Mitten in der biblischen Geschichte
Militärpfarre Kärnten besuchte die Jubiläumspassionsspiele „Mirjam“ in St. Margarethen
Von 4. bis 5. Juli 2026 organisierte die Katholische Militärpfarre beim Militärkommando Kärnten eine zweitägige Reise zu den Passionsspielen „Mirjam – Stark wie der Tod ist die Liebe“ im Römersteinbruch von St. Margarethen im Burgenland. Rund 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus verschiedenen Bereichen der Militärpfarre sowie aus benachbarten Pfarren nahmen an der Fahrt teil.
Die Organisation lag in den bewährten Händen von Militärpfarradjunkt Vizeleutnant Markus Stromberger. Da Militärpfarrer Militärdekan P. Mag. Anselm Kassin OSB verhindert war, begleitete Dr. Charles Lwanga Mubiru, Stadtpfarrer von Herz Jesu Welzenegg und St. Theresia in Klagenfurt, die Reise als Seelsorger.
Die diesjährigen Passionsspiele standen unter einem besonderen Vorzeichen. 2026 feiern die Passionsspiele St. Margarethen ihr 100 jähriges Bestehen. Was 1926 mit einer kleinen Aufführung im Ort begann, hat sich zu einer der bedeutendsten Passionsspieltraditionen Österreichs entwickelt. Für das Jubiläumsjahr wurde die Leidens und Auferstehungsgeschichte Jesu völlig neu inszeniert. Das Stück „Mirjam – Stark wie der Tod ist die Liebe“, verfasst von Spielleiter Pfarrer Dr. Richard Geier, erzählt die Passion erstmals aus der Perspektive der Maria Magdalena und eröffnet damit einen neuen, bewegenden Zugang zu den Ereignissen von Jerusalem.
Die Leidensgeschichte Jesu kennen die meisten aus dem Evangelium oder aus den Gottesdiensten der Karwoche. Doch sie in einer solchen Kulisse zu erleben, eröffnet eine neue Perspektive. Die eindrucksvolle Naturbühne im Römersteinbruch und das engagierte Spiel der zahlreichen Mitwirkenden ließen die biblischen Ereignisse lebendig werden.
Beeindruckend war nicht nur die schauspielerische Leistung, sondern vor allem die Hingabe, mit der Kinder, Jugendliche und Erwachsene die Botschaft des Evangeliums verkörperten. Besonders die Darstellung der Kreuzigung Jesu bewegte viele Besucherinnen und Besucher. Für einen Moment schien die Zeit stillzustehen. Schmerz, Ohnmacht und zugleich die Hoffnung auf Erlösung wurden eindrucksvoll spürbar.
Doch die Botschaft der Passion endet nicht am Kreuz. Mit der Auferstehung wandelte sich die Atmosphäre. Aus Trauer wurde Hoffnung, aus Dunkelheit Licht. Gerade darin liegt die Mitte des christlichen Glaubens: Das Leben siegt über den Tod und die Hoffnung über die Verzweiflung.
Ein besonders berührender Abschluss erwartete die Pilgergruppe am Ende der Aufführung. Rund 2.500 Besucherinnen und Besucher stimmten gemeinsam in das Lied „Großer Gott, wir loben dich“ ein. Ein abschließendes eindrucksvolles gemeinsames Glaubensbekennung aller Darstellerinnen, Darsteller und Publikum. Dieses eindrucksvolle Zeichen zeigte, dass der christliche Glaube auch heute Menschen verbindet und Gemeinschaft stiften kann.
Den Abschluss der Reise bildete am Sonntagvormittag die gemeinsame Feier der Eucharistie mit der Pfarrgemeinde von St. Margarethen. Sängerinnen und Sänger der Pfarre sowie eine Musikgruppe aus Oberösterreich gestalteten den Gottesdienst schwungvoll und festlich. Die gemeinsame Feier mit der Ortsgemeinde verlieh der Reise einen würdigen geistlichen Ausklang, bevor die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit vielen eindrucksvollen Erlebnissen und bereichernden Begegnungen die Heimreise nach Kärnten antraten.
Die Reise bot nicht nur ein außergewöhnliches Kulturerlebnis, sondern auch viele Gelegenheiten zu Begegnung, Austausch und persönlicher Glaubensvertiefung. Sie machte deutlich, dass biblische Geschichten auch heute Menschen berühren und neue Zugänge zum Glauben eröffnen können. Manchmal braucht es keine langen Erklärungen. Manchmal genügt eine Geschichte, die mit Herz erzählt wird, damit sie das Herz eines anderen erreicht.