Organisation

Priesterseminar der Diözese Gurk in Graz und Klagenfurt

Ausbildung

Priester zu werden bedeutet, sich auf einen längeren Ausbildungsweg einzulassen. Dieser Weg geht vom Leben des jeweiligen Interessenten aus. Er beginnt mit einem persönlichen Gespräch mit dem Regens des Priesterseminars, mit anderen Ausbildern und mit einem psychologischen Gutachten. Aus diesen Vorgesprächen ergibt sich, ob jemand als Seminarist in die Ausbildung zum Priester aufgenommen werden kann.

Die Ausbildung dauert ungefähr acht Jahre. Sie gliedert sich in drei Teile. Nach einem einjährigen Vorbereitungsjahr (Propädeutikum) folgt das fünfjährige Studium der Fachtheologie. Daran schließt sich das einjährige Pastoralpraktikum an, gefolgt von einem Diakonatsjahr, das mit der Priesterweihe endet.

Das Subjekt der Ausbildung ist all die Jahre hindurch der Seminarist selber. Das bedeutet, dass es nicht darum geht, bloß einen bestimmten Ausbildungsgang zu absolvieren. Der Seminarist soll vielmehr menschlich reifen, sich spirituell formen, sich theologisch gut bilden und sich pastoral betätigen. Unterstützt wird er darin durch die persönliche Begleitung durch die Ausbilder in Einzelgesprächen wie auch durch die Lebens-, Arbeits- und Gebetsgemeinschaft mit den anderen Seminaristen und den Ausbildern.

Die Ausbildung in der Gemeinschaft des Priesterseminars ist notwendig. Denn erst im alltäglichen Zusammenleben zeigen sich die Gaben und Talente, aber auch die Grenzen und Schwächen der einzelnen Personen. All das gilt es unter einen Hut zu bringen.

Der Seminarist ist - mit Papst Franziskus gesprochen - aufgerufen, „aus sich selbst herauszugehen.“ „Geht aus euch heraus, um das Evangelium zu verkündigen, aber um das zu tun, müsst ihr aus euch herausgehen, um Jesus zu begegnen. Es gibt zwei Ausgänge: einen, der zur Begegnung mit Jesus führt, hin zur Transzendenz; den anderen hin zur Verkündigung Jesu. Beide gehen Hand in Hand. Wenn du nur einen nimmst, funktioniert es nicht! Ich denke an Mutter Teresa von Kalkutta. Sie war eine gute Schwester … Sie hatte vor gar nichts Angst, ging durch die Straßen … Aber diese Frau hatte auch keine Angst davor, zwei Stunden lang vor dem Herrn zu knien. Habt keine Angst davor, im Gebet und im pastoralen Tun aus euch herauszugehen. Seid mutig fürs Gebet und dafür, hinzugehen, um das Evangelium zu verkündigen. Aus sich selbst herausgehen, im Gebet zur Transzendenz zu Jesus hin, zur Transzendenz zu den anderen Menschen im Apostolat, in der Arbeit.“ (Papst Franziskus, Begegnung mit den Seminaristen, Novizen und Novizinnen, 2013)