Organisation

Referat Beziehung - Ehe und Familie

6. Österreichischer Familienbericht erschienen

Das Familienwerk präsentiert einige Fakten und Trends im „Jahr der Familie“.

Dieser Tage wurde der der 6. Österreichische Familienbericht des Österreichischen Instituts für Familienforschung (ÖIF) veröffentlicht. Er behandelt die Jahre 2009 bis 2019 und ist auch eine gute Grundlage für die Familienarbeit in der Diözese. Viele Tendenzen haben sich verstärkt und sollen hier kurz präsentiert werden. Das Familienwerk wird im von Papst Franziskus ausgerufenen „Jahr der Familie“ immer wieder den Blick auf die kleinste Einheit unserer Gesellschaft werfen:

Die österreichische Bevölkerung ist auch im letzten Jahrzehnt gewachsen – und gealtert. Derzeit leben in Österreich 8,859 Millionen Menschen. Durch die steigende Lebenserwartung sowie die konstant niedrige Geburtenrate wird auch die Alterung der Bevölkerung weiter voranschreiten. Weil in Zukunft die Sterbefälle die Geburten übersteigen werden, kommt der Migration eine Schlüsselrolle beim Bevölkerungswachstum zu.

  • Bildungsexpansion in Frauenhand:

Keine gute Nachricht für das männliche Geschlecht: Die Bildungsexpansion in der jüngeren Vergangenheit ist zunehmend Frauensache. In Zukunft werden in Österreich Frauen die Mehrheit unter den höher Gebildeten stellen.

  • Immer spätere Mutterschaft:

Bei den Geburten zeigte sich in den letzten Jahrzehnten ein Anstieg des Alters der Frauen beim ersten Kind: Es liegt derzeit bereits bei 29,5 Jahren. Das Verschieben der Erstgeburten ist vor allem auf einen Anstieg an höher gebildeten Frauen, auf ein späteres Gründen von Partnerschaften und auf ein höheres Heiratsalter zurückzuführen. Die durchschnittliche Kinderzahl pro Frau eines Geburtenjahrgangs hat sich bei rund 1,6 Kindern eingependelt.

  • Hohe Kinderlosigkeit im Vergleich mit anderen Ländern:

Zwei Kinder ist die häufigste Kinderzahl bei Frauen, das entspricht auch der persönlich gewünschten Kinderzahl der meisten Paare in Österreich. So haben 40 % der Frauen des Jahrgangs 1970 zwei Kinder. Im europäischen Vergleich ist die Kinderlosigkeit in Österreich hoch, insbesondere unter höher gebildeten Frauen. Eine Ursache dafür ist, dass Berufs- und Familienleben oft nur schwer vereinbar sind.

  • Mehr nichteheliche Partnerschaften:

Nichteheliche Lebensgemeinschaften nehmen immer mehr zu und haben sich als weniger verbindliche Partnerschaftsform insbesondere bei jüngeren Menschen etabliert. Auch nichteheliche Kinder sind mittlerweile weitgehend akzeptiert. Eltern unehelicher Kinder heiraten vielfach später. Aktuell haben 29 % der Eheleute bei der Heirat zumindest ein gemeinsames Kind.

Sowohl der Anteil der unehelich geborenen Kinder als auch die Scheidungsrate scheinen ihren Höhepunkt bereits erreicht zu haben und sind seit Jahren leicht rückläufig.

  • Vielfalt von Familie:

Mit seinem Motto „Familie ist bunt“ liegt das Familienwerk voll im Trend: Die große Vielfalt von Familie lässt sich anhand der unterschiedlichen Familienformen abbilden. So sind derzeit etwa 45 % der Familien Paare mit Kindern, 13 % Ein-Eltern-Familien und 42 % Paare ohne Kinder. Anzahl und Anteil der Single-Haushalte werden zunehmen, wobei vor allem die Zahl der Personen, die nach dem Tod der Partnerin bzw. des Partners bzw. nach der Scheidung alleine leben, steigen wird. Zukünftig wird es relativ mehr Ehepaare und Lebensgemeinschaften ohne Kinder im Haushalt geben. Weitere, weniger verbreitete Lebensformen wie Living-Apart-Together-Partnerschaften (= Paare mit getrennten Haushalten), gleichgeschlechtliche Paare und Regenbogenfamilien zählen ebenso zur Vielfalt der Familie in Österreich.

Quelle: 6. Österreichischer Familienbericht 2009-2019, Bundeskanzleramt / Frauen, Familie, Jugend und Integration (BKA / FFJI)/ Wissenschaftliche Koordination: Österreichisches Institut für Familienforschung (ÖIF)

https://www.oif.ac.at