Kleine Geschenke sind große Unterstützung
Bischof Schwarz besuchte Kardinal Puljic - Diözesanpartnerschaft mit Sarajevo wird weiter ausgebaut

In der ersten Juli-Woche besuchte Diözesanbischof Dr. Alois Schwarz mit Bischofsvikar Dir. Dr. Josef Marketz und Dir. Mag. Kurt Haber im Rahmen der Diözesanpartnerschaft die Erzdiözese Sarajevo. Bei einem Empfang durch den österreichischen Botschafter Dr. Donatus Köck (mit Vertretern von Politik, Kirche und EUFOR) konnte die Kärntner Delegation aktuelle Informationen über die Situation in Bosnien–Herzegowina erhalten. So beträgt die Arbeitslosenrate derzeit offiziell 39% (inoffiziell spricht man von 44%), von 20.000 Vergewaltigungen während des Krieges wurden nur etwa 20 in einem Verfahren behandelt, ein Teil der Bevölkerung muss von etwa 100 € Rente leben und jede der in Bosnien lebenden Volksgruppe möchte ihre eigenen Interessen verwirklicht sehen. Für die kroatische Bevölkerung, die fast zur Gänze katholisch ist, ist die Situation besonders schwierig, da sie als zahlenmäßige Minderheit nicht nur religiös, sondern auch wirtschaftlich benachteiligt ist. So ist es für Kroaten sehr schwer ist, einen Arbeitsplatz bekommen.
Kirche setzt in der schwierigen Wirtschaftslage postive Akzente
Unter diesen schwierigen Bedingungen versucht die katholische Kirche positive Akzente für die Zukunft zu setzen. So wird derzeit ein Jugendzentrum errichtet, das auch ein Ort der Begegnung mit Menschen außerhalb Bosniens sein soll. Eine Gruppe Jugendlicher aus Slowenien und England war gerade dabei, ein Haus für Rückkehrer zu bauen. Für den Erzbischof wird ein altes Gebäude als Residenz adaptiert und auch die Caritas treibt ihre Sozialprojekte (vom Kindergarten bis zur Suppenküche) weiter voran. Die Gotteshäuser sind voll und die Messbesucher zeigen tiefe Religiosität.
Mit Jesus Christus den Menschen nahe sein
Bischof Schwarz, der in der österreichischen Botschaft vor allem den Einsatz Österreichs für den Frieden betonte, sagte zu Kardinal Vinko Puljic, dass er „dankbar für die Gastfreundschaft“ sei, dass dies „ein Tor zur Communio" sei, und dass es – in Anlehnung an den Leitbildprozess in Kärnten - darum gehe, „mit Christus den Menschen nahe zu sein“. Kardinal Puljic sagte gegenüber Bischof Schwarz, dass „er sehr dankbar für alle bisherige Unterstützung" sei, dass „das kleinste Geschenk für uns eine große Unterstützung" sei, und dass es ihm wichtig ist, „dass sie bei uns sind“.
Seitens der Kärntner Delegation wurde auch für die Zukunft entsprechende Unterstützung zugesagt. Eine Schule aus Zenica wird im kommenden Jahr das Bischöfliche Gymnasium in Klagenfurt besuchen (und umgekehrt), und vom 13. bis 15. April 2012 wird eine Delegation mit Kardinal Vinko Puljic an der Spitze Klagenfurt besuchen. (kh)