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Bischof Marketz in Fastenhirtenbrief: Nicht schweigen, wenn es um die Frage von Gut und Böse geht

Foto: Diözesan-Pressestelle/Gollner
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Klagenfurt, 17. 2. 26 (pgk). „Um der Freiheit und Würde des Menschen willen können wir als Christen nicht schweigen oder tatenlos bleiben, wenn es um die Frage von Gut und Böse geht“. Das betont Diözesanbischof Dr. Josef Marketz in seinem diesjährigen, wieder in beiden Landessprachen verfassten Fastenhirtenbrief mit dem Titel „Den Blick auf das Gute schärfen“/„Poglobiti pogled na dobro“, der in den Kärntner Pfarren bei den Gottesdiensten am ersten Fastensonntag, dem 22. Februar, verlesen wird. „Keine Gesellschaft kann bestehen, wenn sie sich nicht auf Werte und daraus hervorgehende Normen verständigt. Dieser Konsens ist keine Selbstverständlichkeit, weil sich die Menschen ändern und täglich neu darum ringen müssen“, schreibt Bischof Marketz. So stehe unsere Gesellschaft heute etwa „vor der drängenden Frage, wie wir das Leben vom Anfang bis zum Ende schützen können“. Es gelte zu fragen, wie Menschen in Krisenzeiten dazu ermutigt werden können, `Ja´ zum Leben zu sagen sowie welche Wege zu mehr Humanität und Nächstenliebe führen. Als „gleichermaßen besorgniserregend“ bezeichnet es der Kärntner Bischof, „dass auf internationaler Ebene die auf dem Völkerrecht beruhende Weltordnung, ja selbst die Menschenrechte, in Frage gestellt werden“. Diese Relativierung der Werte ziele darauf ab, die Starken ins Recht zu setzen und stelle in Frage, „dass jeder Mensch Abbild Gottes ist, jeder daher dasselbe Recht hat, zu leben, am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben und mitzuentscheiden“.
Unter Bezugnahme auf die Erzählung vom Sündenfall des Menschen, die Inhalt der Lesung am ersten Fastensonntag ist, verweist Bischof Marketz darauf, dass „jeder von uns Adam und Eva ist, weil wir alle aus der Erde genommen sind und zu ihr zurückkehren werden, was uns die Feier des Aschermittwochs drastisch vor Augen führt“. Der Baum der Erkenntnis von Gut und Böse stehe für unsere Freiheit, uns für etwas und jemanden zu entscheiden. „Diese Freiheit ist auch die Grundlage unserer Würde, die Gott selbst dann respektiert, wenn wir in die Irre gehen. Das fordert uns in unserer Verantwortung“, betont Bischof Marketz und verweist darauf, dass uns „der Kern aller Werte und Gebote, der Schutz der Würde und des Lebens vorgegeben ist“. Als Orientierung in dieser Verantwortung würden Gebote helfen, deren Sinn es sei, „die Freiheit und Würde des Menschen zu schützen, zu verhindern, dass Stärkere ihre Kraft auf Kosten der Schwächeren ausleben und Mitmenschen zum Objekt ihres Planens und Handelns machen“. Die Fastenzeit sei eine gute Gelegenheit, den Blick auf das Gute zu schärfen und bei sich selbst damit zu beginnen, damit Werte nicht nur Worte bleiben, sondern im alltäglichen Leben umgesetzt werden.