Wenn Laborwerte über die weitere Behandlung entscheiden
Mehr als eine Million Analysen pro Jahr: Die Labore im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder St. Veit/Glan und im Elisabethinen-Krankenhaus Klagenfurt wurden erneut nach ISO 9001:2015 zertifiziert.
Ein kleines Röhrchen Blut kann entscheidende Informationen liefern: Liegt eine Entzündung vor? Arbeiten Leber und Nieren richtig? Ist die Blutgerinnung in Ordnung? Schlägt eine Therapie an? Mehr als eine Million Laboranalysen führen das Krankenhaus der Barmherzigen Brüder St. Veit/Glan und das Elisabethinen-Krankenhaus Klagenfurt jährlich durch. Nun wurde der gemeinsame Labor-Verbund erneut erfolgreich nach ISO 9001:2015 zertifiziert. Für Patient:innen bedeutet das vor allem: Die Abläufe hinter ihren Laborbefunden folgen überprüften Qualitätsstandards.
Wer im Krankenhaus Blut abgenommen bekommt, sieht meist nur den Anfang und später das Ergebnis. Dazwischen muss die Probe eindeutig zugeordnet, richtig aufbereitet, analysiert, kontrolliert und der Befund zeitgerecht übermittelt werden. Im Notfall zählt dabei jede Minute.
Mehr als eine Million Laboranalysen – rund um die Uhr
Im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder St. Veit/Glan werden jährlich rund 750.000 Laboranalysen durchgeführt, im Elisabethinen-Krankenhaus Klagenfurt weitere rund 300.000. Die Ergebnisse unterstützen medizinische Entscheidungen von der ersten Abklärung über Operationen und Therapien bis zur Verlaufskontrolle. Für dringende Untersuchungen steht das Zentrallabor rund um die Uhr zur Verfügung.
„Ein Großteil medizinischer Entscheidungen basiert auf Laborbefunden – von der Diagnosestellung über die Therapieplanung bis hin zur Verlaufskontrolle. Rund um die Uhr stellt das Labor den behandelnden Teams präzise und zeitgerecht analysierte Ergebnisse zur Verfügung und trägt damit wesentlich zu einer sicheren und qualitativ hochwertigen Versorgung unserer Patient:innen bei“, sagt Ärztliche Direktorin Prim. Dr. Mariana Stettin, MPH, Vorständin des Instituts für Medizinische und Chemische Labordiagnostik der Barmherzigen Brüder Graz sowie Ärztliche Leiterin der Labore am Elisabethinen-Krankenhaus Klagenfurt und am Krankenhaus der Barmherzigen Brüder St. Veit/Glan.
Was mit einer Probe im Labor passiert
Verlässliche Laborwerte entstehen nicht allein am Analysegerät. Standardisierte Arbeitsabläufe, moderne Analysentechnik, interne und externe Qualitätskontrollen sowie regelmäßig geschulte Mitarbeitende sichern die Qualität über den gesamten Prozess hinweg.
„Entscheidend ist, dass jeder einzelne Schritt – von der Probenannahme über die Analytik bis zur Befundübermittlung – klar geregelt ist und zuverlässig funktioniert“, erklärt Carmen Neubauer-Weiß, BMA, MA, Bereichsleitung Labor am Krankenhaus der Barmherzigen Brüder St. Veit/Glan. „Die erfolgreiche Rezertifizierung bestätigt die Qualität unserer täglichen Arbeit. Das ist vor allem dem Engagement und der Genauigkeit unserer Mitarbeitenden zu verdanken“.
Im Rahmen der ISO 9001:2015 werden Prozesse und Verantwortlichkeiten überprüft, mögliche Fehlerquellen erfasst und Verbesserungsmaßnahmen umgesetzt. Unabhängige Auditor:innen kontrollieren regelmäßig, ob das Qualitätsmanagement wirksam funktioniert. Die aktuellen Zertifikate sind drei Jahre gültig.
St. Veit/Glan und Klagenfurt arbeiten im Verbund
Die beiden Krankenhauslabore arbeiten eng zusammen. Abläufe und Qualitätsstandards sind aufeinander abgestimmt, die Mitarbeitenden stehen im regelmäßigen fachlichen Austausch. Personelle und technische Ressourcen können standortübergreifend genutzt werden. Das hilft auch, wenn im Routine- oder Notfallbetrieb an einem Standort kurzfristig Unterstützung benötigt wird.
„Die abgestimmten Abläufe und der direkte Austausch zwischen unseren Teams haben sich im Alltag bewährt. Davon profitieren beide Standorte“, sagt Isabella Pinter, Laborleitung am Elisabethinen-Krankenhaus Klagenfurt. Auch für Primaria Stettin steht hinter der erfolgreichen Rezertifizierung vor allem die Arbeit der Mitarbeitenden in den Häusern: „Die Rezertifizierung ist vor allem eine Leistung unserer Mitarbeitenden. Qualität entsteht im Labor jeden Tag neu – durch präzises Arbeiten, klare Abläufe und die Bereitschaft, bestehende Prozesse immer wieder kritisch zu überprüfen und weiterzuentwickeln“.
Wenn aus einem Laborwert eine medizinische Entscheidung wird
Für Patient:innen ist ein Laborbefund oft eine Seite voller Zahlen und Abkürzungen. Für Ärzt:innen liefern diese Werte wichtige Hinweise: Muss eine Erkrankung weiter abgeklärt werden? Ist eine Behandlung notwendig? Wirkt ein Medikament? Kann ein geplanter Eingriff durchgeführt werden?
Deshalb kommt es im Labor nicht nur darauf an, „was“ gemessen wird. Entscheidend ist auch, dass das Ergebnis korrekt zugeordnet, kontrolliert und rechtzeitig verfügbar ist.
Die ISO 9001:2015 bestätigt das Qualitätsmanagementsystem des Labor-Verbundes der Ordensspitäler in Österreich. Sie bewertet nicht die fachliche Kompetenz einzelner Prüfverfahren. Diese kann – sofern vorhanden – durch eine Akkreditierung nach ISO 15189 für medizinische Laboratorien nachgewiesen werden.
Für Patient:innen bleibt ein großer Teil dieser Arbeit unsichtbar. Die Laborergebnisse begleiten jedoch zahlreiche medizinische Entscheidungen – vom ersten Verdacht über die Therapie bis zur Kontrolle des Behandlungserfolgs. Die erfolgreiche ISO-Rezertifizierung bestätigt, dass die dafür notwendigen Abläufe klar geregelt, überprüft und kontinuierlich weiterentwickelt werden.