Pfarre

Klagenfurt-Dom

TRANSFORMATION

Kunst im Dom 2026

Die diesjährige Kunstinstallation ist kein Fastentuch, das etwas verhüllt, als vielmehr die Enthüllung einer Wahrheit über den Menschen. Die Installation zeigt einen Zug von geschudenen, verletzten Körpern. Es sind teilweise liegende, gebückte Gestalten, die sich vom Domplatz durch das Kirchenportal weiter bis vor den Altarbereich bewegen. Die Figuren stehen auf einer an ein Gleis erinnernden Metallkonstruktion und die Torsi verändern sich farblich von braun bis zu weiß. Die in das Gleis eingezwängten Figuren lösen sich im Schlussteil vom Boden und ziehen entlang eines 8m hohen Gerüsts nach oben. Die Besuchenden können darin eine Verbindung zum Kreuzweg Christi herstellen. Sie sollen in diesen Figuren den geschlagenen, den gedemütigten, den verspotteten, den gefallenen, den entkräfteten, aber auch den von den Frauen aufgerichteten Jesus sehen. In Anlehnung an die Leidensgeschichte Christi mutieren die malträtierten Gestalten zu befreiten, erlösten Wesen.

Dompfarrer Peter Allmaier bringt mit Profunsers Kunstinstallation die Frage nach der Verwundungsbereitschaft in die Kirche herein und fragt, ob ein Mensch bereit ist, sich für das zu engagieren, was letztlich auf Christus hinführt. Die Installation macht die menschliche Zerbrechlichkeit sichtbar, die immer schon besteht, aber dennoch kaum gesehen wird. Die Prozession der lebensgroßen Figuren ergänzt die leidvolle Passivität des Verwundet Werdens durch das aktive Eingehen eines Risikos um eines großen Wertes willen. Dabei wird an den Einsatz von Menschen für andere, für eine große Idee oder für den eigenen Glauben gedacht, der auch körperliche Spuren hinterlässt.

Die Oberkärntner Bildhauer Hans-Peter Profunser (*1956) möchte, dass die Besucher*innen, eine Verbindung zu den Verwerfungen und Fehlentwicklungen unserer Zeit herstellen. Die Verwundbarkeit des Menschen, unsere sozialen Einbettungen, unsere ganze Welt stehen hier im Mittelpunkt. Gemeint sind die Vertreibungen aus der eigenen Umgebung, die Kälte und Empathielosigkeit in den zwischenmenschlichen Beziehungen, die kriegerischen Auseinandersetzungen weltweit mit all ihren unterschiedlichen Auswirkungen, aber auch der Umgang mit der Umwelt und den einkalkulierten Zerstörungen um des Profits willen. Die positive Botschaft: Es gibt Veränderungsmöglichkeit. Der Mensch soll Kraft und Hoffnung aus der Darstellung schöpfen. Er soll sehen, dass es einen Weg aus der Hoffnungslosigkeit, aus dem Elend gibt. Er soll sehen, dass der Menschen dem Menschen die Hoffnung geben kann, weil Gott Hoffnung gibt.

Eröffnung am Aschermittwoch

Eröffnet wird die „Kunst im Dom“ im Rahmen der Aschermittwochsliturgie mit Aschenkreuzspendung mit Bischof Josef Marketz am Mittwoch, 18. Feber, um 19.00 Uhr. Musikalisch gestaltet wird die Messe vom Frauenchor der Dommusik Klagenfurt mit der „Missa brevis“ von Benjamin Britten. Die Messe wird auch unter www.kath-kirche-kaernten.at/domklagenfurtlive übertragen.

Künstlergespräch

Am Sonntag, 1. März, wird es um 16.00 Uhr ein Gespräch mit dem Künstler Hans-Peter Profunser und Dompfarrer Peter Allmaier zur Installation in der Domkirche geben – auch mit der Möglichkeit, Fragen zum Projekt zu stellen.