Am 13. mit Maria unterwegs
Von Mai bis Oktober führen in Kärnten zahlreiche Wallfahrten und Prozessionen am 13. des Monats zu Marienkirchen und Wallfahrtsorten.
Von Mai bis Oktober führen in Kärnten zahlreiche Wallfahrten und Prozessionen am 13. des Monats zu Marienkirchen und Wallfahrtsorten. Besonders eindrucksvoll ist die traditionelle Fatimawallfahrt auf den Freudenberg.
Wenn am 13. des Monats Menschen mit Rosenkranz und Marienstatue einen Berg hinaufziehen, ist das in Kärnten vielerorts kein ungewöhnliches Bild. Von Mai bis Oktober erinnern zahlreiche Pfarren mit Wallfahrten, Prozessionen und Gottesdiensten an die Marienerscheinungen von Fatima. Die Wege sind dabei unterschiedlich, das Ziel aber ähnlich: gemeinsam beten, innehalten und persönliche Anliegen vor Gott bringen.
Eine der bekanntesten dieser Wallfahrten führt auf den Freudenberg bei Tigring. Jeden 13. der Monate Mai bis Oktober machen sich Gläubige von Krainig aus auf den Weg zur Wallfahrtskirche Maria Sieben Schmerzen. Um 18.30 Uhr beginnt die Prozession, anschließend wird in der Wallfahrtskirche die heilige Messe gefeiert. Die Wallfahrt wird von Pfarren aus den Dekanaten Feldkirchen und Klagenfurt-Land mitgestaltet.
Eine Wallfahrt mit langer Geschichte
Die heutige Fatimawallfahrt ist allerdings nur ein Teil einer wesentlich älteren Wallfahrtstradition. Die Geschichte des Freudenbergs reicht bis ins Jahr 1722 zurück. Damals soll dem Knecht Lucas Machtig auf dem „Freudenhigl" im Traum die Gottesmutter Maria erschienen sein. Machtig betete daraufhin regelmäßig an diesem Ort, bald schlossen sich weitere Menschen an. Schließlich wurde eine hölzerne Kapelle errichtet.
Die kleine Kapelle blieb nicht unumstritten. Im Zuge der kirchlichen Reformen des 18. Jahrhunderts kam es zu Auseinandersetzungen um den Wallfahrtsort. Dennoch setzte sich die Marienverehrung fort. Nach weiteren Entwicklungen entstand schließlich die heutige steinerne Wallfahrtskirche. Sie wurde 1842 bis 1844 errichtet und ist der Gottesmutter unter dem Titel „Maria Sieben Schmerzen" geweiht.
Damit verbindet der Freudenberg zwei unterschiedliche Ebenen der Marienverehrung: eine Wallfahrtstradition, die bis ins 18. Jahrhundert zurückreicht, und die im 20. Jahrhundert entstandene Verehrung der Gottesmutter von Fatima.
Warum gerade der 13.?
Der Termin der heutigen Wallfahrten geht auf die Marienerscheinungen von Fatima zurück. Zwischen dem 13. Mai und dem 13. Oktober 1917 berichteten die drei Kinder Lucia dos Santos, Francisco und Jacinta Marto von Erscheinungen der Gottesmutter in Fatima. Der 13. Oktober 1917 gilt dabei als Tag der letzten Erscheinung.
In Erinnerung daran finden auch in Kärnten während der Monate Mai bis Oktober zahlreiche Wallfahrten jeweils am 13. statt. Auf dem Freudenberg wird dabei die Statue der Muttergottes von Fatima in der Prozession mitgetragen.
Die Verbindung mit Fatima hat dabei die ältere Wallfahrt auf dem Freudenberg nicht ersetzt. Vielmehr ist eine neue Form der Marienverehrung zu einer bereits bestehenden Wallfahrtstradition hinzugekommen.
Viele Wege, ein gemeinsames Ziel
Der Freudenberg ist nicht der einzige Ort in Kärnten, an dem sich am 13. des Monats Gläubige auf den Weg machen.
Im Dekanat St. Veit/Glan führt die monatliche Wallfahrt von Mai bis Oktober vom Schloss Rosenbichl nach Maria Pulst. Um 18.30 Uhr beginnt die Prozession, um 19 Uhr wird in Maria Pulst die Wallfahrtsmesse gefeiert. Die einzelnen Termine werden von verschiedenen Pfarren des Dekanats gestaltet.
Im Raum Villach führt der Weg von der Filialkirche Gratschach nach Maria Landskron. Von Mai bis Oktober wird jeweils am 13. um 18.30 Uhr eine Prozession zur Pfarrkirche Maria Landskron gehalten. Dort wird der Wallfahrtsgottesdienst gefeiert. Die Pfarrkirche selbst ist der Gottesmutter im Geheimnis ihres Herzens geweiht und bietet einen eigenen Fatima-Gebetsraum.
Im oberen Drautal geht es von Teurnia zur Wallfahrtskirche Maria Bichl in Lendorf. Die Gläubigen ziehen dort betend den Rosenkranz zur Kirche, wo anschließend der Gottesdienst gefeiert wird. Die Gestaltung übernehmen abwechselnd Pfarren und Pfarrverbände des Dekanats Spittal.
Auch im Dekanat Gmünd-Millstatt ist die Tradition lebendig. Von Mai bis Oktober findet am 13. die Fatimawallfahrt im Raum Matzelsdorf statt. Ziel ist die Wallfahrtskirche Maria Schnee, wo anschließend der Wallfahrtsgottesdienst gefeiert wird. Auch hier übernehmen die Pfarren des Dekanats abwechselnd die Gestaltung.
Im Lavanttal führt eine besondere Sühneprozession von Bad St. Leonhard nach Kliening. Am 13. der Monate Mai bis Oktober beginnt der Weg um 17 Uhr bei der Kunigundkirche und führt über den Hermannsberg zur Fatimakirche Kliening. Dort folgen Rosenkranz und heilige Messe. Die Fatimakirche wurde 1961 von Bischof Josef Köstner geweiht und beherbergt eine 1,20 Meter hohe Holzstatue aus Fatima.
Im Mölltal wiederum führt die monatliche Prozession zur Wallfahrtskirche Maria in den Auen. Von zwei Ausgangspunkten – der Trattner-Brücke und der Lindler-Brücke – ziehen die Gläubigen betend zur Kirche, ehe die Wallfahrermesse gefeiert wird.
Auch im Raum Friesach gibt es eine 13er-Tradition: Von Mai bis Oktober wird jeweils am 13. die Fatimawallfahrt nach Maria Höfl gefeiert, getragen unter anderem von den Pfarren Grades und Metnitz sowie dem Pfarrverband Friesach.
In Maria Rain steht ebenfalls die monatliche 13er-Wallfahrt fest im Kalender. Die Wallfahrtskirche empfängt dabei regelmäßig Pilgerinnen und Pilger.
Beten mit den Füßen
Was diese Wallfahrten verbindet, ist mehr als der gemeinsame Termin. Wallfahren bedeutet, sich bewusst auf einen Weg zu machen. Der Weg selbst wird dabei zum Gebet. Gespräche verstummen, der Rosenkranz wird gebetet, persönliche Anliegen werden mitgetragen.
Auf dem Freudenberg lässt sich diese Verbindung von Weg, Gebet und Ziel besonders eindrucksvoll erleben. Vom Ausgangspunkt in Krainig geht es bergauf zur Kirche Maria Sieben Schmerzen. Mit jedem Schritt wird der Alltag ein Stück zurückgelassen. Ob mit einem persönlichen Anliegen, in Sorge um einen kranken Menschen, im Dank für Erfahrenes oder im Gebet für Frieden und eine gute Zukunft: Die Wallfahrt gibt diesen Anliegen einen gemeinsamen Ort.
Und oben wartet die kleine Kirche auf dem Freudenberg. Ihre Geschichte erinnert daran, dass Menschen schon seit Jahrhunderten an diesem Ort ihre Hoffnung und ihren Glauben mit Maria verbinden.
Eine Tradition, die weitergeht
Die monatlichen Wallfahrten zeigen, dass alte Formen des Glaubenslebens keineswegs verschwunden sind. Sie verändern ihre Gestalt, bleiben aber verständlich: Menschen machen sich gemeinsam auf den Weg, beten miteinander und feiern Eucharistie.
Gerade darin liegt die Stärke der 13er-Wallfahrten. Sie verbinden regionale Tradition, persönliche Frömmigkeit und gemeinschaftliches Glaubensleben. Der Freudenberg ist dafür ein besonders anschauliches Beispiel: Aus einer Marienverehrung, die ihren Ursprung im 18. Jahrhundert hat, ist ein Wallfahrtsort geworden, an dem bis heute Menschen zusammenkommen.
Wenn im Oktober die letzte der monatlichen Fatimawallfahrten gefeiert wird, endet damit nicht die Geschichte dieser Wallfahrtsorte. Der nächste Weg beginnt vielleicht schon mit einem persönlichen Gebet – oder am kommenden 13. Mai, wenn sich wieder Menschen auf den Weg machen.
Quellen
(Katholische Kirche Kärnten, Pfarre Tigring: „Fatimawallfahrt auf den Freudenberg" und Pfarrinformationen 2026)
(Katholische Kirche Kärnten, „Die stillen Winkel des Glantales durchwandern", 31. Mai 2022)
(Katholische Kirche Kärnten, Pfarre Tigring: Angaben zur Filial- und Wallfahrtskirche Maria Sieben Schmerzen)
(Wikipedia: Freudenberg (Gemeinde Moosburg))
(Katholische Kirche Kärnten, Dekanat St. Veit/Glan: Dekanatswallfahrten nach Maria Pulst 2026)
(Katholische Kirche Kärnten, Pfarre Maria Landskron: Wallfahrten von Gratschach nach Maria Landskron)
(Katholische Kirche Kärnten, Pfarre St. Peter in Holz/Dekanat Spittal: Fatimawallfahrt nach Maria Bichl)
(Katholische Kirche Kärnten, Dekanat Gmünd-Millstatt: Fatimawallfahrten nach Matzelsdorf)
(Katholische Kirche Kärnten, Pfarre St. Leonhard im Lavanttal: Fatimakirche Kliening)
(Katholische Kirche Kärnten, Pfarre Mörtschach: Wallfahrtskirche Maria in den Auen)
(Katholische Kirche Kärnten, Pfarrverband Friesach: Dekanatswallfahrten nach Maria Höfl)
(Katholische Kirche Kärnten, Pfarre Maria Rain/Žihpolje: 13er-Wallfahrten)