Neues Frauenreferat der Diözese Gurk
imFOKUS-Interview mit Frančiška Trpin-Jelovčan über Chancen, Erwartungen und die Zukunft der Frauen in der Kirche
Mit dem neu geschaffenen Frauenreferat setzt die Diözese Gurk ein deutliches Zeichen für die Anliegen von Frauen in Kirche und Gesellschaft. Seit zwei Monaten leitet Frančiška Trpin-Jelovčan die neue Einrichtung. Im Videointerview spricht sie über ihre Aufgaben, die Erwartungen vieler Frauen und darüber, wie mehr Sichtbarkeit und Mitgestaltung gelingen können.
(Foto: KH Kronawetter / Internetredaktion)
Frauen wieder erreichen und begleiten
Warum braucht es überhaupt ein eigenes Frauenreferat? Für Frančiška Trpin-Jelovčan liegt die Antwort auf der Hand: Viele Frauen fühlen sich von der Kirche nicht mehr ausreichend erreicht oder haben im Laufe der Jahre den Bezug verloren. Das Frauenreferat möchte Brücken bauen, zuhören und Frauen eine Stimme geben – sowohl jenen, die aktiv in der Kirche engagiert sind, als auch jenen, die sich eine neue Form der Zugehörigkeit wünschen.
Zusammenarbeit mit bestehenden Organisationen
Im Gespräch geht es auch um die Zusammenarbeit mit der Katholischen Frauenbewegung und dem Katoliško žensko gibanje. Beide Organisationen bleiben wichtige Säulen der Frauenarbeit in der Kirche und sollen künftig noch stärker unterstützt werden. Wie die konkrete Zusammenarbeit aussehen wird, soll im Rahmen eines laufenden Entwicklungsprozesses weiter ausgearbeitet werden.
Mehr Sichtbarkeit und Mitsprache für Frauen
Ein zentrales Thema des Interviews sind die Fragen, die viele Frauen derzeit beschäftigen: Welche Rolle haben Frauen in der Kirche? Welche Möglichkeiten der Mitgestaltung wünschen sie sich? Und welche Veränderungen braucht es, damit Frauen stärker wahrgenommen und gehört werden?
Frančiška Trpin-Jelovčan formuliert dabei ein klares Ziel: Das Frauenreferat möchte zu einer Kirche und Gesellschaft beitragen, in der Frauen gleichberechtigt, sichtbar, gehört und gestärkt sind. Dabei spricht sie offen über Erwartungen an die Kirche und über notwendige Schritte auf dem Weg zu mehr Teilhabe.
Frauen in kirchlichen Ämtern
Besonders interessant sind ihre Überlegungen zur Rolle von Frauen in kirchlichen Ämtern. Viele Frauen wünschen sich eine stärkere Beteiligung bis hin zur Priesterweihe. Trpin-Jelovčan begegnet dieser Debatte differenziert: Für sie persönlich wäre das Priesteramt unter den derzeitigen Rahmenbedingungen keine erstrebenswerte Perspektive. Als wichtigen Schritt sieht sie jedoch die Möglichkeit eines Diakonats für Frauen, das deren Verantwortung und Mitwirkung in der Kirche sichtbar erweitern könnte.
Gleichzeitig verweist sie auf die zahlreichen Frauen, die bereits heute Verantwortung übernehmen – etwa als Lektorinnen, Begräbnisbegleiterinnen oder in anderen pastoralen Diensten. Die Erfahrungen damit seien vielfach positiv. Frauen brächten eigene Perspektiven, besondere Sensibilität und wertvolle Kompetenzen in das kirchliche Leben ein.
Wunsch an die Kirchenleitung
Zum Abschluss richtet sie einen Wunsch an die Kirchenleitung: Frauen sollen nicht nur das Gefühl haben, gehört zu werden – ihre Stimmen, Erfahrungen und Ideen sollen tatsächlich in Entscheidungen einfließen und die Zukunft der Kirche mitgestalten.
Das vollständige Videointerview bietet spannende Einblicke in die Arbeit des neuen Frauenreferats, aktuelle Herausforderungen und die Perspektiven von Frauen in der Kirche Kärntens.