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Start der Initiative “Rettet den Maria Saaler Dom!”

Bischof Schwarz würdigt Maria Saaler Dom als „einzigartiges Kulturgut Kärntens“ - Stiftspfarre richtet Spendenkonto ein

Auftakt zur Initiative „Rettet den Maria Saaler Dom!“ (Im Bild, v. l. n. r.: Brachmaier, Donko, Bischof Schwarz, Unterberger, BGM Schmidt, Hubmann, Breitfuss, Mahlknecht)  (© Foto: Pressestelle/Eggenberger)
Auftakt zur Initiative „Rettet den Maria Saaler Dom!“ (Im Bild, v. l. n. r.: Brachmaier, Donko, Bischof Schwarz, Unterberger, BGM Schmidt, Hubmann, Breitfuss, Mahlknecht) (© Foto: Pressestelle/Eggenberger)

Klagenfurt, 5. 7. 11 (pgk). „Rettet den Maria Saaler Dom!“ – Mit diesem Appell haben sich Diözesanbischof Dr. Alois Schwarz und Stiftspfarrer Kan. Mag. Josef-Klaus Donko heute im Rahmen einer Pressekonferenz, die den Auftakt zu einer gleichnamigen Initiative und Spendenaktion bildete, in Maria Saal an die Öffentlichkeit gewandt. Mit der Initiative „Rettet den Maria Saaler Dom!“ sollen die finanziellen Mittel für die dringend notwendigen Restaurierungsmaßnahmen der Fassade des Maria Saaler Doms in den kommenden fünf Jahren aufgebracht werden, die sich auf insgesamt rund 1 Million Euro belaufen. Davon sollen 600.000 Euro von der Pfarre aufgebracht werden.
„Der Maria Saaler Dom ist ein einzigartiges Kulturgut in unserem Land“, betonte Bischof Schwarz und verwies in diesem Zusammenhang auf die große historische, kulturelle und spirituelle Bedeutung der Propstei-, Pfarr- und Wallfahrtskirche. „Der Maria Saaler Dom wird jährlich von mehr als 90.000 Menschen aufgesucht und ist als außergewöhnliches Heiligtum weit über die Grenzen Kärntens hinaus bekannt“, sagte der Kärntner Bischof, der auf „große Unterstützung bei der Aufbringung der finanziellen Mittel zur Rettung des Maria Saaler Domes“ hofft.
Stiftspfarrer Donko bezeichnete den Maria Saaler Dom als „optisches Wahrzeichen und als Herzstück der Gemeinde und Pfarrgemeinde, das Leben in vielfältiger Weise ermöglicht und gestaltet“. „Der Dom als Zentrum und Herzstück Maria Saals bildet Gemeinschaft, stärkt den Zusammenhalt, stiftet Identität, trägt und verbindet in unserer schnelllebigen Zeit“, so Donko. Diese Bedeutung und Ausstrahlungskraft des Maria Saaler Domes gelte es nun, so Stiftspfarrer Donko, neu ins Bewusstsein zu rufen und zu bewahren. Er hoffe, so der Stiftspfarrer, dass die Initiative „Rettet den Maria Saaler Dom!“ eine „Welle der Solidarität“ auslöse.
Landeskonservator HR Prof. Dr. Axel Hubmann vom Bundesdenkmalamt verwies in seinem Statement auf die Rolle der Kirchen als Kulturgüter in diesem Land. Der Maria Saaler Dom sei besonders auch durch seine Lage und seine „weithin Sichtbarkeit im Fokus des öffentlichen Interesses“, so der Landeskonservator, der die „Dringlichkeit der Restaurierungsmaßnahmen“ sowie den damit verbundenen „sofortigen Handlungsbedarf“ betonte.
DI Friedrich Breitfuss, Leiter der diözesanen Bauabteilung, wies darauf hin, dass es sich bei den nun anstehenden Restaurierungsmaßnahmen um die ersten Außenrestaurierungsarbeiten seit dem Bau des Domes vor rund 500 Jahren handelt, und stellte die einzelnen Phasen der Restaurierungsarbeiten bis 2015 vor. Ziel dieses Bauvorhabens sei es, so Breitfuss, „den Dom nachhaltig in seinem Bestand zu sichern, ohne die Außenansicht zu verändern“.
Diözesankonservator Dr. Eduard Mahlknecht betonte die besondere kunsthistorische Bedeutung des Maria Saaler Domes. „Die Bedeutung des Maria Saaler Dom kann kunsthistorisch nicht hoch genug eingeschätzt werden“, sagte der Diözesankonservator und wies darauf hin, dass bei den Restaurierungsmaßnahmen „ein hoher repräsentativer Anspruch gestellt wird“.
Die hauptverantwortliche Restauratorin Mag. Bettina Unterberger präsentierte im Rahmen der Pressekonferenz die Ergebnisse der wissenschaftlichen Untersuchung zur Bestands- und Zustandserfassung der Fassade des Maria Saaler Doms, die sie im Rahmen ihrer Diplomarbeit durchführte und die nun die Grundlage für das Restaurierungsziel im Bereich der steinsichtigen Fassadenflächen, insbesondere für die erste Bauphase am Nordturm, bildet. Sie verwies auf die „teilweise dramatischen Zustände besonders in den obersten Turmabschnitten“ und auf die Notwendigkeit einer Restaurierung, „um die Bausubstanz zu sichern und die spätgotische Kirche für weitere Generationen erlebbar zu erhalten“.                                                                      

VDir. i. R. Richard Brachmaier, Vorsitzender des Personenkomitees „Unser Maria Saaler Dom“ und Obmann des Domvereins Maria Saal, bezeichnete den Maria Saaler Dom als „Identitätsmerkmal“. Vielen Bürgerinnen und Bürgern aus der Marktgemeinde Maria Saal sowie Kärntnerinnen und Kärntnern darüber hinaus sei der Maria Saaler Dom, so Brachrmaier, „ein historisches ´Juwel´ in unserem Land“. Aus diesem Grund sehe er es, so Brachmaier, als „Pflicht an, die Rettung des Maria Saaler Domes tatkräftig mit Aktionen, Benefizveranstaltungen etc. zu unterstützen“. Zu diesem Zweck habe die Pfarre Maria Saal auch ein Spendenkonto eingerichtet, so Brachmaier.

Spendenkonto: RAIKA Maria Saal, BLZ 39404, Kontonummer 22707, Kennwort „Restaurierung Maria Saaler Dom“

Grund für die dringend notwendige Restaurierung des Maria Saaler Domes ist die Tatsache, dass der Dom seit Jahrhunderten Umwelteinflüssen wie Regen, Feuchtigkeit und Frost ausgesetzt ist, die der Bausubstanz massiv zusetzen und die Bildung von Moosen und Flechten begünstigen. In den letzten Jahren kam es laufend zu Steinabbrüchen an der Fassade, vor allem im Bereich der beiden Kirchtürme. Kleinere, aber auch größere Steine und Mörtelteile fallen herunter.

Kurze Geschichte des Maria Saaler Domes
Der Maria Saaler Dom zählt mit Gurk zu den meistbesuchten Touristenattraktionen in Kärnten und wird jährlich von mehr als 90.000 Menschen besucht.
Von Maria Saal aus wurde Kärnten von Chorbischof Modestus (+763) missioniert. Er weihte nach seiner Ankunft bei den Karantanen eine „Kirche der heiligen Maria“. Der Maria Saaler Dom – wie er heute als Wallfahrtskirche über das Zollfeld weithin sichtbar ist - wurde als gotisches Bauwerk im Laufe des 15. Jahrhunderts erbaut. Er zählt wohl zu den bekanntesten und historisch bedeutendsten Kirchen Kärntens. Vom nahe gelegenen Virunum auf dem Zollfeld, das in römischer Zeit Hauptstadt der Provinz Noricum war, stammen zahlreiche Römersteine, die vor allem an der Südfassade des Maria Saaler Domes angebracht sind. Im derzeit eingerüstetem Nordturm befindet sich die größte Glocke Kärntens, volkstümlich auch die „Maria Saalerin“ genannt. Sie ist die älteste der großen Glocken Österreichs aus dem Jahre 1687, ist 6,6 t schwer und hat einen Durchmesser von 222 cm. In Maria Saal bestand seit dem 12. Jahrhundert ein Kollegiatskapitel, dessen Propst seit 1859 der jeweilige Bischof von Gurk ist.