Mobile Palliativbetreuung muss ausgebaut werden
Eine vom Krankenhaus der Barmherzigen Brüder St. Veit durchgeführte Evaluierungsstudie sieht Handlungsbedarf

Palliativ-Pflege und Palliativmedizin bemühen sich um die Verbesserung der Lebensqualität von Pflegebedürftigen mit unheilbaren, lebensbedrohlichen oder terminalen Erkrankungen. - Expertinnen und Experten aus ganz Österreich diskutierten von 8. bis 10. Dezember 2011 die Vielfältigkeit der Anforderungen in der palliativen Pflege. Im Rahmen dieser Fachtagung stellte das Mobile Palliativteam des Krankenhauses der Barmherzigen Brüder St. Veit/Glan Ergebnisse einer Bedarfserhebung in Pflegeeinrichtungen und unterstrich dabei die Bedeutung von mobiler palliativer Betreuung in Pflegeheimen.
Im Sinne der Qualitätssicherung wurden 64 Dienstnehmer in 16 Heimen im Bezirk St. Veit/Glan befragt, um das Wirken des Mobilen Palliativteams seit seiner Einführung im Jahr 2007/2008 zu evaluieren. Nach zahlreichen Veranstaltungen zur palliativ-mobilen Betreuung im Rahmen der Implementierung des Mobilen Palliativteams wurden nun seine Bekanntheit, seine Maßnahmen und der damit verbundene Informationsbedarf erhoben:
- 84 Prozent der befragten Pflegekräfte betreuten im vergangen Jahr PalliativpatientInnen.
- Fehlende Personal- und Zeitressourcen und mangelnde Information über die Möglichkeit des Einsatzes des Mobilen Palliativteams wurden als Gründe für ein Nichtanfordern des Teams angegeben, obwohl die Notwendigkeit in 60 Prozent der zu pflegenden Fälle eindeutig zugeschrieben wurde.
- Zwei Drittel der Befragten kennen das Mobile Palliativteam des Krankenhauses St. Veit/Glan.
- 47 Prozent der Pflegekräfte standen bereits mit dem Palliativteam in Kontakt und bewerteten ihre Erfahrungen mit sehr zufriedenstellend (80 Prozent) und zufriedenstellend (20 Prozent).
Die VertreterInnen der regionalen Pflegeheime erwarten sich von der Zusammenarbeit mit einem mobilen Palliativteam:
- Hilfe und Unterstützung für Sterbende, Angehörige, Pflegende und Hausärzte;
- regelmäßigen Kontakt;
- eine ständige Erreichbarkeit
- und neben Beratung und Schulungen eine gute Kommunikation.
„Die Ergebnisse zeigen ganz klar einen dringenden Bedarf an mobiler Palliativbetreuung. Mit Hilfe dieser Evaluierung ist es uns möglich, unser bestehendes Angebot weiter zu optimieren, denn nur so können wir den Patientinnen und Patienten die bestmögliche medizinische und pflegerische Betreuung ermöglichen“, erläutert Mag. Michael Steiner, Gesamtleiter des Krankenhauses der Barmherzigen Brüder in St. Veit/Glan.
Das Mobile Palliativteam des Krankenhauses in St. Veit/Glan - Das Mobile Palliativteam ist ein multiprofessionelles Team, das sich in erster Linie an die Betreuenden zu Hause und in Pflegeinrichtungen wendet (z. B. Angehörige, ärztliches Personal, Pflegepersonen, PhysiotherapeutInnen etc). Es ist beratend und anleitend tätig und bietet seine Erfahrungen in Schmerztherapie, Symptomkontrolle, Palliativpflege und psychosozialer Begleitung an. Die Beratung durch das Palliativteam kann auch von den PatientInnen selbst oder deren Angehörigen in Anspruch genommen werden. In Absprache mit den Betreuenden wird eine gezielte Einbindung, nach Entlassung der PatientInnen aus dem Krankenhaus, in die Pflege und Betreuung zu Hause oder in anderen Pflegeeinrichtungen ermöglicht.