Organisation

Marianum Tanzenberg

Literaturwettbewerb

Das Erwachen literarischer Talente

Über mehrere Wochen hinweg hielt ein Konkurrenzkampf auf geistiger, wie auch kreativer Ebene die Nachmittagsbetreuung des Marianums in Atem. Füllfedertinte verwandelte sich in Mangelware, Stifte wurden gespitzt, Tastaturen abgenutzt, Fantasien angeregt und vielleicht sogar Horizonte erweitert. Die Schüler:innen der Tagesbetreuung waren erstmals dazu aufgerufen, ihre inneren Literat:innen zu erwecken und ihre Gedanken im Rahmen eines Schreibwettbewerbs auf Papier zu bringen.

Alle ambitionierten Teilnehmenden waren dazu angehalten, ihren Blick in die weit entfernte Zukunft des Jahres 2106 zu richten. Wie könnte der Alltag in Tanzenberg in 80 Jahren aussehen? Dieser brisanten Frage nahmen sich die Nachwuchstalente an und versetzten sich in die Lage zukünftiger Generationen. Während die Hauptarbeit allein vonstattenging, trafen sich interessierte kreative Köpfe zu einer wöchentlichen Schreibwerkstatt, um sich ein wenig auszutauschen, neue Inspiration zu finden und in individuelle Schreibprozesse abzutauchen. Neben dem eigentlichen Hauptgrund, welcher zum Mitwirken an diesem intellektuellen Kräftemessen verleitete, nämlich der persönlichen Weiterentwicklung, bot die Siegerehrung zum Ende des mehrwöchigen Unterfangens sicherlich einen besonderen Anreiz. Mit dem Tippen des letzten Satzzeichens endete die Anstrengung der jungen Schriftsteller:innen, die Anforderungen eines thematisch adäquaten Prosatextes auf maximal zwei Seiten eines Worddokumentes zu verewigen, jedoch begann nun eine Zeit der quälenden Gedanken. Wie wird mein Text bewertet? Ist es für die Jury verständlich, was ich zum Ausdruck bringen wollte?

Fernab dieser inneren Achterbahn der Gefühle startete die Jury mit Motivation und ausgesprochen hohem Engagement in die Lesephase des Wettbewerbs. Die Präfekt:innen warteten nahezu gleichermaßen gespannt auf die Punktevergabe des dreiblättrigen Kleeblattes, aus welchem sich die Bewertungskommission zusammensetzte, wie die Teilnehmer:innen selbst. In Vertretung für die Perspektive der Schüler:innen der Nachmittagsbetreuung übernahm Daniel Walzl aus der 5A die ehrenvolle Aufgabe der Lesung und Beurteilung aller eingereichter Texte. Christina Wohlfahrt kam dieser Rolle in Repräsentation der Mitarbeiter:innen des Marianums nach. Als dritte Jurorin fungierte Sabrina Gärtner, Professorin des Masterstudiums Kreatives Schreiben der Alpen Adria Universität Klagenfurt.

Schlussendlich fand am 17. März 2026 die feierliche Verkündung der Sieger:innen im Festsaal des Marianums statt. Wenngleich jede und jeder einzelne der Schreibenden persönliche Gewinne verbuchen durfte und für Mut, Begeisterung, Kreativität und Originalität eine Auszeichnung verdient, so verliehen die Bewertungen der Juror:innen den Plätzen 1-3 eine namentliche Kennung. Bronze ging an Florian Kost (Gruppe 5). In der, in diesem Fall, silbernen Mitte fand sich Rebecca Erlacher (Gruppe 5) wieder. Unter tosendem Beifall aus dem Publikum wurden nicht nur Florian und Rebecca geehrt, auch die Siegerin, Eva Salbrechter (Gruppe 5) bahnte sich so ihren Weg zum goldenen Stockerlplatz. Während in den Augen der Sieger:innen eine Vielzahl an Emotionen lesbar war, verfolgte das Publikum mit spannungsgeladener Stille die Lesung der drei prämierten Texte. Diese wurde von allen drei Autor:innen höchstprofessionell und souverän vorgetragen.

Wenngleich kühn zu behaupten, so liegt die Vermutung doch nahe, dass diese literarische Veranstaltung nicht nur Freunde und Gemeinschaft stärkte, sondern für manch´ ein junges Talent Sprungbrett in eine neue Leidenschaft darstellt. In jeder Hinsicht war es eine besondere Freude, die Premiere des Literaturwettbewerbs des Marianums zu organisieren und die damit verbundene Preisverleihung auszurichten.

Jennifer-Raphaela Kraßnitzer