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Internetredaktion der Diözese Gurk

Wahrhaft auferstanden

Geistlicher Impuls zum Osterfest von Stadtpfarrer Christoph Kranicki

Matthias Grunewald: Auferstandener Christi - Isenheimer Altar(Foto: hanneswave, Public domain, via Wikimedia Commons)
Matthias Grunewald: Auferstandener Christi - Detail aus dem Isenheimer Altar
(Foto: hanneswave, Public domain, via Wikimedia Commons, bearb. Internetredaktion / KHK)

Christentum in Zahlen:

  • Ein Mensch – Jesus Christus
  • Zwölf Apostel
  • Zweitausend Jahre
  • Und heute: 2,5 Milliarden Christinnen und Christen auf der ganzen Welt

Wie ist das möglich? Nach all den Tiefen, die diese Gemeinschaft im Laufe der Zeit, oft selbst verschuldet, erlebt hat…?

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Noch vor drei Tagen, am Karfreitag, war Jesus ganz allein. „Ich kenne ihn nicht“ – sagte der erste Papst, Simon Petrus. Alle schienen Feiglinge zu sein – außer den Frauen und dem jüngsten Jünger Johannes flüchteten sie von Golgota, ließen ihren Meister allein mit dem Kreuz. Keiner von den „Seinen“ half ihm, es zu tragen.

Und jetzt, nach der Auferstehung, geschieht in ihren Herzen eine gewaltige Wende: Aus Feiglingen werden alle zu Aposteln, ja, sogar zu Märtyrern. Jetzt haben sie Mut, jetzt sind sie bereit für Jesus zu sterben, jetzt verkünden sie mit Begeisterung: "Jesus ist auferstanden"! Niemand würde sein Leben für eine Mystifikation oder eine Lüge aufopfern. Die Auferstehung verwandelte die Katastrophe in einen Sieg. Ist das nicht der größte Beweis der Authentizität dieses Ereignisses?

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Die Betrachtung der Auferstehung Jesu, ohne die das Christentum sinnlos wäre, führt aber zurück zum Kreuz und zur Tatsache, dass Jesus nicht müde oder bewusstlos, sondern tatsächlich tot war. Das bezeugt sein Herz. Michael Green schreibt: Der Augenzeuge berichtet, dass aus der durchbohrten Seite Jesu „Blut und Wasser“ herausflossen (Joh 19, 34–35). Wenn Jesus gelebt hätte in diesem Moment, würde das Blut aus der Seite bei jedem Herzensschlag pulsierend spritzen. „Blut und Wasser“ sind für einen Pathologen ein konkreter Beweis, dass Jesus tatsächlich gestorben war. Sein Herz hat aufgehört zu schlagen. Jetzt lebt es wieder!

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Jesus zeigt sich mehrmals nach der Auferstehung verschiedenen Menschen, auch dem großen Skeptiker – Thomas, der seine Seite berühren musste, um daran zu glauben. Ca. 56 nach Christus schreibt der Apostel Paulus, dass über 500 Menschen den Auferstandenen gesehen haben und die Mehrheit von ihnen immer noch lebt (1 Kor 15,6). Sein Grab ist das einzige Grab der Welt, das leer ist.

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Aus Jerusalem verbreitete sich diese Botschaft rasch auf alle Kontinente. Gestärkt durch den Heiligen Geist, beginnt die Gemeinschaft Strukturen zu schaffen, um das kostbare Geschenk des Glaubens an Jesus treu und glaubwürdig weiter zu schenken. Es werden unzählige Kirchen gebaut, mit dem Auferstandenen in der Mitte. Es passieren Fehler, ja, die Botschaft Jesu wird falsch verstanden oder instrumentalisiert, um andere menschliche Ziele zu erreichen. Viele Menschen werden enttäuscht und verletzt. Und trotzdem: Diese Botschaft Jesu ist größer als jede Schwachheit und schenkt unzähligen Menschen auf der ganzen Welt Orientierung und Hoffnung. Heute: 1,36 Milliarden Katholiken, 2,5 Milliarden Christen.

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Dem Wort Jesu gehorsam „Tut dies zu meinem Gedächtnis“ wird die Eucharistie gefeiert, damit seine reale Gegenwart diese Gemeinschaft der Glaubenden weiterhin nährt und stärkt. Für die Jünger sollte sie eine traurige Erinnerung an Versagen und Verrat sein – aber nein, im Gegenteil: Die Kirche lebt aus der Kraft der Eucharistie. Sie ist das Sakrament der Liebe. Sie öffnet unsere Herzen und lässt uns – wie die Emmausjünger – erkennen, dass Gott die Liebe ist. Dass er selbst unsere Gemeinschaft führt und bei uns ist – alle Tage, bis zum Ende der Welt (Mt 28,20).

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Möge die Botschaft von Jesus, der gestorben und auferstanden ist, der lebt und sein Leben uns jeden Tag aufs Neue schenkt, auch unser Leben prägen und uns helfen, dem Unsichtbaren, Unvergänglichen, Ewigen entgegenzugehen und glaubwürdig die Kirche von heute dem Willen Jesu gehorsam zu gestalten.

Foto: Pulsinger
Foto: Pulsinger

Dr. Christoph Kranicki ist Stadtpfarrer in Wolfsberg und Provisor der Pfarre St. Margareten bei Wolfsberg.