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Internetredaktion der Diözese Gurk

Höchste kirchliche Auszeichnung Sloweniens für die Wochenzeitung “Nedelja”

Die slowenische Bischofskonferenz in Ljubljana würdigt slowenischsprachige Kärntner Kirchenzeitung zum 100. Geburtstag als "unverzichtbaren Begleiter der Kärntner Slowenen"

Bei der Verleihung der Auszeichnung Bischof Marketz, Bischof von Novo mesto Saje und Chefredaktuer Gotthardt (Rok Mihevc)
Bei der Verleihung der Auszeichnung Bischof Marketz, Bischof von Novo mesto Saje und Chefredaktuer Gotthardt (Rok Mihevc)

Die wöchentlich erscheinende Kirchenzeitung der slowenischen Minderheit in Kärnten "Nedelja" ist anlässlich ihres 100-jährigen Bestehens mit der slowenischen Auszeichnung des Heiligen Kyrill und Method (Odličje sv. Cirila in Metoda) gewürdigt worden. Die Redaktion um Chefredakteur Vincenc Gotthardt nahm die höchste Ehrung der katholischen Kirche in Slowenien am Dienstag in Ljubljana gemeinsam mit dem Kärntner Bischof Josef Marketz und Herausgeber Janko Krištof aus den Händen von Andrej Saje, dem Vorsitzenden der Slowenischen Bischofskonferenz, entgegen.

Chefredakteur Vincenc Gotthardt dankte bei der Feier für die Ehrung: „Die Nedelja ist die Zeitung der slowenischen Volksgruppe in Kärnten. In diesem Land sind wir mit unserer slowenischen Sprache eine Minderheit. Doch wir müssen das nicht so sehen. In unserer DNA tragen wir alle wichtige Wurzeln in uns, die einander ergänzen.“ Weiter sprach er über die Bedeutung der Nedelja: „Dieser Wurzeln ist sich die Nedelja sehr bewusst. Es sind die Wurzeln des Glaubens und die slowenische Sprache. Mit diesen Wurzeln blicken wir auch von Kärnten aus über einen weiteren Horizont hinaus. Der Glaube verbindet uns zu einer großen Gemeinschaft, und wir müssen uns keineswegs klein fühlen. Wir sind mit den Gläubigen und der Katholischen Kirche im Alpen-Adria-Raum verbunden, und das sind Menschen, denen die slowenische Sprache ebenso heilig ist wie uns. Wir haben also genügend Gründe, uns groß zu fühlen. Die Wurzeln des Glaubens und der Sprache erweitern unseren Horizont und unsere Welt.“

In ihrer offiziellen Begründung würdigen die slowenischen Bischöfe die Nedelja als "unverzichtbaren Begleiter der Kärntner Slowenen"; über ein Jahrhundert hinweg habe sie deren "Glaube, Sprache und kulturelle Identität" getragen. Besonders hervorgehoben wird die Rolle der Zeitung als Bindeglied. In einem mehrheitlich deutschsprachigen Umfeld sei die Nedelja für viele Kärntner Slowenen "der einzige regelmäßige wöchentliche Zugang zur slowenischen Schriftsprache" geblieben.

Die Zeitung wurde 1926 durch sechs Priester der slowenischen Priestervereinigung "Sodalitas" im Gailtal gegründet, nur sechs Jahre nach der Kärntner Volksabstimmung und inmitten einer Phase schwieriger politischer Bedingungen für die slowenische Volksgruppe. Während der NS-Zeit war die Zeitung verboten, nach 1945 erschien sie aber erneut als slowenische Kirchenzeitung der Diözese Gurk. Heute erreicht sie rund 2.600 Abonnentinnen und Abonnenten und gilt damit als wichtiges Medium für die Kärntner Slowenen mit hoher Reichweite innerhalb der Volksgruppe.

In der Würdigung werden zudem zentrale redaktionelle Entwicklungen genannt, darunter die Öffnung für Laienschriftleitung ab den 1970er-Jahren, die Einführung gesellschaftskritischer Kommentare sowie die technische Modernisierung unter späteren Redaktionen. Die seit 1993 bestehende Kulturbeilage habe sich als bedeutendes Forum für literarische und künstlerische Stimmen der Kärntner Slowenen etabliert; Autoren wie Florjan Lipuš oder Gustav Januš wurden dort regelmäßig veröffentlicht.

Die Auszeichnung "Odličje sv. Cirila in Metoda" wird seit 1985 von der Slowenischen Bischofskonferenz vergeben und besteht aus einer bronzenen Medaille sowie einer Urkunde. Es würdigt Personen und Institutionen, die sich durch besonderes Engagement für Kirche, Sprache und Gesellschaft unter den Slowenen ausgezeichnet haben.