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Internetredaktion der Diözese Gurk

Fronleichnam in Klagenfurt: Bischof Marketz ruft zu Zusammenhalt, Hoffnung und Offenheit auf

Mit einem eindringlichen Appell zu gesellschaftlichem Zusammenhalt, christlicher Hoffnung und Verantwortung für das Gemeinwohl hat Diözesanbischof Josef Marketz bei der Fronleichnamsfeier am 4. Juni auf dem Klagenfurter Domplatz die Bedeutung der Eucharistie für die Gesellschaft hervorgehoben. Vor zahlreichen Gläubigen betonte er, dass Fronleichnam weit mehr sei als eine kirchliche Tradition – es sei ein öffentliches Zeugnis für die Gegenwart Gottes mitten unter den Menschen.

Gottes Gegenwart in einer unsicheren Zeit

Zu Beginn seiner Predigt ging Bischof Marketz auf die Herausforderungen der Gegenwart ein. Viele Menschen erlebten die heutige Zeit als schnell, unsicher und von wachsendem Individualismus geprägt. Trotz technischer Vernetzung nähmen Einsamkeit und Orientierungslosigkeit zu. Sorgen um die wirtschaftliche Entwicklung, die Zukunft der Arbeitswelt oder die Chancen kommender Generationen beschäftigten viele Menschen.

Dabei verschwieg der Bischof auch die Tatsache nicht, dass viele Menschen heute Zweifel am Glauben hätten. Umso wichtiger sei das gemeinsame Zeugnis der Gläubigen am Fronleichnamstag.

„Es gibt viele, die Zweifel an Gott haben. Deswegen ist es so gut, dass heute so viele hier sind und wir zeigen können: Es gibt auch ganz viele, die daran glauben und daran glauben wollen. Das zeigen wir heute der Welt.“
(Bischof Marketz)

Eucharistie als Zeichen der Einheit

Besonders hob Bischof Marketz die gesellschaftliche Bedeutung der Eucharistie hervor. Angesichts von Debatten über Migration, Integration und gesellschaftlichen Zusammenhalt erinnerte er daran, dass die Eucharistie Menschen nicht aufgrund ihrer Herkunft oder ihrer Unterschiede verbinde, sondern aufgrund der gleichen Liebe Gottes zu allen Menschen.

Die Kirche dürfe deshalb niemals ein Ort der Ausgrenzung sein, sondern müsse ein sichtbares Zeichen dafür sein, dass Gemeinschaft auch über kulturelle, soziale und religiöse Grenzen hinweg möglich ist.

Dankbarkeit für das Gute in Gesellschaft und Land

Neben den Herausforderungen richtete der Bischof den Blick auch auf das Positive. Trotz aller Spannungen gebe es viele Gründe zur Dankbarkeit: den Frieden, den Wohlstand, die soziale Absicherung und die demokratische Ordnung. Ebenso verwies er auf die Erfahrungen des Zusammenhalts bei Naturkatastrophen und dankte den Einsatzorganisationen, die in schwierigen Situationen Hilfe leisten. Gerade dort werde jene Liebe sichtbar, die Christus den Menschen vorgelebt habe.

Fronleichnam als öffentliches Glaubenszeugnis

Die Fronleichnamsprozession bezeichnete Bischof Marketz als ein öffentliches Bekenntnis des Glaubens. Wenn Christus durch die Straßen getragen werde, geschehe dies bewusst mitten durch die Lebenswelt der Menschen – vorbei an Wohnungen, Schulen, Geschäften und Arbeitsplätzen.

Seit Jahrhunderten ziehe die Kirche mit dem Allerheiligsten durch Städte und Dörfer und mache damit sichtbar, dass der Mensch mehr brauche als materiellen Wohlstand und gesellschaftlichen Erfolg.

„Der Mensch lebt eben nicht vom Brot allein. Er braucht auch Sinn. Er braucht Hoffnung, die Erfahrung, von Gott getragen zu sein.“
(Bischof Marketz)

Hoffnungsträger in der Welt sein

Abschließend rief der Bischof die Gläubigen dazu auf, ihren Glauben nicht als Rückzug ins Private zu verstehen. Wer Christus empfange, übernehme Verantwortung für das Gemeinwohl, für den Frieden, für die Würde jedes Menschen und für die Bewahrung der Schöpfung.

Fronleichnam führe daher nicht aus der Welt hinaus, sondern sende Christinnen und Christen mitten hinein in die Gesellschaft. Das Fest solle die Gläubigen stärken, Zeugen der Gegenwart Gottes zu sein und Hoffnung weiterzugeben.

Mit den Worten „Gott ist da. Er geht mit uns durchs Leben und er wirkt durch uns“ fasste Bischof Marketz die zentrale Botschaft seiner Predigt zusammen.

https://youtube.com/shorts/rlAHJDB20LI?si=9fscmusQKYRErWjJ