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Artikel zum Thema Familie
Emotionen gehören zum Familienleben – gerade zu Schulanfang
Jetzt, wo die Schule begonnen hat, stehen viele Familien wieder unter großem Druck. Vieles ist neu und muss erst geübt werden, Vieles ist stressig und muss doch erledigt werden. Da ist es kein Wunder, wenn manchmal die Emotionen überkochen und es zu Konflikten innerhalb der Familie kommt. Doch Emotionen begleiten den Familienalltag und es ist wichtig, Gefühle wahrzunehmen, zu verstehen und gesund mit ihnen umzugehen. Es ist als Elternteil von Bedeutung, dass man Emotionen ernst nimmt und behutsam den Grund dafür sucht.
Wichtig ist, dass man Kinder und Jugendliche so nimmt, wie sie sind und sie vor allem nicht vor anderen bloßstellt; dass man sie mehr schätzt als alle materiellen Dinge dieser Welt, aber dass man sie sie nicht „in den Himmel lobt“; dass man Ihnen immer die Wahrheit sagt, auch wenn es manchmal schwerfällt!
Vor allem aber sollte man Emotionen zulassen, denn sie sind von Bedeutung für die ganze Familie und niemals sein Kind nicht mit anderen vergleicht, denn es ist einzigartig und genau richtig, so wie es ist.
Ein Workshop des Referates für Beziehung, Ehe und Familie zum Thema „Emotionen gehören zum Familienleben“ findet am Samstag, den 10., Oktober ab 09.00 Uhr statt (Kinder 6–10 Jahre, 09:00 Uhr - 11:30 Uhr, Jugendliche 11–14 Jahre, 12:00 Uhr - 15:00 Uhr). Treffpunkt: Diözesanhaus, Tarviser Straße 30, 9020 Klagenfurt. Anmeldung bis 06.10.2026: bef@kath-kirche-kaernten.at, oder 0463/ 5877 2447
Das Leben des Mannes...
...wird sich im 21. Jahrhundert grundlegend verändern. Lag noch im Jahre 1895 die durchschnittliche Lebenserwartung bei 47 Jahren, so wurden Männer nur hundert Jahre später im Schnitt bereits 76 Jahre alt. Noch im 21. Jahrhundert wird der Mensch die Schallmauer von 100 Jahren durchbrechen und sein biologisches Limit – die höchstmögliche Lebensdauer des Organismus – von fast 120 Jahren anpeilen. Dieser Quantensprung in der Lebenserwartung kann jedoch nur dann zur Wirklichkeit werden, wenn sich der Lifestyle des Mannes grundsätzlich ändert. Schließlich ist es um den Mann der Gegenwart alles andere als gut bestellt!
- Männer sterben früher als Frauen.
Männer sterben laut Statistik in der westlichen Welt um einige Jahre früher als Frauen
- Männer haben häufiger Krebs.
Männer haben ein höheres Risiko, an Krebs zu sterben, als Frauen. Bei Darmkrebs ist es doppelt, bei Lungenkrebs gleich fünfmal so hoch.
- Männer ernähren sich wesentlich ungesünder als Frauen.
70 % der Männer zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr sind übergewichtig. Hypertonie (Bluthochdruck) und ein erhöhter Cholesterinspiegel kommen bei Männern häufiger vor als bei Frauen. Jeder zweite Mann stirbt an Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
- Männer gehen sorgloser mit ihrem Körper um.
Männer suchen häufig das Risiko in Extremsportarten, sind aber auf der anderen Seite, was regelmäßiges körperliches Training und Fitness betrifft, weitaus weniger konsequent als Frauen.
- Männer neigen zu Alkohol und Nikotin.
Jeder vierte Europäer ist Raucher. Etwa 90 % der Lungenkrebsfälle sind durch Zigarettenrauchen verursacht; Lungenkrebs ist die häufigste Krebstodesursache beim Mann. Beim Alkohol ist es nicht anders. Der regelmäßige Konsum von Bier und Schnaps erhöhen deutlich das Krebsrisiko.
- Auch Männer haben Wechseljahre.
Lange wurde seine Existenz von der Wissenschaft negiert, nun liegt der Beweis vor: Das „Partial Endocrine Deficiency Syndrome“ (PEDAM), eine kontinuierliche Abnahme der Hormonspiegel des Mannes im Zuge des Alterungsprozesses, ist das Pendant zu den Wechseljahren der Frau.
- Männer gehen seltener zum Arzt.
Männer besuchen weitaus seltener den Arzt als Frauen. Sie neigen dazu, Krankheiten zu negieren, verschieben häufiger Arztbesuche oder suchen nur bei bereits auftretenden Problemen Ärzte auf.
- Männer haben häufiger soziale und emotionale Probleme.
Männer haben oft große emotionale und soziale Probleme, weil sie meist verschiedene Rollen gleichzeitig erfüllen müssen – von der Vaterrolle bis zur Berufsrolle. Bei Männern führt der Verlust der Ehe zu einem relativen Anstieg der Mortalität (doppelt so hoch wie bei Frauen).
- Männer wollen keine Schwäche zeigen.
Männer haben ein Krankheitsverhalten, das dem männlichen Status und der männlichen sozialen Rolle gerecht werden muss. Zeichen von Schwäche, vor allem in Bezug zur Gesundheit, sind nicht mit diesem Rollenbild vereinbar. Männer sehen sich oftmals als „unverwundbar“ an.
- Männern fehlt der Männerarzt.
Männer hatten bislang keinen Vertrauensarzt, der sie – wie der Frauenarzt die Frauen – von der Jugend bis ins Alter regelmäßig betreut.
Die Familie im Wandel
Die Familie wird gerne als „Keimzelle der Gesellschaft“ bezeichnet und 90% der ÖsterreicherInnen sehen Familie als sehr wichtig im Lebenslauf an. Und doch ist die „traditionelle“ Familie immer mehr im Rückgang begriffen. Neue Lebensformen nehmen zu, die Scheidungsstatistik ist im Steigen begriffen und immer mehr Menschen entschließen sich, als "Single" durch das Leben zu gehen. Ist die Familie also in Gefahr oder müssen wir uns einfach auf neue Formen des Zusammenlebens einstellen? Diese Fragen standen in den vergangenen Jahren im Mittelpunkt der Familienforschung. Doch gleich vorweggenommen: Familie, Partnerschaft und Elternschaft sind nach wie vor äußerst geschätzte Werte und wir erleben zwar einen Wandel, aber ganz sicher keinen Umbruch! Panik über eine mögliche „familienlose“ Gesellschaft ist also nicht angebracht!
Trotzdem ist nicht alles beim Alten. Es gibt Veränderungen, vor allem durch die Zunahme kinderloser Paare, weniger und späterer Geburten. Das bürgerliche Ideal der Kernfamilie hatte in den Industrieländern in den 50er und 60er Jahren seine „Blütezeit“ – mit Baby-Boom, frühen Familiengründungen und Ehen (diese auch noch sehr stabil). Spricht man von einem Wandel, so bezieht sich das auf den Kontrast zur damaligen Zeit. Werfen wir zunächst einen kurzen Blick auf die Familienforschung:
Die „klassische“ Familie – Vater, Mutter (verheiratet) und Kind(er) – wird von den Soziologen als „Kernfamilie“ bezeichnet. Sie ist die nach wie vor weitaus häufigste Form. Aber auch nichteheliche Lebensgemeinschaften oder AlleinerzieherInnen mit Kindern gelten heute als Familien. „Familie“ bezeichnet alle Ehepaare oder Lebensgemeinschaften mit Kindern oder ohne Kinder sowie AlleinerzieherInnen mit Kindern.
Eine neue Lebensform von Familien ist das „living apart together“ – also Paare mit Kindern, die getrennte Haushalte führen. Mit den häufigeren Scheidungen und Trennungen entstehen neue Formen, wie z. B. Fortsetzungs- bzw. Stieffamilien (auch „Patchworkfamilien“ genannt).
„Das moderne Kind hat zwei Kinderzimmer und acht Großeltern“, bringt es Michael Mitterauer von der Universität Wien auf den Punkt.
Familien nach Familientyp und Kinderzahl
Laut der letzten Statistik gab es in Österreich 2,244.700 sogenannte„Kernfamilien“. Davon waren 804.600 kinderlose Paare und 1.440.100 Familien hatten insgesamt 2.250.000 Kinder. In den 90er Jahren stieg der Anteil kinderloser Paare von 33 % (1991) auf 36 % (1997) an. Verheiratete Paare mit einem Kind machten 1991 21 % aller Familien aus, mit zwei Kindern 20 % und mit drei und mehr Kindern nur mehr 9 % (1971 noch 15 %). In den letzten fünf Jahren ist die Zahl der Ehepaare ohne Kinder im Haushalt gestiegen, die Zahl der Alleinerziehenden (1997: 280.600) und nicht-ehelichen Lebensgemeinschaften (187.900) leicht gesunken. Nahezu unverändert blieb in den letzten Jahren die Zahl der Ehepaare mit einem, zwei, drei und mehreren Kindern. Deutlich zurückgegangen ist in den letzten Jahrzehnten die Zahl der Geschwister. Bildete in den 70er Jahren aus der Sicht der Kinder die Zwei-Kind-Familie nur in Großstädten die größte Gruppe, so ist diese Familienform heute auch außerhalb städtischer Lebensräume die vorherrschende Familienform.
Heirats- und Scheidungsziffern:
1999 haben 39.485 Paare geheiratet. Das sind geringfügig mehr als im Jahr davor. Dennoch hat die Zahl der Menschen, die im Laufe ihres Lebens heiraten, seit 1970 stark abgenommen. Heirateten zu Beginn der 70er Jahre über 90 % der Männer und Frauen, so tun dies heute nur mehr 71 % der Männer und 75 % der Frauen.
In dieser Zeit ist auch das durchschnittliche Alter bei der Erstheirat mit 30 Jahren für Männer und 27 Jahre für Frauen deutlich (um etwa 4 Jahre) gestiegen. Dennoch heiraten im europäischen Vergleich die Österreicher/innen noch vergleichsweise jung.
Vier von zehn Ehen enden vor dem Scheidungsrichter
Im Jahr 2000 wurden 19.552 Ehen rechtskräftig geschieden, das sind um 1.040 oder 5,6% mehr als im Vorjahr. Auf 100 Ehen eines durchschnittlichen Heiratsjahrgangs entfielen 43 Scheidungen. Von den über 20 000 betroffenen Scheidungswaisen waren 18.044 minderjährig. 89,1 % aller Scheidungen erfolgten im Einvernehmen.
Die Gesamtscheidungsrate stieg von 40,45 (1999) um 6,5% auf 43,09 je 100 Heiraten im Jahr 2000, das heißt, dass 43% aller gegenwärtig geschlossenen Ehen - unter der Voraussetzung von gleichbleibenden ehedauerspezifischen Scheidungsraten wie im Berichtsjahr - früher oder später vor dem Scheidungsrichter enden werden.
Zweitehen sind übrigens nicht stabiler als Erstehen, sehr jung geschlossene Ehen labiler als ältere Brautpaare.
Was leistet die Familie?
Nach dem deutschen Familienwissenschaftler Max Wingen erbringen Familien eine Reihe von Leistungen, die für den Einzelnen sowie die gesamte Gesellschaft von größter Bedeutung sind. Diese lassen sich folgendermaßen zusammenfassen:
- · Reproduktionsfunktion: die Weitergabe des Lebens durch Kinder
- · Sozialisationsfunktion: Auf- und Erziehen von Kindern
- · Funktion der sozialen Plazierung: die Vorbereitung des Kindes auf berufliche und soziale Positionen
- · hauswirtschaftliche Funktion: Befriedigung der menschlichen Grundbedürfnisse
- · Regenerationsfunktion: die Erhaltung und Wiederherstellung der Gesundheit der Familienmitglieder
- · Ausgleichsfunktion: Bildung eines Gegengewichts zu den versachlichten Beziehungen der Welt der Erwerbsarbeit
- · Solidaritätsfunktion: Stärkung der Solidarität zwischen den Generationen.
Viele der unbezahlt in den Familien für die Familie/Kinder erbrachten Leistungen bilden wertvolle Grundlagen für die gesamte Gesellschaft. Die in der Familie erbrachten Erziehungsleistungen zu eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Staatsbürgen haben für Wirtschaft und Staat eine enorme Bedeutung. Die Kosten dieser unbezahlt verrichteten Tätigkeiten für die Gesellschaft werden oft erst dann deutlich, wenn sie die Familie, aus welchen Gründen auch immer, nicht mehr erbringen kann (z.B. Kosten eines Kinderpflegeplatzes).
Die Zukunft der Familie:
Die Ergebnisse des jährlich vom Bundesministerium herausgegeben Familienberichts lassen folgende Trends erkennen:
- Die Familie (in unterschiedlichen Formen und Bedeutungen) bleibt zentrales Leitbild. 90% der ÖsterreicherInnen sehen Familie als sehr wichtig im Lebenslauf an.
- Durch geänderte gesellschaftliche Strukturen (v.a. längere Ausbildungszeiten) erfolgt die Familiengründung immer später, jedenfalls erst im Durchschnitt zwischen 27 und 30 Jahren. Dadurch entstehen vor allem im jungen Erwachsenenalter verschiedene Lebensformen - von Single bis zum Zusammenleben mit einem Partner im gleichen Haushalt. Diese Formen überwiegen im städtischen Bereich.
- Das Vorhandensein von Kindern führt großteils zur Eheschließung. Als „Norm“ werden nach wie vor ein bis zwei Kinder gesehen. Es werden aber weniger Kinder geboren als gewünscht.
- Ehe- und Familiengründung bergen Risiken in sich. Am bedeutendsten ist einerseits das persönlich-emotionale Risiko, ein zweites das ökonomische Risiko. Die persönlichen Ansprüche an Partnerschaften sind hoch und es besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass diese nicht erfüllt werden. Andererseits bilden Kinder noch immer ein ökonomisches Risiko: Der Unterschied von Familien mit Kindern und Haushalten ohne Kinder ist ökonomisch gesehen in den letzten Jahren größer geworden. Der Unterschied zwischen reichen und armen Familien wurde hingegen geringer.
- Die Geburtenrate wird in hohem Maße durch soziale und ökonomische Rahmenbedingungen beeinflusst. Die Entscheidung den Kinderwunsch (insbesondere für mehrere Kinder) umzusetzen, wird um so höher sein, je besser die Partnerschaft erlebt wird. Und je mehr es möglich ist, auch berufstätig zu sein oder an der Konsum- und Freizeitwelt teilzunehmen.
- Trennungen und Scheidungen, Formen der Alleinerziehung vergrößern das Spektrum familialer Lebensweisen. Durch Zugehörigkeit zu mehreren Familien entstehen einerseits soziale Probleme, andererseits wird dadurch auch das soziale Netzwerk vergrößert. Stieffamilien, neue familiale Lebensformen bestehen neben der "klassischen" Kernfamilie. Für diese Formen gibt es noch wenig gesetzliche Regelungen.
- Bleiben Ehen bestehen, dann haben sie noch nie so lange gedauert wie heute. Dies hängt mit der längeren Lebenserwartung zusammen, die trotz später Heirat eine lange Ehedauer ermöglicht. Welche sozialen und psychischen Elemente allerdings Partnerschaften zusammenhalten und Ehen über Jahrzehnte aufrecht erhalten, ist kaum untersucht.
- Durch die gestiegene Lebenserwartung wird ein gleichzeitiges Leben von vier Generationen wahrscheinlicher. Dies wird neue, historisch noch nicht vorhandene, Kommunikationsformen zwischen den Generationen bringen.
- Verfolgt man das Leitbild der Partnerschaftlichkeit und Chancengleichheit in der Familie, dann muss die Vereinbarkeit von Familie und Beruf für beide Geschlechter, vor allem aber für die Frauen, wesentlich gefördert werden. Nicht nur ein Nacheinander, sondern auch ein Nebeneinander muss gewährleistet sein. Unternehmen können durch Setzen kinderfreundlicher Maßnahmen positiv zur Familienpolitik beitragen.
- Durch eine kinderfeindliche Umwelt entstehen Belastungen. Diese können durch passende und an den kindlichen Bedürfnissen orientierte Kinderbetreuungseinrichtungen abgefedert werden.
- Die Pflegenotwendigkeit älterer Familienangehöriger wird in Zukunft durch die verlängerte Lebensdauer zunehmen. Durch die Schaffung und Förderung von sozialen Diensten kann die Belastung von Familien (vor allem Frauen) minimiert werden.
"Nostalgie" ist sicher fehl am Platz: Das Ideal der Familie als Ort der privaten und emotionalen Zuflucht hat auch in der Vergangenheit nicht existiert. Tamara Hareven von der University of Delaware warnt vor einem Fehlschluss: "Nostalgische Sehnsüchte nach einer verlorenen Welt der traditionellen Familie, die es in Wirklichkeit nie gegeben hat, haben das Verständnis für den gegenwärtigen Strukturwandel der Familien erschwert." Immer schon war eine zentrale Aufgabe der Familien, ihre Mitglieder auf gesellschaftliche Funktionen vorzubereiten.
Abschließend noch einige Ausblicke auf die Familienarbeit der Zukunft: Familienrunden sind heute kaum noch aktuell und werden praktisch nicht mehr nachgefragt. Wir vom Katholischen Familienwerk sehen eher Chancen im Bereich Familiengottesdienste mit anschließenden kleine Festen, Familienwochen oder Familien-Kreativ-Workshops. Im Jahr 2002 möchten wir unser Konzept „Nachbarn helfen Nachbarn“ sowie das Projekt „Kinder tauschen“ (gegenseitige Kinderbetreuung auf unentgeltlicher Basis) umsetzen. Und wir möchten die Familien intern stärken, indem wir einen Schwerpunkt „Rituale in der Familie“ starten werden. Rituale geben den Familien Kraft und Sicherheit und sie sind Haltegriffe in einer immer schneller werdenden Zeit. Noch heuer werden wir unser Angebot „Feste feiern in der Familie“ mit dem Thema „Wartezeit Advent“ starten.
Familien sind das wertvollste Gut in unserer Gesellschaft und wie ein Haus, in dem man bei Regen und Sturm Schutz findet. Eine intakte Familie kann durch keine materiellen Güter ersetzt werden, ihre Bewahrung und Unterstützung muss oberstes Gebot von Staat und Kirche sein!