Pfarre / Fara

Radsberg/Radiše

Neujahrssingen am Radsberg   Novoletno petje na Radišah

zu Gast im Pfarrhof (© Foto: Foto  Karl Brenčič)
zu Gast im Pfarrhof (© Foto: Foto Karl Brenčič)

Seit Menschengedenken singen die Männer der Radsberger Dörfer anlässlich des Wechsels vom alten ins neue Jahr das althergebrachte und ehrwürdige Neujahrslied. Beim Eintritt der Dunkelheit versammelt sich eine Schar von Sängern – meist weit über 20, geht von Haus zu Haus und stimmt überall, im Hause, im Flur oder vor dem Haus – wenn sich die Leute bereits im Bett befinden – ernst und besinnlich jenes „Je žavost prevelika“ an. Die guten Wünsche zu Neujahr verbinden sie in dem Lied mit der Ermahnung an die Vergänglichkeit der Zeit und der Menschen. Die feierliche Stimmung und die Glückwünsche, die die Sänger den Dorfbewohnern und Nachbarn überbringen, nehmen diese gerne als besonderen Akzent des Weihnachtsfestes an. So werden gute nachbarschaftliche Beziehungen und Freundschaften gefestigt und wieder etwas Wärme dort entfacht, wo sich manchmal auch der Groll breit gemacht hat. Es ist auch eine schöne Geste gegenüber älteren Menschen und all jenen, die sich am Radsberg angesiedelt haben und in die Dorfgemeinschaft integriert werden wollen.
Die Dorfbewohnen der einzelnen Dörfer schaffen es nicht mehr, allein zu singen, wie sie es noch vor Jahren taten. Der Männerchor des Slowenischen Kulturvereines Radsberg/Radiše hat sich daher entschieden, das Neujahrslied in allen neun Radsberger Dörfern zu singen, wo sie in den drei Tagen vor Neujahr vom späten Nachmittag bis tief in die Nacht unterwegs sind. Das von den Leuten zugesteckte "Trinkgeld" ist ein willkommener Beitrag für die Vereinkasse, aus der durch das ganze Jahr Kulturveranstaltungen finanziert werden. Die Sänger spendeten allerdings auch einen grossen Teil des Geldes für die Opfer der Flutkatastrophe in Südostasien.

Slovesno vzdušje in voščila ki jih vsako leto radiški pevci prinesejo vaščanom in sosedom, sprejemajo ljudje kot poseben čar božičnega časa. Čas je to in ono spremenil. Vendar bi bilo škoda, če bi novoletna pesem, ki je nastala Bog ve kdaj in po Bog ve kom, bila za vedno utišana, tako da bi jo mogli najti le še v arhivih na zvočni konzervi. Po zaslugi Slovenskega prosvetnega društva Radiše se ohranja in goji nepopačena ljudska kultura, ki je zrasla na radiških tleh.

Am Silvesterabend kommen die Sänger in die Kirche, um den Beginn des Dankgottesdienstes "einzusingen", später am Abend wünschen sie auch dem Pfarrer ein glückliches neues Jahr. V zadnjih letih pevci prihajajo tudi k zaključni maši v cerkev, potem pa se župnik ravno tako kakor vsi drugi ljudje veseli njihovega obiska.


Besedilo radiške novoletne pesmi se glasi:
»Je žavost prevelika Marije Device,
se njej v srce smil’nje lubo detece.
Je celo še nedolžno, star’ šele osem dni,
pa mora že trpet’, prelit’ svojo kri.
- An’ srečno novo leto vsam skupaj vunšamo,
zato ker mi kna viemo, kdaj mi umrjamo.
Zato pa mormo bit’ pripravleni vsole,
al’ hočmo zadobit’ nebeško veselje.«

Der Text des Liedes ist nur in slowenischer Sprache überliefert und wird auch nur so gesungen, die Übersetzung zeigt, dass das uralte Lied aber gerade heute höchst aktuell ist:


„Allzu groß ist die Trauer der Jungfrau Maria,
ihr liebes Kindlein erbarmt ihr bis ins Herz hinein.
es ist gar noch schuldlos, acht Tage erst alt,
und muss schon leiden, vergießen sein Blut.
- Ein glückliches neues Jahr wünschen wir allen,
weil wir nicht wissen, wann wir zu sterben haben.
Daher sollen wir immer vorbereitet sein,
wenn wir himmlische Freuden erlangen wollen.“ 

Vor einigen Jahren hat auch der MGV Radsberg den Brauch des Neujahrssingens aufgenommen und besucht am Silvester- und Neujahrstag mit einem eigenen Lied Radsberger Familien.
Der Text stammt aus der Feder von Chorleiter Reinhard Walter:

Die Zeit varinnt, die Tog vagehn,
vom oltn Johr die Radlan stehn,
homt aufgheart sich für uns zan drahn,
wos übrig bleibt is wia a Tram.

Weards Leben schwar, tua nit vazogn,
a jedes Lad dos is zan trogn,
wer traurig is, steht auf und singt,
in jedm Haus a Liadle klingt.

Wir wünschn euch viel Glück und Segn,
im Herzn drin mehr Sunn als Regn,
bleibts olle gsund, jo des is wohr,
des soll euch bringan s'neue Johr.