Organisation

Katholische Jungschar

Zeig deine Hand gegen Kinderarbeit! Kampagne “Kinderarbeit stoppen!”

Mitmach-Aktion & Petition für Lieferkettengesetz

Weltweit sind rund 73 Millionen Kinder von den schlimmsten Formen von Kinderarbeit betroffen. Aufgrund der Covid-Pandemie steigt die Zahl erstmals seit 20 Jahren wieder an. Die Dreikönigsaktion der Katholischen Jungschar, FAIRTRADE Österreich, weltumspannend arbeiten (ÖGB), Jugend Eine Welt und die Kindernothilfe Österreich schließen sich in der Kampagne „Kinderarbeit stoppen!“ zusammen und rufen zu einer großen Mitmachaktion auf: Zeig deine Hand gegen Kinderarbeit!

Zeig deine Hand gegen Kinderarbeit: Foto hochladen für Mosaik-Wand

Mit dem Aufruf „Du hast es in der Hand – gemeinsam Kinderarbeit stoppen“ können Menschen aller Altersgruppen symbolisch ihre "Stopp-Hand'" gegen Kinderarbeit zeigen und Entscheidungsträger/innen in der Politik zum verbindlichen Handeln auffordern. Unterstützer/innen setzen ein Zeichen, indem sie ein Foto von ihrer Stopp-Hand hochladen. Jedes Foto wird Teil einer großen Mosaik-Wand, welche politischen EntscheidungsträgerInnen rund um den 12. Juni 2021, dem Welttag gegen Kinderarbeit, überreicht wird.

Trotz Verbot: Armut bedingt Kinderarbeit

Nach der UN-Konvention über die Rechte des Kindes dürfen Kinder keine Arbeiten verrichten, die gefährlich sind oder die sie in ihrer Entwicklung schädigen und es muss sichergestellt sein, dass sie zur Schule gehen können. Alle 187 Mitgliedsstaaten der Internationalen Arbeitsorganisation haben die Konvention Nr. 182 zur Beseitigung der schlimmsten Formen von Kinderarbeit ratifiziert. Die unterzeichnenden Staaten verpflichten sich hierbei dazu, alles zu tun, um Kinderarbeit effektiv und nachhaltig zu bekämpfen.

Kinderarbeit ist in vielen Ländern grundsätzlich verboten, aber die Realität sieht anders aus. „In Indien nimmt die Zahl der Kinder, die die Schule abbrechen zu. Sie kommen überwiegend aus sehr bedürftigen Familien. Man muss davon ausgehen, dass die meisten von ihnen dann als ungelernte Kräfte Kinderarbeit verrichten. Schätzungen gehen von über 30 Millionen Betroffenen aus, die Zahl wird vermutlich steigen“, erklärt Joy Nedumparambil SDB von der Partnerorganisation BREADS vom Don Bosco Netzwerk in der indischen Metropole Bangalore.

Das Jahr 2021 wurde von der UN-Vollversammlung zum Jahr zur Beendigung von Kinderarbeit erklärt. Die aktuelle Gesundheits- und Wirtschaftskrise birgt die Gefahr, erreichte Erfolge im Kampf gegen ausbeuterische Kinderarbeit wieder zunichte zu machen. Laut einer ILO/UNICEF-Studie steigen erstmals nach 20 Jahren die Zahlen von Kinderarbeit wieder an.

Petition für verbindliches Lieferkettengesetz für Österreich

Das Bündnis „Kinderarbeit stoppen!” appelliert an die österreichische Regierung, den Kampf gegen Kinderarbeit zu einer politischen Priorität zu machen. Ein umfassendes Lieferkettengesetz wäre ein wirkungsvolles Mittel, um ausbeuterische Kinderarbeit in globalen Lieferketten zu verhindern. Damit faire Produkte – frei von Kinderarbeit – auf unseren Tellern und in unseren Kleiderschränken landen. Damit entlang der Lieferketten unserer Produkte kein Schaden an Menschen und Umwelt verursacht wird.

Die Arbeitsbedingungen, die hinter unseren T-Shirts, unseren Smartphones und unserer Schokolade stecken, sind oft menschenunwürdig. Kinderarbeit, Zwangsarbeit, die Verfolgung von Gewerkschafter/innen sowie die Zerstörung der Umwelt stehen noch immer an der Tagesordnung. Es braucht verbindliche Regeln für Unternehmen, damit diese in ihren globalen Lieferketten Menschenrechte und Umweltstandards einhalten. Diese Forderung kann durch die Unterzeichnung der Petition "Menschenrechte brauchen Gesetze" unterstützt und gestärkt werden.

Projektunterstützung, bewusste Konsumentscheidungen und Gesetzgebung

Neben konkreter Unterstützung in den jeweiligen Ursprungsländern, die die Initiator/innen von „Kinderarbeit stoppen!" über die Projektarbeit leisten, und bewussten Konsumentscheidungen ist vor allem die Politik gefragt, jenseits freiwilliger Bekundungen wirkungsvolle Maßnahmen zu setzen.