Nachruf von Herbert Tomaschek
Herbert Tomaschek, geboren 1960 in Thörl, war ein Mensch mit wachem Geist, feinem
Humor und großer musikalischer Begabung. Am Sonntag, dem 1. Februar, am Vortag
zu Mariä Lichtmess, schloss er für immer die Augen, nachdem er infolge plötzlicher
gesundheitlicher Probleme im Krankenhaus im Kreis seiner Familie verstorben war.
Früh zeigte sich seine Liebe zur Musik, sie wurde zum roten Faden seines Lebens. Seit
1974 wirkte er ununterbrochen als Kirchenmusiker, Organist und Chorleiter. Über
Jahrzehnte prägte er Chöre, Konzerte und kirchliche Feiern in der Obersteiermark mit
Kompetenz, Hingabe und spürbarer Freude an der Liturgie. Musik war für ihn nie bloß
Klang, sondern Ausdruck von Gemeinschaft, Spiritualität und gelebtem Glauben.
Dieser Glaube trug ihn durch sein Leben. Seit seinem 40. Lebensjahr wurde in ihm der
Gedanke, Priester zu werden, zunehmend präsent.
Sein musikalisches Wirken war ebenso breit wie tief: als Gesangslehrer, Chorleiter
zahlreicher Ensembles, als Landeschorleiter des Österreichischen
Arbeitersängerbundes Steiermark und als engagierter Vermittler von Musiktheorie und
Chorkultur. Viele verdanken ihm prägende musikalische Erfahrungen und die
Begeisterung für das gemeinsame Singen.
Neben der Musik zeichnete ihn eine außergewöhnliche Intelligenz und große geistige
Neugier aus. Als leidenschaftlicher Leser und Denker fand er im Bachelorstudium der
Grundlagen theologischer Wissenschaften, das er ab 2022 aufnahm, eine neue geistige
Heimat. Besonders Liturgie und Kirchengeschichte lagen ihm am Herzen.
Im Priesterseminar, in das er im September 2022 eintrat, erlebte Herbert Tomaschek
Gemeinschaft als große Bereicherung. Die Seminargemeinschaft erlebte ihn als
geschätzten Mitbruder: präsent, klug und von feinem Humor. Einer, der zuhören
konnte und mit einem treffenden Gedanken oder einem musikalischen Impuls den
Raum heller machte.
Herbert Tomaschek hinterlässt Spuren in der Kirchenmusik, in Chören, in der Diözese
Graz-Seckau und in den Herzen vieler Menschen, die mit ihm gesungen, gearbeitet,
gelernt und geglaubt haben. Sein Leben hatte die Qualität einer tragenden
Bassstimme: ruhig, verlässlich, von tiefer Resonanz.
Im Namen der Seminargemeinschaft und aller Mitarbeitenden des Grazer
Priesterseminars danken wir Herbert von Herzen für die Art, wie er da war, zugehört
und unsere Gemeinschaft mitgeprägt hat. Möge Gott all das Gute, das durch unseren
Mitbruder Herbert entstanden ist, in uns lebendig halten.
Regens Thorsten Schreiber