Pilgern auf den Spuren der Heiligen Hemma
Kinder der Praxisvolksschule PH Kärnten pilgerten mit dem Team der Schulpastoral von Lieding nach Gurk
Gemeinsam mit dem Team der Schulpastoral der Diözese Gurk-Klagenfurt machten sich rund 40 Kinder der dritten und vierten Klassen der Praxisvolksschule der Pädagogischen Hochschule Viktor Frankl (PH Kärnten) in Klagenfurt am 17. Juni 2026 auf den Weg nach Gurk. Der Pilgertag auf dem Hemma-Pilgerweg von Lieding nach Gurk wurde vom Team der Schulpastoral gestaltet und begleitet und bot den Kindern die Möglichkeit, Gemeinschaft, Natur und Glauben auf besondere Weise zu erleben.
Dass solche Pilgertage stattfinden können, ist dem Zusammenspiel von Schule und Schulpastoral zu verdanken. Seit vielen Jahren nimmt Religionslehrerin Daniela Fellner-Beer dieses Angebot mit ihren Klassen wahr und ermöglicht ihren Schülerinnen und Schülern wertvolle Erfahrungen abseits des Schulalltags. Für sie war dieser Pilgertag ein besonderer, denn mit dem Ende dieses Schuljahres tritt sie ihren wohlverdienten Ruhestand an. Begleitet wurden die Kinder außerdem von der Klassenlehrerin, einer Integrationslehrerin sowie Praktikantinnen.
Vom Team der Schulpastoral waren Carmen Heller, Carolina Schnitzer, Simone Warmuth und Eva Wutte dabei. Mit spirituellen Impulsen, kreativen Stationen und ihrer Begleitung machten sie den Weg nach Gurk zu einer besonderen Erfahrung für die Kinder.
Aufbruch an einem geschichtsträchtigen Ort: Lieding
Der Pilgertag begann bei der Kirche in Lieding bei Straßburg. Dieser Ort ist eng mit der Geschichte der heiligen Hemma verbunden. Hier wirkte Gräfin Imma, die Großmutter der heiligen Hemma, und legte wichtige geistliche Grundlagen für die Region. Lieding gilt als einer der ältesten christlichen Orte Kärntens und steht damit am Beginn einer Tradition, die eng mit dem Leben und Wirken der heiligen Hemma verbunden ist.
In der Kirche erhielten die Kinder den Pilgersegen und einen Impuls zum Aufbruch. Danach begann das gemeinsame Unterwegssein auf dem Hemma-Pilgerweg durch die abwechslungsreiche Landschaft des Gurktales.
Mit allen Sinnen unterwegs
Immer wieder luden Pilgerimpulse dazu ein, das Gehen bewusst wahrzunehmen. Eine Pilgergeschichte regte zum Nachdenken an, und aus Naturmaterialien gestalteten die Kinder kleine Kreuze für ihre Rucksäcke als Erinnerung an diesen besonderen Tag.
Besonders eindrucksvoll war eine Wegstrecke in Stille. Die Kinder waren eingeladen, mit allen Sinnen wahrzunehmen: Was höre ich? Was sehe ich? Was rieche ich? Was fühle und spüre ich? Die Natur wurde dabei zu einem besonderen Erfahrungsraum, in dem vieles entdeckt werden konnte, was im Alltag oft übersehen wird.
Ein weiterer Impuls bestand darin, einen Stein zu suchen und mitzunehmen. Dieser Stein stand symbolisch für Belastendes, für Sorgen oder Schwierigkeiten, die jeder Mensch mit sich trägt. Bei einem Wegkreuz konnten die Kinder ihren Stein bewusst ablegen und damit ausdrücken, dass Lasten geteilt und Gott anvertraut werden dürfen.
Gemeinschaft erleben
Eine wohlverdiente Jausenpause mitten im Wald schenkte Zeit zur Erholung, zum Spielen und zum gemeinsamen Austausch. Frisch gestärkt ging es weiter Richtung Gurk.
Als die Pilgergruppe schließlich den Wald verließ, eröffnete sich der Blick auf die mächtigen Türme des Gurker Domes. Staunend entdeckten die Kinder das weithin sichtbare Ziel ihrer Pilgerreise. Gleichzeitig machte sich auch die Müdigkeit bemerkbar. Immer wieder war die Frage zu hören: „Wann sind wir endlich da?“ Doch Schritt für Schritt kamen sie ihrem Ziel näher.
Ankommen am Grab der Heiligen Hemma
Die Freude und Erleichterung waren groß, als die Gruppe schließlich Gurk erreichte. Dort erwartete die Kinder ein besonderer Abschluss ihres Pilgertages. In der Krypta des Gurker Domes, am Grab der heiligen Hemma, feierten sie eine gemeinsame Andacht. Anschließend wurden die Pilgerurkunden überreicht.
Ein besonderer Moment war das Sitzen auf dem Hemma-Stein. Viele Kinder nutzten die Gelegenheit, einen Wunsch auszusprechen und diesen symbolisch der heiligen Hemma anzuvertrauen.
Gurk – seit Jahrhunderten ein Ort der Hoffnung
Seit mehr als 800 Jahren ist Gurk ein bedeutendes Pilgerziel. Das Grab der Heiligen Hemma zieht seit Jahrhunderten Menschen an, die mit ihren Hoffnungen, Sorgen und Anliegen hierherkommen. Die Krypta des Gurker Domes, in der die heilige Hemma bestattet ist, zählt zu den beeindruckendsten romanischen Sakralräumen Europas und ist bis heute ein Ort des Gebets und der Begegnung.
Für die Kinder wurde dieser traditionsreiche Wallfahrtsort zum Ziel ihres eigenen Pilgerweges. Das Ankommen am Hemma-Grab machte spürbar, dass sie Teil einer langen Pilgertradition sind, die Menschen seit Generationen miteinander verbindet.
Wertvolle Erfahrungen für den Lebensweg
Der Pilgertag hat einmal mehr gezeigt, wie wertvoll solche Erfahrungen für Kinder sind. Gemeinsam unterwegs sein, Natur bewusst wahrnehmen, Gemeinschaft erleben und einen bedeutenden spirituellen Ort erreichen – all das hinterlässt bleibende Eindrücke und eröffnet neue Perspektiven.
Möglich werden solche Tage durch das Engagement vieler Menschen. Ein besonderer Dank gilt Religionslehrerin Daniela Fellner-Beer, die diesen Pilgertag über viele Jahre hinweg mit großer Hingabe organisiert hat. Für sie war die diesjährige Pilgerwanderung nach Gurk zugleich ein besonderer Abschluss ihres Wirkens als Religionslehrerin vor ihrem Eintritt in den Ruhestand.
Mit viel Herzblut wurde der Pilgertag auch vom Team der Schulpastoral der Diözese Gurk-Klagenfurt mitgestaltet. So wurde der Hemma-Pilgerweg für die Kinder zu einem Weg voller Gemeinschaft, Entdeckungen und wertvoller Erfahrungen, die noch lange nachwirken werden.
So bleibt dieser Pilgertag als ein Tag in Erinnerung, an dem die Kinder Gemeinschaft erfahren, die Schönheit der Natur entdecken und ihren Glauben auf besondere Weise erleben konnten. Erfahrungen wie diese prägen junge Menschen und zeigen, wie lebendig Kirche unterwegs mit Kindern und Jugendlichen sein kann.