Ehemaliger Landeskonservator Ulrich Harb verstorben
Ein Nachruf auf einen prägenden Denkmalpfleger Kärntens
Hofrat Dipl.-Ing. Dr. Ulrich Harb ist am Freitag, 28. August 2026, im 85. Jahr seines Lebens verstorben. Mit ihm verliert Kärnten eine prägende Persönlichkeit der Denkmalpflege und Baukultur. Seit 1975 im Bundesdenkmalamt tätig und von 1992 bis Ende 2006 Landeskonservator, setzte er über Jahrzehnte wichtige Maßstäbe für den behutsamen und fachlich fundierten Umgang mit dem kulturellen Erbe unseres Landes. Sein umfassendes Wissen, seine Genauigkeit und sein engagierter Einsatz für die Erhaltung der Kärntner Kirchen und Baudenkmäler machten ihn zu einer weithin geschätzten Stimme der Denkmalpflege.
Foto: C. Breitfuss
Ein Nachruf von Friedrich Breitfuss, Leiter der Bauabteilung der Diözese Gurk von 1984 bis 2016
Hofrat Dipl.-Ing. Dr. Ulrich Harb ist am Freitag, 28. August 2026, im 85. Jahr seines Lebens verstorben. Seit 1975 war Dr. Harb im Bundesdenkmalamt in Kärnten tätig und von 1992 bis Ende 2006 Landeskonservator.
Maßstäbe für die Denkmalpflege
Dr. Harb hat in den 15 Jahren seiner Tätigkeit als Landeskonservator neue Maßstäbe in der Denkmalpflege in unserem Land gesetzt. Im Sinne der Charta von Venedig wurden Maßnahmen an Kirchen im Land so vorgenommen, dass sie von der jahrhundertelangen Geschichte des Glaubens und der Kultur Zeugnis geben. Die Respektierung des gewachsenen Zustandes, eine genaue Befunderhebung, der Einsatz geeigneter Materialien, die Anwendung historischer sowie die Entwicklung neuer Handwerkstechniken waren für den Landeskonservator unverzichtbare Voraussetzungen.
Eine gewichtige Stimme für Baukultur und Architektur
Harb hatte eine gewichtige Stimme im Land, gleichviel, ob es um Probleme der Denkmalpflege oder um Fragen der Architektur ging. Nicht umsonst wurde Harb 2006 von den Architekten mit dem Würdigungspreis des Landes für besondere Verdienste um die Baukultur ausgezeichnet. Harb war ein genauer Beobachter und selten uneingeschränkt zufrieden. Seine Kritik war bestimmt, aber korrekt.
Wissen, Begeisterung und ein fairer Umgang
Dr. Harb verstand es in seiner Tätigkeit, die Menschen – Pfarrherren und Gemeindemitglieder – zu begeistern, weil er selbst begeisterungsfähig war. Die Aufgabe, rund tausend Kirchen mit ihrer jeweils eigenen Geschichte und Gestalt und den dazugehörenden, grundverschiedenen Menschen zu erhalten, war eine Herausforderung, der Hofrat Dipl.-Ing. Dr. Ulrich Harb mit seinem großen Wissen, seiner strukturierten Arbeitsweise und seinem fairen Umgang mit Auftraggebern und Auftragnehmern in höchstem Maß gerecht wurde.