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Internetredaktion der Diözese Gurk

Trauer um Ernst Waldstein-Wartenberg

"Doyen" des katholischen Laienapostolats in Österreich verstarb im 94. Lebensjahr - Feierliches Requiem im Wiener Stephansdom am 31. Jänner

Wien, 24.01.2019 (KAP) - Trauer in der katholischen Kirche um Ernst Waldstein-Wartenberg: Der langjährige Ehrenpräsident des Katholischen Laienrates Österreichs (KLRÖ) ist am Montag (21. Jänner) im 94. Lebensjahr verstorben. Wie Kathpress am Donnerstagabend von den Angehörigen erfahren hat, findet ein feierliches Requiem für den Verstorbenen am 31. Jänner um 18 Uhr im Wiener Stephansdom mit anschließender Agape im Erzbischöflichen Palais statt. Die liturgische Feier wird der Altabt des Stiftes Heiligenkreuz, P. Gregor Henckel-Donnersmarck, zelebrieren. Die Beerdigung des Verstorbenen findet auf dessen Wunsch im engsten Familienkreis in seinem Geburtsort in Hirschberg in Nordböhmen statt. Eine Seelenmesse im Klagenfurter Dom wird am 24. Februar um 19 Uhr gefeiert.

Ernst Waldstein-Wartenberg (Foto: KKK-Videoscreen - 2012)
Ernst Waldstein-Wartenberg (Foto: KKK-Videoscreen - 2012)

"Doyen" des österreichischen Laienapostolats

Ernst Waldstein-Wartenberg galt zur Zeit seines Wirkens in der katholischen Kirche als "Doyen" des österreichischen Laienapostolats. Geboren 1925 in Hirschberg in Böhmen als Erbe eines großen Vermögens landete er 1945 nach der Vertreibung aus seiner Heimat als mittelloser Flüchtling in Österreich. Vor diesem persönlichen Hintergrund wurde er ein lebenslanger Vorkämpfer gegen nationalen Chauvinismus und für Versöhnung zwischen den Völkern und spielte so eine Schlüsselrolle in der Bewältigung des deutsch-slowenischen Ortstafelstreits im Kärnten der 1970er Jahre.

Versöhnung und Zusammenarbeit zwischen deutscher und slowenischer Volksgruppe in Kärnten

Sein kirchliches Engagement im engeren Sinn begann 1962 bei der Vorbereitung des Österreichischen Katholikentages. 1969 war er entscheidend an der Initiative beteiligt, mit einer Dözesansynode in Kärnten zu einer Versöhnung und neuen Zusammenarbeit zwischen der deutschen und slowenischen Volksgruppen zumindest innerhalb der Kirche beizutragen. Dies war umso wichtiger zumal außerhalb der Kirche mit dem losgebrochenen Kärntner "Ortstafelstreit" die Gräben zwischen den Volksgruppen erneut aufgerissen wurden. Der damalige sozialistische Bundeskanzler Bruno Kreisky berief daraufhin Ernst Waldstein und Valentin Inzko, die beiden eng befreundeten Exponenten der innerkirchlichen Versöhnung der Volksgruppen, in die staatliche Ortstafel-Kommission. Beide konnten Schritte zur Versöhnung im Land bewirken.

Valentin Inzko (li.) und Ernst Waldstein (re.) - Foto: Nedelja
Valentin Inzko (li.) und Ernst Waldstein (re.) - Foto: Nedelja

Präsident der Katholischen Aktion und des Laienrates

Von 1972 bis 1981 war Waldstein Präsident der Katholischen Aktion der Diözese Gurk, von 1986 bis 1990 Präsident des Katholischen Laienrates Österreichs, dessen aktiver Ehrenpräsident er bis zu seinem Tode blieb. Von 1988 bis 1992 fungierte er überdies als Präsident des Europäischen Laienforums. Als quasi ranghöchster katholischer Laie in Europa nützte er diese Funktion, um nach dem Fall des Eisernen Vorhangs in den ehemals kommunistischen Ländern das kirchliche Laienwesen im Aufbau zu begleiten und zu unterstützen.

Vielfach geehrt und ausgezeichnet

Für sein Wirken wurde Waldstein vielfach geehrt. So erhielt er mit dem Komturkreuz mit Stern des Gregorius-Ordens und dem Komturkreuz des Sylvester-Ordens sehr hohe päpstliche Auszeichnungen. Das Land Kärnten verlieh ihm das Große Goldene Ehrenzeichen, von der Diözese Gurk wurde er mit der Hemma-Medaille in Gold und vom Volksrat der Kärntner Slowenen mit der Andrej-Einspieler-Plakette gewürdigt.