie "ist nicht von dem Begriff des Gemeinwohls zu trennen". Dies beinhalte unter gegenwärtigen Bedingungen vor allem auch einen "Appell zur Solidarität" und zu einer "vorrangige Option für die Ärmsten".

"Wir brauchen eine Politik, deren Denken einen weiten Horizont umfasst und die einem neuen, ganzheitlichen Ansatz zum Durchbruch verhilft, indem sie die verschiedenen Aspekte der Krise in einen interdisziplinären Dialog aufnimmt".  

Der Politik allein traut der Papst nicht zu, die großen Probleme der Menschheit in Angriff zu nehmen. Er sieht auf diesem Weg vielmehr die Religionen als wichtigen Dialogpartner. Die Religionen müssten auch untereinander einen Dialog aufnehmen, "der auf die Schonung der Natur, die Verteidigung der Armen und den Aufbau eines Netzes der gegenseitigen Achtung und der Geschwisterlichkeit ausgerichtet ist", fordert Franziskus.