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Frieden wächst aus Barmherzigkeit, nicht aus Krieg

Der Apostolische Nuntius Erzbischof Pedro López Quintana feierte Gottesdienst bei zweitägigem Glaubensfestival in Wolfsberg rund um den "Sonntag der göttlichen Barmherzigkeit"

Der Apostolische Nuntius in Österreich, Erzbischof Pedro López Quintana, beim 10. Fest der Barmherzigekeit in der Wolfsberger Markuskirche (Foto: Videostill aus dem Livestream)
Der Apostolische Nuntius in Österreich, Erzbischof Pedro López Quintana, beim 10. Fest der Barmherzigekeit in der Wolfsberger Markuskirche (Foto: Videostill aus dem Livestream)

Klagenfurt, 13.04.2026 (KAP) Der Apostolische Nuntius in Österreich, Pedro López Quintana, hat am Sonntag beim Fest der göttlichen Barmherzigkeit in Wolfsberg die zentrale Bedeutung von Vergebung und Versöhnung für Kirche und Gesellschaft hervorgehoben. "Frieden wächst aus Barmherzigkeit, nicht aus Krieg", betonte der Vatikanbotschafter in seiner Predigt in der Markuskirche.

Quintana erinnerte daran, dass die christliche Botschaft nicht von Verurteilung, sondern von Heilung geprägt sei. Mit Blick auf das Evangelium vom ungläubigen Thomas unterstrich er, dass Jesus den Zweifel nicht zurückweise, sondern ihm mit Geduld begegne. "Gott wird nie müde zu vergeben - wir sind es, die müde werden, um Vergebung zu bitten", sagte der Nuntius. Gottes Barmherzigkeit kenne keine Grenzen, sie sei "wie ein unendlicher Ozean", in dem menschliches Versagen nur ein Tropfen sei.

Werkzeuge des Friedens vonnöten

Zugleich rief der Vertreter des Papstes in Österreich dazu auf, die empfangene Barmherzigkeit weiterzugeben. Vergebung dürfe nicht beim Einzelnen stehen bleiben, sondern müsse sich im Umgang miteinander zeigen. "Wir können keine Barmherzigkeit empfangen, wenn wir sie anderen verweigern", so der Nuntius. Gerade in einer von Konflikten geprägten Welt brauche es Menschen, die bereit seien, "Werkzeuge des Friedens" zu sein.

Das Fest der göttlichen Barmherzigkeit wurde von Papst Johannes Paul II. eingeführt und knüpft an die Botschaft der polnischen Ordensfrau Faustyna Kowalska an. Im Zentrum steht die Zusage eines barmherzigen Gottes, der den Menschen auch in Schuld und Zweifel begegnet und Verzeihung schenkt.

"Ocean of Mercy"

Wolfsberg war bereits zum zehnten Mal Schauplatz des zweitägigen Treffens "Fest der Barmherzigkeit Gottes - Ocean of Mercy", zu dem Gläubige aus dem In- und Ausland anreisten. Neben festlichen Gottesdiensten umfasste das Programm geistliche Impulse, Gebetszeiten, Eucharistische Anbetung sowie das Sakrament der Versöhnung. Auch persönliche Begegnung und Austausch sowie ein eigenes Kinderprogramm waren Teil der Veranstaltung.

Zu den Mitwirkenden zählten unter anderem die Theologen Johannes Hartl und Ralph Weimann sowie die Ordensfrauen Sr. Kerstin Oswald aus Medjugorje und Sr. Klara Domaska aus Krakau. Höhepunkt war das Pontifikalamt mit Nuntius Lopez Quintana. Veranstalter zeigten sich zum zehnjährigen Bestehen dankbar für "viele Begegnungen und intensive Gebetszeiten", welche die anhaltende Bedeutung des Festes unterstreichen würden. Über 600 Personen verfolgten das Programm via Livestream mit.

(Links zu den Livestreamübertragungen des Festivals unter: https://www.kath-kirche-kaernten.at/dioezese/detail/C4107/10-fest-der-goettlichen-barmherzigkeit-ocean-of-mercy-in-wolfsberg-liveuebertragungen-2026)